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CHEFSACHE

Markige Ansage an die Stadt

Chefredaktor Jérôme Martinu zur Luzerner Nordumfahrung (Spange Nord) und zu der Ansage von Regierungsrat Robert Küng an die Stadt.
13.01.2018 | 09:22

«Die Stadt kann nicht einfach den Verkehr an der Grenze zurückhalten.» Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng (FDP) macht klar, dass die Stadt Luzern eine verkehrspolitische Horizonterweiterung braucht. Zur Ergänzung des Autobahnprojekts Bypass sei die Spange Nord – besser: Nordumfahrung! – unerlässlich. Die Stadt habe als Zentrum eine Gesamtverantwortung und müsse entsprechend die Agglomeration berücksichtigen. Der Baudirektor geht gar so weit, dass er das Projekt gegen den Willen der Stadt vorwärtstreiben will, wenn die Kompromisssuche scheitert.

Die regierungsrätlichen Aussagen haben es doppelt in sich. Da ist zum einen die Stärke der Ansage: Noch kaum je hat man Robert Küng so markig gehört. Die gewählte Deutlichkeit ist berechtigt, hat der Regierungsrat doch die Auf­gabe, sich mit bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des gesamten Kantons einzusetzen – und darum darf er im Einzelfall durchaus eine Verhandlung eskalieren lassen. Derart klare Ansagen wünschte man sich vom Regierungskollegium durchaus auch auf anderen Baustellen.

Auf der verkehrspolitischen Ebene macht Küng kompromisslos klar, dass der Bypass nur mit einer kompletten Nordumfahrung funktioniert, Vorteile für den ÖV inklusive. Logisch: Es braucht die Brücke westwärts über die Reuss, um den Verkehr von zwei Seiten her zum und weg vom Autobahnknoten Lochhof zu führen. Denn die Kapazität ostwärts ist beschränkt. Klar ist aber auch: Die regierungsrätliche Zufahrtslösung Schlossberg ist nach wie vor ungenügend. Die Verlängerung des Tunnelabschnitts im Friedental in Ehren, aber die heikle Quartierzone liegt nicht beim Friedhof, sondern eben im Gebiet Schlossberg. Noch ist genug Zeit für Verbesserungen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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