Digital
14.03.2017 17:16

Das Gute, Schlechte und Besondere an der Nintendo Switch

  • Die Nintendo Switch im Heimkonsolenformat.
    Die Nintendo Switch im Heimkonsolenformat. | PD
  • Die beiden Joycons sind nur für grössere Hände unbequem.
    Die beiden Joycons sind nur für grössere Hände unbequem. | PD
  • Die Nintendo Switch für unterwegs.
    Die Nintendo Switch für unterwegs. | PD
  • Bei «1,2 Switch» kann man sich als Comboy versuchen.
    Bei «1,2 Switch» kann man sich als Comboy versuchen. | PD
  • …oder als Bauer.
    …oder als Bauer.
  • «Legend of Zelda: Breath of the Wild» ist einer der Startitel der Switch.
    «Legend of Zelda: Breath of the Wild» ist einer der Startitel der Switch. | PD
  • Zelda lässt den Spieler eine riesige Welt völlig frei erkunden.
    Zelda lässt den Spieler eine riesige Welt völlig frei erkunden. | PD
VIDEOSPIELE ⋅ Die neue Nintendo Switch ist seit diesem Monat im Handel – und schweizweit ausverkauft. Lohnt es sich, bei der nächsten Lieferung zuzuschlagen? Die Konsole im Test.

Wie schon bei anderen Konsolen hat Nintendo mit der Switch vieles richtig gemacht – vergisst jedoch einige Kleinigkeiten. Das Innovativste an der Hardware ist die Tatsache, dass sie zwei Formen hat – eine für zu Hause und eine für unterwegs. Nintendos Idee funktioniert: Der Wechsel zwischen TV- und Tablet-Modus ist reibungslos und schnell. Ob sich das Konzept wirklich im Alltag durchsetzen wird, muss sich noch zeigen. Die Möglichkeit, Heimkonsolenspiele unterwegs mitnehmen zu können, ist aber eine erfrischende Erfahrung.

Die portable Variante wirkt anfangs zwar etwas gross, liegt aber gut in der Hand. Auch die beiden Controller, Joy-Cons genannt, lassen sich leicht abnehmen und werden sofort erkannt. Der kleine Bildschirm bietet zwar nicht die höchste Auflösung, überzeugt aber mit lebendigen Farben und guter Soundqualität. Trotzdem gibt es einige technische Macken: Der Bildschirm kann zwar auf einer ebenen Fläche aufgestellt werden, kann aber nicht gleichzeitig geladen werden, da sich der Anschluss auf der Unterseite der Konsole befindet. Ausserdem gibt es keine Möglichkeit, Bluetooth-Kopfhörer anzuschliessen – ein Standard, den man von modernen Geräten durchaus verlangen kann.

Mangelhaft ist auch die Ladestation, Dock genannt, in der die Hauptkonsole hineingelegt wird, um sie aufzuladen oder mit dem TV zu verbinden. Es handelt sich dabei nur um ein Stück Plastik, der wenig Schutz liefert. Einige Benutzer haben sogar berichtet, der Dock habe ihren Bildschirm zerkratzt. Nutzer sollten in eine Schutzfolie investieren. Auch machen sich beim Spielen am Fernseher seltene Ruckler bemerkbar, deren Ursache aber in den Spielen und nicht in der Konsole liegen könnte. Die Joy-Cons selbst liegen gut in der Hand. Leute mit grösseren Händen werden zwar etwas mehr Mühe haben, der mitgelieferte Halter ist zum Glück eine bequeme Alternative. Wer einen normalen Controller will, muss rund 70 Franken mehr für einen Pro Controller ausgeben. Kurz vor dem Release der Switch gab es einige Berichte über Verbindungsstörungen beim linken Joy-Con, das Problem tauchte aber bei unseren Tests kein einziges Mal auf.

Ein grosses Abenteuer oder viele Mini-Spiele

Nintendo selbst liefert zum Start zwei grössere Titel, «Legend of Zelda: Breath of the Wild» und «1,2 Switch». Die beiden Spiele könnten nicht unterschiedlicher sein: Während Zelda durch seine immense Freiheit und ambitiöse Grösse fasziniert, wirkt das Partyspiel eher wie eine Kurzdemonstration der Joy-Cons. Die darin enthaltenen 28 Mini-Spiele sind zum Teil nur Variationen voneinander. Obwohl sich darunter einige clevere und spassige Spiele befinden, beispielsweise ein Revolverduell oder virtuelles Kuhmelken, ist das Gesamtpaket zu klein – und der Preis zu teuer. Zelda bietet Spielern hingegen eine riesige Welt zum Erkunden. Es fällt schwierig, darin nicht ständig von etwas Neuem abgelenkt zu werden. Das Spiel stellt einige Grundelemente der Serie auf den Kopf und geht in anderen Bereichen zurück zu den Wurzeln, die mit dem ersten «The Legend of Zelda» 1986 gepflanzt wurden. Fans sollten sich aber von neuem Anstrich nicht abschrecken lassen – «Breath of the Wild» ist ein grossartiges Abenteuerspiel.

Doch reicht ein Titel, um eine ganze Konsole zu verkaufen? Scheinbar schon. Die Switch verkauft sich besser als jede andere Nintendo-Konsole zuvor. Allein in den USA wurden in den ersten sechs Tagen 600'000 Konsolen verkauft. Nintendo-Fans haben bereits zugeschlagen, doch was ist mit dem Rest? Abwarten lautet die Devise. Noch ist der Preis zu hoch (350 Franken) und die Spielbibliothek zu klein, um die Switch gänzlich empfehlen zu können. Natürlich gibt es neben den beiden Nintendo-Spielen noch weitere von Drittanbietern, die Auswahl ist aber dünn. Auch stören die kleinen technischen Mängel, die aber möglicherweise in einer zweiten Variante behoben werden könnten. Besonders gegen Weihnachten, wenn auch Super Mario sein Debüt auf der Switch feiern wird, könnte das Fazit ganz anders lauten.

Federico Gagliano

federico.gagliano@luzernerzeitung.ch

Hinweis
Die Nintendo Switch kostet in der Schweiz rund 350 Franken. Die Spiele gibt es ab 50 («1,2 Switch»), respektive 70 Franken («Legend of Zelda: Breath of the Wild»).

Videos zum Artikel (1)

  • Die Nintendo Switch für unterwegs.

    So funktioniert die Nintendo Switch

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