International
14.11.2017 21:36

Putschgerüchte in Simbabwe

  • Die erhöhte Truppenpräsenz in den Strassen von Simbabwes Hauptstadt Harare wird als Zeichen für einen möglichen Putschversuch gedeutet. (Symbolbild) (© KEYSTONE/AP/TSVANGIRAYI MUKWAZHI)
    Die erhöhte Truppenpräsenz in den Strassen von Simbabwes Hauptstadt Harare wird als Zeichen für einen möglichen Putschversuch gedeutet. (Symbolbild) | KEYSTONE/AP/TSVANGIRAYI MUKWAZHI
SIMBABWE ⋅ Angesichts einer höheren Truppenpräsenz in der Hauptstadt hat es in Simbabwe Spekulationen über einen möglichen Militärputsch gegeben. Augenzeugen berichteten am Dienstag zudem von mehreren gepanzerten Militärfahrzeugen auf dem Weg nach Harare.

Die Putsch-Befürchtungen kamen einen Tag nachdem der Oberkommandeur der Streitkräfte, General Constantino Chiwenga, der Regierung von Langzeitpräsident Robert Mugabe (93) öffentlich gedroht hatte, die Armee sei angesichts der Krise im Land bereit "einzuschreiten".

Simbabwes Regierungspartei wirft dme Armeechef "verräterisches Verhalten" vor. Chiwengas Haltung ziele klar darauf ab, "den Landesfrieden zu stören" und "einen Aufstand anzustacheln", erklärte ein Sprecher der Zanu-PF von Präsident Robert Mugabe am Dienstag.

Die Gründe für das Militäraufgebot blieben zunächst allerdings unklar. Es könnte sich dabei auch um ein Routinemanöver gehandelt haben. Der Militärsprecher gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Eine Bürgerin in Harare, Vivian Chinhengo, sagte jedoch, dass im Zentrum der Stadt an fast jeder Kreuzung Soldaten zu sehen seien, was "sehr ungewöhnlich" sei. Ein anderer Augenzeuge, Clement Gomo, sagte, er habe bei der Fahrt ins westliche Chinhoyi mehrere gepanzerte Fahrzeuge in Richtung Harare fahren sehen.

Ein Mitarbeiter von Präsident Mugabe sagte, der Staatschef gehe wie gewohnt seinen Amtsgeschäften nach. Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa sah Mugabes Dienstwagen und Wagenkolonne am Nachmittag wie üblich am Amtssitz des Präsidenten geparkt.

Kritische Haltung gegenüber First Lady

Mugabe hatte vergangene Woche seinen langjährigen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa gefeuert, einen Verbündeten von Armeechef Chiwenga. Die beiden gelten als Kritiker von First Lady Grace Mugabe, die ihrem Mann nachzufolgen hofft. Chiwenga hatte Mugabe deswegen kritisiert und ihn dazu aufgefordert, keine weiteren erfahrenen Parteimitglieder mehr abzusetzen.

Mnangagwa war mehrmals mit der 52-jährigen Präsidentengattin Grace Mugabe aneinander geraten, die mit ihm um die Nachfolge des 92-jährigen Präsidenten wettgeeifert haben soll. Die Amtsenthebung von Vizepräsident Emmerson Mnangagwa war das jüngste Anzeichen der zunehmenden politischen Instabilität in Simbabwe.

Präsident Mugabe ist Afrikas ältester Staatschef und regiert Simbabwe seit 37 Jahren mit harter Hand. Trotz seines hohen Alters weigerte er sich bisher, einen Nachfolger zu benennen. Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr will er erneut antreten. Allgemein wird damit gerechnet, dass sein Amt erst mit seinem Tod frei wird. (sda/dpa)

Meist gelesene Artikel

Der Lenker liess seinen Bentley im Zugersee stehen und machte sich mit seinem Beifahrer davon. (© Bild: Zuger Polizei (Zug, 22. November 2017))
ZUG

Autolenker parkiert seinen Bentley mitten in der Nacht im Zugersee

Der Sturm fällt diesen Baum in der Stadt Luzern. (© Symbolbild Pius Amrein)
NATUR

Stadt Luzern sägt 134 Bäume um

Die Unfallstelle zwischen Entlebuch und Finsterwald. (© Bild: Luzerner Polizei (Entlebuch, 22. November 2017))
ENTLEBUCH

Autofahrer entsteigt diesem Wrack leicht verletzt

Der damalige Geschäftsführer wollte bei den AHV- und IV-Beiträgen sparen. Das war keine gute Idee. (© Themenbild Nadia Schärli / Neue LZ)
LUZERN

Neues Zentrum für Versicherungen: Fusion kostet 32 Stellen

Am Black Friday gewähren zahlreiche Verkaufsläden ungewöhnlich hohe Rabatte. (© Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 25. November 2016))
EINKAUFEN

Black Friday – Start zum Weihnachtsshopping

Der Samichlaus kommt trotz Personalmangel bei den Pfarreien zu den Kindern. (© Symbolbild: Manuela Jans-Koch)
PERSONALMANGEL

Samichlaus-Krise in Kriens

In Honduras, El Salvador, Guatemala und Mexiko haben Morde an Frauen und Gewalt gegen Frauen laut der UNO "epidemische" Ausmasse erreicht. (Symbolbild) (© Keystone/AP/Musadeq Sadeq)
GEWALT

Das ist die gefährlichste Region der Welt für Frauen

Der Wiehnachtsmärt Hochdorf findet traditionell am ersten Advent-Wochenende statt . (© Bild: PD)
WINTER

Besinnlich, gesellig, ausgezeichnet: Das sind die 40 Weihnachtsmärkte in Luzern

Der Alarm löste ein Grossaufgebot der Feuerwehr Altdorf aus. (© Bild: Florian Arnold (Altdorf, 23. November 2017))
URI

Starke Rauchentwicklung in Mehrfamilienhaus in Altdorf

Das Fahrzeug eines 50-jährigen Lenkers war mehrere Meter durch die Luft geflogen, bis der Wagen schliesslich in ein Haus prallte. (© Kantonspolizei Thurgau)
VERKEHRSUNFALL

Nach Autobahnfahrt die Kontrolle verloren

Zur klassischen Ansicht wechseln