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PROBEFAHRT

Ein N für Sportlichkeit

Hyundai geht mit einer GTI-Version des i30 auf die Rennstrecke und will sich so ein jüngeres Publikum erschliessen. Eines, das sich gerne durchrütteln lässt.
15.12.2017 | 10:19

Bruno Knellwolf

Dieses Auto sticht ins Auge. Nicht nur wegen seiner Farbe – aber auch. Gezielt wird damit auf ein junges Publikum, das Hyundai vielleicht bis heute nicht auf dem Zettel hatte. Das Blau des Hyundai i30 N polarisiert. Den einen gefällt dessen Frische und Frechheit, die anderen werden an Küchenplättli erinnert. Junge finden das eher cool, die wegen der Farbe, aber vor allem auch der Form eine Leidenschaft erkennen, welche man den Designern von Hyundai bisweilen nicht zugesprochen hat.

Was Qualität und Garantieleistungen betrifft, hat Hyundai schon seit Jahren gute Noten erhalten, was den deutschen Autoherstellern schon einige Male Kopfzerbrechen bereitet hat. Man erinnert sich an den inzwischen zurückgetretenen VW-Konzern-Chef Martin Winterkorn, der sich in einem weltweit gehypten Video über die hohe Qualität eines Hyundais wundert und sich dieselbe wünscht.

Hyundais Hochleistungsmodelle

Mit dem Hyundai i30 N sollen nun eventuell bislang fehlende Emotionen für die südkoreanische Marke entfacht werden. So steht das grosse N im Namen für Hochleistungsmodelle, im Volksmund als GTI-Modelle bezeichnet, und in diesem besondern Fall für Namyang und Nürburgring. Denn auf der Nürburgring-Nordschleife haben die Ingenieure den Hyundai auf seine Rennstrecken-Tauglichkeit getestet. Namyang schliesslich heisst die Stadt in Südkorea, wo das Entwicklungs- und Forschungszentrum von Hyundai steht. Dort arbeiten 11000 Ingenieure.

Entwickelt haben sie einen kleinen Sportwagen mit einem Turbo, der mit dem Overboost 378 Newtonmeter Drehmoment frei lässt. Für solche Raserei gibt es am Steuerrad eine blaue Spezialtaste, auf der eine karierte Zielflagge drauf ist. Beinahe wie bei einem Ferrari. Wird diese ­gedrückt, setzen alle Sinne des Autos auf Sturm. Die Federung wird dermassen hart, dass man jeden Kieselstein auf der Strasse im Rücken spürt. Dann faucht das nur 1584 Kilogramm schwere Auto furchterregend und reagiert blitzschnell auf jede Bewegung am Gaspedal. Schon im Normalmodus muss der Fahrer hart im Nehmen sein in den Sportsitzen mit Seitenhalt, wenn es rattert und knattert. Zudem darf sich ein N-Fahrer nicht an den schnaubenden Renntönen stören. Die Hyundai-Techniker haben ein spezielles Ventil im Auspuffstrang mit zwei Endrohren entwickelt, mit welcher die Akustik je nach Fahrprogramm variiert – ein angepasstes Renn-Brummen. Stören darf er sich auch nicht daran, dass die Renntauglichkeit seinen Tribut an der Tankstelle fordert. Die Werksangabe von gerade mal etwa sieben Litern wird bei weitem übertroffen, auch ohne Einsatz auf dem Nürburgring. Der spritzige 2.0-Liter-Motor ist gekoppelt mit einem präzisen manuellen Sechsgang-Getriebe. Und einem Fahrwerk, das erstmals bei einem Hyundai-Modell elektronisch geregelt wird. Fünf Programme stehen dem Fahrer zur Verfügung: Eco, Normal, Sport, das vorher erwähnte N und auch eine frei programmierbare Einstellung. Bissige Bremsen, eine modifizierter Lenkkinematik, ein griffiges Sportlenkrad gehören auch zum i30 N.

Mehr Platz als gedacht

Trotz aller Sportlichkeit sind die Raumverhältnisse im Hyundai i30 N erstaunlich grosszügig. Fünf Plätze können durch die vier Türen erschlossen werden und im Kofferraum hat sogar die Hundebox Platz. Und an den gängigen Komfort- und Infotainment-Elementen lässt es der Hyundai auch nicht missen. Zudem fliegen viele elektronische Schutzengel wie Notbrems- und Spurassistenten mit, einer für den toten Winkel, den Querverkehr und die Verkehrszeichenerkennung.

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