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Thema Kopftuch: Nur die Spitze des Eisbergs

Zur Analyse «Nicht zu Ende gedacht», Ausgabe vom 5. Januar
14.01.2018 | 04:38

«Eine Arbeitsgruppe der CVP Schweiz plädiert dafür, das Kopftuch muslimischer Schülerinnen an öffentlichen Schulen zu verbieten. Das Vorhaben und die vorgebrachten Argumente verkennen die Tatsachen rund ums Kopftuch grundlegend.» Dies schreibt Andreas Tunger-Zanetti. Wäre es möglich, dass er nie als Lehrer an einer Oberstufenklasse mit einem Anteil an muslimischen Kopftuchträgerinnen gearbeitet hat? Ich denke mal, ja, denn ansonsten würde er die ganze Problematik nicht nur aufs «Kopftuch» reduzieren. Allem Anschein nach gibt es muslimische Schülerinnen, die weder im Schwimmunterricht noch in einem Schullager anzutreffen sind. Schülerinnen, die der Lehrperson weder zum Unterrichtsbeginn noch zum Unterrichtsende die Hand reichen. Diese Art von schulischem Alltag kenne ich. Dass sich dabei der überwiegende Teil der Lehrerschaft angesichts dieser Problematik die Hände nicht verbrennen will, wer will es ihnen verübeln? Mehr noch, sie halten sich geflissentlich an Herrn Tunger-Zanettis Aussage: «Um die eigene religiöse Identität zu entwickeln, ist die Volksschule ein wichtiger Raum. Alle sollen hinein, so verschieden, wie sie sind.» Ich gehöre weder der CVP noch einer andern Partei an. Dafür werfe ich meinen gesunden Menschenverstand in die Waagschale. Das Thema Kopftuch ist nur die Spitze des Eisbergs. Wehret den Anfängen. Ich meine, das Verbot ist zwingend.

 

Walter Meier, Hergiswil

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