BALL

Polonaisen, freche Sprüche und ein wandelndes Bild am «Tattüü» Luzern

Am Rüüdig Samschtig fand in Luzern bereits zum fünften Mal das «Tattüü» statt. Der etwas andere Fasnachtsanlass für das etwas reifere Publikum überzeugte mit viel Charme und Witz.
11.02.2018 | 14:30

Zum fünften Mal fand am Rüüdig Samschtig in Luzern das «Tattüü» statt. Es ist ein etwas anderer Fasnachtsanlass, gemütlich und mit viel Charme. Das Publikum hat Durchschnittsalter 40, kommt teils zivil, teils verkleidet, teils vollmaskiert. Eine gute Mischung: Robin Hood mit einer holden Schönen, zwei freche Mönche, ein englischer Reisender, der das Steuerrad seines Autos in seinen Händen hält: «So kann man mir mein Auto sicher nicht stehlen!» Und dann war da auch noch das wandelnde Kapellbrücke-Giebelbild – ein politischer Wink, die verbrannten Brückenbilder endlich zu ersetzen.

Organisator Kurt Erne schafft es immer wieder, ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Diesmal spielte im Saal des Hotels Continental-Park in Luzern die bekannte Kapelle Ueli Mooser zum Tanz auf – dezent, fein und doch mitreissend, mit Violine, Gitarre, Posaune, Bassgeige, Blockflöte, Banjo, Akkordeon. Das Publikum walzerte, jivete und rock’n’rollte, was das Zeug hielt und brachte die Tanzfläche zeitweise fast zum Glühen.

Dann gabs noch ganz hohen Besuch: Bruder Fritschi höchstpersönlich tauchte auf – samt Familie, inklusive Fritschene, Kindsmagd, Narr und Bajazzo – und riss die rund 200 «Tattüü»-Besucherinnen und -Besucher zu einer flotten Polonaise mit. Auch die «Bohème», mit Jahrgang 1950 eine der drei ältesten Luzerner Guugenmusigen, machte dem «Tattüü» die Aufwartung. Ihre Grende waren wie gewohnt grandios. Musikalisch allerdings wirkten sie diesmal etwas schlapp. Waren sie vielleicht einfach schon etwas zu lange unterwegs?

Auch schnitzelbankmässig bietet das «Tattüü» immer etwas. Diesmal war der «rüstige Rentner» Igi Bühler an der Reihe. Einige seiner Sprüche waren derb, teils arg unter der Gürtellinie, viele aber auch mit ganz viel Hintersinn. So etwa der: «De Schwanenplatz mösst eigentlich Asiateplatz heisse; mer esch of jede Fall no nie e Schwan i Wäg cho.» Oder: «De Vorteil vo de Vegetarierer esch: Sie schtärbid ned. Nei, si biissid is Gras.»

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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