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Sie sollten sich hinter Israel stellen

«Jerusalem: Dieser Alleingang ist ein Schlag ins Wasser», Ausgabe vom 13. Dezember
15.12.2017 | 04:39

Die Analyse des UNO-Korrespondenten Pierre Simonitsch ist leider einseitig und unvollständig. Vergessen wir nicht, dass es gerade Staaten wie Frankreich, Grossbritannien und Italien waren, welche sich jahrzehntelang gegen die Unabhängigkeit ihrer Kolonien gewehrt haben. Nun spielen sie sich plötzlich als Friedensapostel auf. Deutschland hält sich aufgrund der Holocaust-Vergangenheit zurück.

Die Hauptstadt Israels ist Jerusalem, egal, wie viele Staaten ihre Botschaften oder Konsulate in Tel Aviv unterhalten. Unter israelischer Herrschaft haben heute alle Glaubensrichtungen freien Zugang zu ihren heiligen Stätten. Fakt ist aber auch, dass Israel aufgrund der Aggression arabischer Staaten und terroristischer Gruppierungen acht (!) Kriege geführt hat. Und seien wir mal ehrlich: Auch die sogenannte Zweistaatenlösung – propagiert von Ost und West – birgt nur Gefahren. Zu viele arabisch-muslimische Macht­haber würden nur zu gerne ihren Einfluss in einem solchen labilen Staatsgebilde wie Palästina ausüben – natürlich zu Ungunsten von Israel.

Wäre es also nicht zielführender, wenn sich der Westen endlich einmal geschlossen hinter Israel stellen würde? Die im Artikel erwähnte überraschende «Gleichgültigkeit der arabischen Regierungen und Öffentlichkeit» sollte uns deutlich vor Augen führen, dass das palästinensische Volk in jenen Kreisen keine echten Fürsprecher hat, sondern seit Jahrzehnten in eine willkom­mene Opferrolle gedrängt wird, um den jüdischen Staat Israel zu diffamieren und zu attackieren. Im aktuellen Konflikt um den Status von Jerusalem sehen wir zurzeit weniger konstruktive Lösungsvorschläge als vielmehr ein Wiederaufflammen primitiver antisemitischer Vorurteile und Haltungen. Insofern ist Trumps «Schlag ins Wasser» vielleicht eine durchaus sinn­volle Aktion, insbesondere wenn die nachfolgenden Wellen Bewegung in den festgefahrenen Friedensprozess bringen.

 

Peter Joos, Beckenried

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