Home
17.08.2016 05:02

Der «temporäre Zwilling» an der Biscaya

  • Man muss einräumen: Der «Zwilling» der Moore-Plastik in San Sebastián (r.) macht einen etwas frischeren Eindruck.
    Man muss einräumen: Der «Zwilling» der Moore-Plastik in San Sebastián (r.) macht einen etwas frischeren Eindruck. | Bilder Stefan Kaiser/Nicole Maack
ZUG/DONOSTIA ⋅ Die markante Bronzeskulptur bei der Badi Seeliken ist bekanntlich nicht alleine auf der Welt. Aktuell steht in der Kulturhauptstadt Europas 2016 ein glänzender «Doppelgänger».

Alle kennen die riesige Bronzeplastik von Henry Moore beim Seebad Seeliken, die sich hier stolz und bodenständig erhebt. «Knife Edge» wurde 1977 von der Landis & Gyr erworben. Vorerst war sie provisorisch auf deren Firmenareal aufgestellt, bevor sie nach Abschluss der grossen Casino-Erweiterung an ihrem heutigen Ort aufgestellt worden ist. Landis & Gyr hat die Bronzeplastik der Stadt geschenkt. Vor knapp zwei Jahren war das Kunstwerk an dieser Stelle in der «Neuen Zuger Zeitung» bereits ausführlich thematisiert.

Zu Recht kann Zug nach wie vor stolz sein, ein Moore-Werk dieser Grösse zu besitzen, galt und gilt der britische Bildhauer als einer der bedeutendsten Plastiker der 20. Jahrhunderts. Noch stolzer könnte Zug sein, wenn es sich um ein absolutes Unikat handeln würde. Doch wurde der Entwurf aus dem Jahr 1961 zu dieser «Knife Edge Standing Figure» – ausgehend von einem Prototyp – mehrfach ausgeführt, weshalb man auf diese Skulptur an diversen Orten auf der Welt trifft. So unter anderem im Greenwich Park in London, im norwegischen Hovikodden, in Wakefield in Yorkshire, in Essen ... und derzeit gibt es eine besonders eindrückliche Ausführung in Donostia-San Sebastián an der spanischen Biscaya-Küste. San Sebastián ist Kulturhauptstadt Europas 2016 und somit Austragungsort zahlreicher gross angelegter Kunstveranstaltungen. So sind von Juni bis September 2016 am Paseo de Zurriola, eine der Hauptpromenaden der Stadt, Plastiken von Henry Moore aufgestellt. Organisiert wird diese Aktion von der Obra Social «la Caixa», eine Stiftung auf dem Gebiet Sozialarbeit, wie es die Bezeichnung schon sagt.

Unter der Auswahl an Moore-Plastiken findet sich also auch eine solche «Knife Edge»-Figur wie diejenige in Zug. Allerdings ist der temporäre Zwilling in Spanien wohlbemerkt in einem schöneren Zustand, weitgehend frei von Vogeldreck und in glänzendem Bronzeschimmer gehalten. Doch abgesehen von der Form haben die beiden Skulpturen in Zug und San Sebastián etwas gemeinsam: Beide stehen am Ufer und überblicken die Weiten des Wassers.

Andreas Faessler

Hinweis

Mit «Hingeschaut!» gehen wir wöchentlich mehr oder weniger auffälligen Details mit kulturellem Hintergrund im Kanton Zug nach. Frühere Beiträge finden Sie unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

In Zürich hängt nun ein anderes Plakat. Linda Gwerder ist darauf angezogen.
WERBUNG

Posse um freizügiges Plakat mit Wetterfee

Romano Simioni im Garten des Luzerner Restaurants Felsenegg, das von seinem Sohn geführt wird.
FUSSBALL

Ex-FCL-Präsident Romano Simioni: «Luzern ist schon sehr speziell»

OBWALDEN/LUZERN

Sie knattern mit Zweitaktern über Pässe

Die israelische Siedlung Neveh Tzuf im Westjordanland nördlich von Ramallah. (Archivbild)
NAHOST

Sieben Tote bei Gewalt und Gegengewalt um Jerusalemer Tempelberg

1200 Euro für eine 238-km/h-Spritzfahrt im Porsche - saftige Busse für eine 79-jährige Belgierin (Symbolbild).
RASERIN

79-Jährige mit 238 km/h geblitzt

Die beiden Männer brachte eine 81-jährige Frau unter falschem Vorwand dazu, die Türe zu öffnen.
LUZERN

Brutaler Überfall auf Rentnerin: Verdächtiger wird freigesprochen

Der Ball liegt im Tor: Ramona Bachmann begibt sich nach ihrem Treffer zum 2:1 auf die Jubeltour.
FRAUEN-EM

Schweiz wieder im Rennen

Die Ewige Stadt trocknet aus - derzeit droht Rom eine Wasserrationierung.
ITALIEN

Rom geht das Wasser aus

Zur Bergung der Verletzten standen mehrere Helikopter und Ambulanzen sowie rund 75 Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Polizisten im Einsatz. (Symbolbild)
UNFALL

18 Verletzte bei Polterabend in Wohlen AG

Goldmedaille im U23-Leichtgewichts-Doppelvierer an der U23-WM in Plovdiv für (v.l.n.r.): Julian Müller, Pascal Ryser, Andri Struzina und Matthias Fernandez.
RUDERN

Innerschweizer holen WM-Gold im U23-Doppelvierer

Zur klassischen Ansicht wechseln