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19.10.2016 09:11

Ein luftiger Balanceakt

  • Elegant und grazil: «Balance» von Beat Martig.
    Elegant und grazil: «Balance» von Beat Martig.
OBERÄGERI ⋅ Von überall her kamen die Kunstwerke für eine Skulpturenschau. Eine filigrane Walliserin blieb – und steht seither mitten im Dorf.

Im Sommer 2013 veranstaltete die Gemeinde Oberägeri eine grosse Skulpturenausstellung über fast vier Monate hinweg. Statuen, Plastiken und verwegene Konstruktionen bevölkerten das gesamte Dorf und zogen zahlreiche Schaulustige, Neugierige und Kunstinteressierte an. «Nichts bleibt, wie es war», lautete der Leitspruch, der vom Beginn bis zum Schluss über der Ausstellung schwebte – Teil vom Konzept war die Absicht der Gemeinde, am Schluss der Ausstellung eine der ausgestellten Skulpturen zu erwerben, um sie ins Oberägerer Dorfbild zu integrieren. Die Fachgruppe Kultur und der Gemeinderat entschieden sich für die Eisen-/Bronzeplastik «K22» vom Walliser Künstler Beat Martig.

 

«K22» war allerdings der ursprüngliche Name des Kunstwerks; heute heisst es «Balance», was es für den Betrachter eindeutig besser auf den Punkt bringt: Auf fünf unterschiedlich grossen Reifen hält eine stilisierte Figur – dem Anschein nach eine Frau – graziös das Gleichgewicht. Leicht und tänzerisch «balanciert» sie auf Zehenspitzen über dieser fragilen Anordnung zylinderförmiger Reifen, von denen der grösste als Basiselement fest in der Sockelplatte verankert ist. Dies vermittelt beim Anblick dieses luftigen Balanceaktes wiederum eine gewisse Bodenhaftung.

Vor über 30 Jahren hat der Künstler Beat Martig aus Brig angefangen, Schmiedeeisenskulpturen, die meist Elemente aus gegossener Bronze umfassen, im Wachssandgussverfahren herzustellen. Die Oberflächen der Bronzeteile erzeugen im Zusammenspiel mit der Beschaffenheit der Eisenelemente optisch eine Spannung. Die Skulptur «Balance» hat ihren Platz prominent auf der Grünfläche im kleinen Park zwischen dem Oberägerer Kirchhof und der Hauptstrasse mitten im Dorfzentrum und setzt dort neben dem Brunnen den künstlerischen Akzent.

Der von der Gemeinde für die Anschaffung eines Kunstwerks gewährte Kredit war mit dem Kauf der «Balance» noch nicht ausgereizt, sodass Oberägeri gleich eine zweite Skulptur des Wallisers erwarb. Die «Talwächterin», eine in ihrer Machart ähnliche Figur und ebenso filigran wie grazil, sollte ihren Platz bei der seinerzeit neu fertiggestellten Aussichtsplattform auf der Grindelegg finden.

Hinweis

Mit «Hingeschaut!» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut

Andreas Faessler

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