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Deshalb erhalten Kinder weniger Schutz

«Neujahr bedeutet für viele Geburtstag», Ausgabe vom 30. Dezember
14.01.2018 | 04:38

Diese Zeitung berichtete über die vielen Asylsuchenden und geflüchteten Menschen, die am 1. Januar Geburtstag haben. Dabei lässt sie ausser Acht, dass weniger der Tag und der Monat wichtig sind, sondern dass der Jahrgang die ausschlaggebende Rolle spielt.

Sobald unbegleitete flüchtende Kinder nämlich in die Schweiz kommen, können sie aufgrund der ungenauen Altersbestimmung, oft durch die Handknochenanalyse, als erwachsene Menschen registriert werden. Diese Methode ist, wie auch die anderen im Bericht erwähnten, ungenau und daher sehr fehleranfällig.

Aufgrund dieses Verfahrens bekommen so noch eigentliche Kinder weniger Schutz und können problemloser ausgeschafft werden. Obwohl im Artikel von viel Unterstützung die Rede ist, haben wir durch regelmässige Auseinandersetzung mit falsch registrierten, sehr jungen geflüchteten Menschen erfahren, dass ihnen oft keine Möglichkeit gegeben wird, zu beweisen, dass sie noch Kinder sind. Ausserdem ist es sehr fraglich, wie Minderjährige laut Artikel die Beweislast ihrer Minderjährigkeit tragen sollen. Wir plädieren für die Abschaffung der Altersbestimmung durch die im Artikel beschriebenen Methoden und für einen sorgfältigen Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Sie erhalten dadurch die Chance, sich altersgemäss zu entwickeln und in ihren Stärken gefördert zu werden.

 

Mirjam Rüttimann und Anna-Lea Rohrer, Alpnach Dorf

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