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10.06.2015 00:00

Erinnerung an die Kirschwasser-Gesellschaft

  • Das Wappen aus Sandstein ist alles, was vom einstigen
Hauptsitz der Kirschwasser-Gesellschaft übrig blieb.
    Das Wappen aus Sandstein ist alles, was vom einstigen Hauptsitz der Kirschwasser-Gesellschaft übrig blieb. | Bild Werner Schelbert
ZUG ⋅ Ein formschönes Relikt aus Sandstein erinnert an den Hauptsitz des Traditionsunternehmens. Seine Erhaltung ist einem glücklichen Umstand zu verdanken.

Unser heutiges «Fundstück» ist zwar über 140 Jahre alt, an seinem jetzigen Ort ist es jedoch erst seit ziemlich genau zwei Jahren zu sehen. Eingelassen in der hüfthohen Mauer an der Chamerstrasse auf Höhe ref. Kirchenzentrum – entdeckt der Vorbeikommende eine bemerkenswerte Wappenkartusche aus Sandstein. Wo das 2012 vollendete neue reformierte Kirchenzentrum steht, befand sich der 1872 erbaute Sitz der 1870 gegründeten Kirschwasser-Gesellschaft Zug, die als solche bis 1932 bestand.

Am Hauptsitz der Kirschwasser-Gesellschaft machte sich diese gegen aussen erkenntlich mit dem Sandsteinwappen, das wir nun in besagter Mauer betrachten können. Mittig das Wappen Zugs aufweisend, wachsen der mit Voluten geschmückten Kartusche zwei Kirschenzweige aus den Seiten. Das Meisterwerk der Bildhauerkunst befand sich früher über dem seeseitigen Eingang des 2010 abgerissenen Gebäudes. Es ist der Präsidentin der ref. Kirchenpflege, Brigitta Kühn-Waller, zu verdanken, dass die Kartusche nicht ebenfalls der Spitzhacke zum Opfer gefallen ist. Dies nicht zuletzt, weil die Präsidentin selbst einen persönlichen Bezug zum Zuger Traditionsunternehmen hat: Ihr Urgrossvater (†1896) war Verwalter der Kirschwasser-Gesellschaft.

Vor dem Abbruch des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert wurde das Sandsteinwappen behutsam aus der Hausmauer gehoben. Sein Zustand war mitgenommen, haben ihm doch die Jahrzehnte und die Emissionen des Verkehrs auf der Chamerstrasse reichlich zugesetzt. Das Wappen wurde darauf restauriert und konserviert. Es sieht somit wieder aus wie neu.

Am 14. Mai 2013 wurde die in die Gehsteigmauer eingelassene restaurierte Wappenkartusche an der Chamerstrasse feierlich enthüllt. Sie erinnert als einziges Relikt an das abgebrochene Gebäude der Kirschwasser-Gesellschaft.

Andreas Faessler andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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Mit «Hingeschaut!» gehen wir wöchentlich mehr oder weniger auffälligen Details mit kulturellem Hintergrund im Kanton Zug nach. Frühere Beiträge finden Sie unter www.zugerzeitung.ch/serien

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