International
19.05.2017 07:19

Kommentar

Schrecken ohne Ende

Renzo Ruf über die Auswirkungen der Einsetzung eines Sonderermittlers zu den Beziehungen zwischen Trumps Wahlkampfberatern und russischen Regierungskreisen.

Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht für die Republikaner im Allgemeinen und das Weisse Haus im Speziellen: Mit Ex-FBI-Chef Robert Mueller nimmt sich nun ein Sonderermittler der mutmasslichen Connection zwischen Wahlkampfberatern Donald Trumps und russischen Regierungskreisen an. Robert Mueller gilt in der US-Hauptstadt als integer; er wird seine Ermittlungen fern der Fernsehkameras durchführen und die täglichen Enthüllungsmeldungen über die angeblichen Verfehlungen von Figuren wie Mike Flynn und Paul Manafort stoppen. Die republikanische Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus kann sich damit wieder ungestört der Umsetzung des Wahlprogramms zuwenden.

Die schlechte Nachricht für die Republikaner? Mueller gilt als hartnäckig und detailversessen. Zusammen mit seinem Team wird der ehemalige FBI-Direktor buchstäblich jeden Stein umdrehen, um herauszufinden, ob die Russen auf die direkte oder indirekte Unterstützung von Amerikanern zählen konnten, als sie den Wahlkampf 2016 zu beeinflussen suchten. Hinzu kommt: Mueller besitzt die ausdrückliche Erlaubnis, sein Mandat im Zuge der Ermittlungen auszuweiten.

Mag sein, dass hochrangige Trump-Vertraute keinen Landesverrat begangen haben, wie der Präsident regelmässig versichert. Bis zum Beweis des Gegenteils gelten Figuren wie Flynn jedenfalls als unschuldig. Aber zum jetzigen Zeitpunkt, basierend auf den vorliegenden Informationen, ist schwer vorstellbar, dass sie nach Abschluss der Mueller-Untersuchung einen einwandfreien Leumund haben werden. Das dicke Ende für Präsident Trump kommt noch.

Renzo Ruf, Washington

nachrichten@luzernerzeitung.ch

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Asiatische Touristen auf dem Weg nach Rigi Kulm.
TOURISMUS

Auf den Berg zum halben Preis: Für Touristen kein Problem

Das Komitee Zimmerberg light will diesen Tunnel durch einen neuen, doppelspurigen ersetzen.
BAHN

So teuer ist der Billig-Tunnel

Corinne Imbach, OK-Präsidentin des Luzerner Fest.
LUZERNER FEST

OK-Präsidentin Corinne Imbach: «Wir hätten lieber weniger Besucher»

GESETZESENTWURF

Chefs der Luzerner Kantonsbetriebe müssen Löhne offen legen

Der Alpnacher Kranzschwinger Stefan Gasser (rotes T-Shirt) ist sich nicht zu schade, beim Aufbau der Arena tatkräftig mitzuhelfen.
ALPNACH

Er packt schon vor dem Anschwingen an

Das Logo auf einem Einsatzwagen der Kantonspolizei Nidwalden.
OBERDORF

Auffahrkollision in Oberdorf

Der Finanzausgleich der Luzerner Gemeinden.
FINANZAUSGLEICH

Hochdorf gewinnt – Malters verliert

Bartgeier-Weibchen BG960 oder «Senza» ist abgestürzt.
MELCHSEE-FRUTT

Bartgeier-Weibchen war ihnen ans Herz gewachsen

Sie konnten sich gestern im Theater Uri feiern lassen: die 79 jungen Berufsleute.
ALTDORF

Lehrabschluss-Feier: Begeisterung, Ehrgeiz und Wille

An dieser Kreuzung in Ermensee verunfallte ein Velofahrer so schwer, dass er später im Spital starb.
ERMENSEE

Velofahrer stirbt nach Sturz

Zur klassischen Ansicht wechseln