Home
12.04.2017 08:58

Der stille Botschafter vor Ort

  • Andächtig sitzt Andreas Hofers Engel auf der Parkbank, den Rücken zur Kirche gekehrt.
    Andächtig sitzt Andreas Hofers Engel auf der Parkbank, den Rücken zur Kirche gekehrt. | Bild: Andreas Faessler (Zug, 11. April 2017)
ZUG ⋅ Unauffällig sitzt da jemand seit Jahren auf einer Bank neben der reformierten Kirche. Trotz ihrer leicht abstrakten Erscheinung hat die Skulptur intensive Strahlkraft.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Auf der Grünfläche links von der reformierten City-Kirche Zug sitzt unter den Bäumen auf einer Bank still und andächtig ein lebensgrosser Holzengel. An die Präsenz solcher Himmelswesen im öffentlichen Raum hat man sich in Zug bereits gewöhnt: Der rund acht Meter hohe schlanke Engel aus Lärchenholz beim reformierten Kirchenzentrum direkt an der Chamerstrasse dürfte jedem schon einmal aufgefallen sein – einst machte er als «wandernder» Engel mit wechselndem Standort wiederholt Schlagzeilen. Die wesentlich kleinere Ausführung in sitzender Position neben der Kirche ist weit unauffälliger. Naheliegenderweise stammt sie vom selben Urheber, wie das grosse Pendant zwei Steinwürfe davon entfernt, allein daran festzumachen, dass die Skulptur nur einen Flügel hat – ein Merkmal mit hohem Wiedererkennungswert.

In sich gekehrt, wie meditierend, aber dennoch aufmerksamen Blickes, sitzt die Engelsfigur aufrecht mit dem Rücken zum Kirchengebäude. Die Körperformen sind lediglich andeutend ausgearbeitet, eine Reduktion aufs Wesentliche. Verstärkt wird dies durch die nur grob bearbeitete Oberfläche und die Schwärzung des Materials. Und trotz fehlender Gesichtszüge strahlt die Figur genau das aus, was sie soll: Ruhe und Ausgeglichenheit – und auch eine gewisse Gegensätzlichkeit in sich: Der Flügel ist mit Alufolie verkleidet und kontrastiert den schwarzen Korpus entsprechend intensiv.

Knapp 140 Zentimeter hoch ist die Figur, welche mit der Bezeichnung «Engel unter uns» im Inventar der Kunstwerke im öffentlichen Raum der Stadt Zug vermerkt ist. Geschaffen hat das Kunstwerk der Davoser Bildhauer Andreas Hofer im Jahr 2010, dies im Zuge eines Kunstprojektes der City-Kirche, welches der Künstler persönlich leitete. Sein Schaffen wird vom Material Holz bestimmt. Das Engelswesen hat für Hofer eine starke Symbolkraft. Als Botschafter des Friedens und Inbild von Schutz sollen die Engel für positive Kraft in der Welt sorgen. Andreas Hofers Engel sind im In- und Ausland zu finden, sowohl privat als auch im öffentlichen Raum. Die Figuren sind von wenigen Zentimetern bis zu 15 Meter hoch.

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Die gestiegene Popularität von Schwingfesten wie demjenigen auf dem Brünig (im Bild) hat für den traditionalistischen Sport auch negative Seiten.
SCHWINGEN

Rolf Gasser: «Wir haben schon Politiker verwarnt»

Die Freiwillige Feuerwehr Zug war schnell mit ersten Einsatzkräften vor Ort und bekämpfte das Feuer.
«CENTRO ESPAGNOL»

Zuger Vereinslokal brannte am Sonntagmorgen lichterloh

Die Gedenkfeier 600 Jahre Bruder Klaus in Flüeli-Ranft.
BRUDER KLAUS

Politische Pilgerfahrt zu Bruder Klaus

Die Dorfstrasse war am Mittwochnachmittag für die Spurensicherung abgesperrt.
BAAR

Angriff in Baar: «Etwas zu unternehmen, braucht Mut»

Karikatur zum verkehrspolitischen Gegenwind, der Baudirektor Werner Schnieper entgegenschlug.
LUZERN

IG Stadtverkehr setzt zu neuem Coup an

An einer Hochzeitsfeier in Zug sorgte ein nicht geladener Mann für Unmut.
OBWALDEN

Private Dorfsperrung vergrault Kunden

Basketball-Trainer Milenko Tomic.
BASKETBALL

Milenko Tomic stirbt nach Herzinfarkt

Tierschützer äussern vor dem Ratsgebäude in Frauenfeld ihrem Unmut über den mutmasslichen Fall von Tierquälerei in Hefenhofen. (Archiv)
TIERQUÄLEREI

Weitere Strafanzeige gegen Kantonstierarzt

Der Jodlerklub Doppleschwand eröffnet das Entlebucher Jodlertreffen in der Pfarrkirche.
JODELN

Freude am Jodeln steht im Zentrum

Justitia hat entschieden: Das Bundesgericht in Lausanne bestätigt das Urteil des Zuger Obergerichts gegen einen notorischen Kinderschänder.
KRIMINALGERICHT LUZERN

Nur rasch überholen wollen: Kein Pardon für jungen Raser

Zur klassischen Ansicht wechseln