zurück

Kanton Luzern: Der Finanzkonsens fehlt

Zum Leserbrief «Finanzpolitik des Kantons: ‹Das Luzerner Volk weiss genau, was es will›», Ausgabe vom 11. Januar
14.01.2018 | 04:38

Ich würde ja so gerne mit Herrn Camenisch frohlocken darüber, dass es der Bevölkerung des Kantons Luzern «besser als je zuvor» geht. Aber Exgüsi, irgendwie habe ich noch eine andere Sicht – wohl vermittelt durch die «asymmetrische und evident tendenziöse Berichterstattung» der Medien. Diese schreiben nämlich laufend von Sparübungen bei der Bildung, bei der Kultur, beim Sozialen, bei der Umwelt, bei ..., bei ... (mit seiner Sparhysterie hat es der Kanton Luzern sogar zur Lachnummer ins tendenziöse Medium «Die Zeit» geschafft). Das elend «schrille Geschrei» im «linken Dunstkreis» hat mir wohl den Blick vernebelt auf das Erfolgsmodell Steuerreform! Ich arbeite aber heftig daran, einzusehen, dass es mit einer zahlenmässigen Zunahme von Firmen getan ist – fiskalischer Erfolg und Wertschöpfung sind da irrelevant. Doch ich bin bald so weit, Herr Camenisch, denn schon morgen werde ich wieder irgendwo vom Erfolgsmodell Steuerreform lesen ... und wohl bald mit Ihnen zusammen juchzen!

 

Peter Fischer, Kriens

1913 neue Firmen sind gemäss dieser Zeitung im letzten Jahr neu im Kanton Luzern ins Handelsregister eingetragen worden. Unter den Kantonen hat der Kanton Luzern mit einem Nettowachstum von 3,6 Prozent am meisten zugelegt. Neu ist diese Gründerstimmung nicht. Auch in den vorhergehenden Jahren war Luzern top. Davon zeugen die mehr als 10000 neu geschaffenen Vollzeitstellen in nur fünf Jahren. Darauf können wir stolz sein. Nur die SP versucht bei jeder Gelegenheit, diese Fakten schlechtzureden. Weshalb bloss? Neue Firmen brauchen etwas Zeit, bis sie Gewinne schreiben und dadurch die Unternehmenssteuern ansteigen lassen. Diese Unternehmen bieten aber von Beginn an Arbeitsplätze und zahlen Löhne. Deshalb widerspiegeln sich die Steuererträge primär bei den natürlichen Personen: 2012, im Jahr der Halbierung der Unternehmenssteuern, zahlten die natürlichen Personen 745,2 Mio. Fr. Steuern, während es 2016 bereits 903,2 Mio. Fr. waren. Das sind 158 Mio. Fr. mehr. Der Grund liegt in der stark gestiegenen Anzahl Steuerpflichtiger, also primär bei den neu geschaffenen Arbeitsplätzen in der Luzerner Wirtschaft. Jetzt noch ernsthaft behaupten zu wollen, die Steuerstrategie hätte ihr Hauptziel, die Schaffung von Arbeitsplätzen und damit Wohlstand, eine moderate Steuerbelastung und sozialen Ausgleich für die Schwächeren in der Gesellschaft nicht erreicht, liegt falsch. Gejammert wurde schon immer. Fragt sich bloss, ob es manchmal nicht etwas unanständig ist, auf welchem Niveau und im Vergleich zu wem gejammert wird.

 

Heidi Scherer, Kantonsrätin FDP, Meggen

 

Viele Bürger und Steuerzahler haben Diskussionen über tiefere oder höhere Steuern satt. Volk und Parlament sind in zwei Lager gespalten. Die Regierung gibt Fehler bei der Kommunikation über den neuen Finanzausgleich zu. Verbandsvertreter aller Schattierungen und die politischen Fraktionen im Grossen Rat vertreten jeweils ihre ideologischen Standpunkte. Kurz und bündig: Senkt man die Unternehmenssteuern und die allgemeinen Steuern, wird immer unisono zugestimmt. Stellen Behörden und Fachleute fest, dass Gelder in der Staatskasse fehlen, sind die Steuern schrittweise zu erhöhen. Es fehlen je länger, je mehr Köpfe in allen Gruppierungen, die den Konsens suchen und finden.

 

Albert Kuhn, Sempach Station

Weitere Artikel