International
20.04.2017 08:47

Kindern fällt Strassenüberquerung schwer

  • Das sichere Überqueren einer vielbefahrenen Strasse fällt Kindern bis zum Teenager-Alter schwerer als Erwachsenen. Warum dies so ist, erklärt eine neue Studie. (Archiv)
    Das sichere Überqueren einer vielbefahrenen Strasse fällt Kindern bis zum Teenager-Alter schwerer als Erwachsenen. Warum dies so ist, erklärt eine neue Studie. (Archiv) | Keystone/DPA dpa-Zentralbild/Z1022/_PATRICK PLEUL
VERKEHRSSICHERHEIT ⋅ Erst links gucken, dann rechts und noch mal links. Das bekommen Kinder gesagt, wenn sie lernen sollen, eine vielbefahrene Strasse sicher zu überqueren. Warum ihnen das bis zum Teenager-Alter trotzdem schwerer fällt als Erwachsenen, erklärt eine neue Studie.

Die Kinder könnten zum einen die Grösse von Lücken zwischen zwei Autos schwer einschätzen, berichten US-Forscher im "Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance". Zum anderen kämen sie oft nicht schnell genug vom Trottoir los, wenn sich eine Möglichkeit zum Überqueren biete.

Jodie Plumert und ihre Mitarbeiter von der University of Iowa hatten Kinder im Alter von 6, 8, 10, 12 und 14 Jahren in einer virtuellen 3D-Umgebung eine Strasse überqueren lassen. Die Kinder hatten es somit nicht mit echten Autos zu tun, sondern sahen diese nur in einem Film auf sich zukommen - allerdings sehr realitätsgetreu.

"Viele der Kinder streckten ihre Hand aus und versuchten die Autos zu berühren", erzählt Mitautorin Elizabeth O'Neal. Die Autos fuhren mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Stundenkilometern. Zwischen einem Fahrzeug und dem nächsten lagen zeitliche Lücken von zwei bis fünf Sekunden. Als Kontrollgruppe dienten Erwachsene.

Die sechsjährigen Kinder wurden in acht Prozent der Überquerungsversuche von einem Auto angefahren, ergab die Untersuchung. Mit zunehmenden Alter wurden die Kinder immer sicherer im Strassenverkehr: Bei den Achtjährigen gab es nur noch in sechs Prozent aller Versuche einen Zusammenstoss, bei den Zehnjährigen in fünf Prozent und bei den Zwölfjährigen nur noch in zwei Prozent. Die 14-Jährigen sowie die Erwachsenen hatten keine Unfälle.

Eingeschränkte Fähigkeiten berücksichtigen

Zwei Dinge machten den Kindern beim Überqueren das Leben schwer, erläutern die Wissenschaftler: Sie müssen abschätzen, ob eine Lücke zwischen zwei Autos gross genug ist, um auf die andere Seite zu kommen und dabei die Geschwindigkeit der Fahrzeuge berücksichtigen. Vor allem kleinere Kinder hatten dabei Schwierigkeiten, fanden die Forscher.

Die zweite Herausforderung für die Kinder ist, die Strasse rechtzeitig zu betreten, wenn sich eine Lücke bietet. "Die meisten Kinder wählten gleichgrosse Lücken wie die Erwachsenen zum Überqueren der Strasse", erläutert O'Neal. "Aber sie sind nicht in der Lage, das Losgehen in den Verkehr zeitlich genauso gut abzupassen." Letztlich hätten sie so weniger Zeit zum Überqueren der Strasse.

Eltern sollten diese eingeschränkten Fähigkeiten der Kinder berücksichtigen, wenn sie ihnen beibringen, wie man sich im Strassenverkehr verhält. Sie sollten etwa lernen, lieber auf grössere Lücken zu warten als schnell über die Strasse gelangen zu wollen. (sda/dpa)

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