Kultur
19.04.2017 11:05

Der Maler Fernando Botero wird heute 85

  • Fernando Botero vor einer seiner Skulpturen. Der kolombianische Künstler wird heute 85. (Archivbild)
    Fernando Botero vor einer seiner Skulpturen. Der kolombianische Künstler wird heute 85. (Archivbild) | Keystone/EPA/MARIO GUZMAN
HAPPY BIRTHDAY! ⋅ Der kolumbianische Künstler Fernando Botero, bekannt für seine runden Frauen, wird heute 85. Damit er sich nicht zu alt fühlt, dürfen ihn seine Enkel nicht "Opa" nennen, sondern nur "Fer", wie die Zeitung "El Tiempo" berichtet.

"Ich habe nie eine dicke Frau gemalt", betonte er mal ironisch. Dabei hat er es zu Weltruhm gebracht mit seinen üppigen Damen. Für ihn sind das aber keine dicken Frauen, sondern der künstlerische Ausdruck einer Verherrlichung der Sinnlichkeit und des Lebens. "Ich gebe allem Volumen: einem Tier, einem Mann, einem Pferd, einer Landschaft, was es auch sei. Grosszügigkeit und Üppigkeit stehen für mich in enger Verbindung mit der Sinnlichkeit."

Seinen unverkennbaren Stil begann Botero 1956 in Mexiko zu entwickeln, als er eine Mandoline malte. "Als ich das Loch im Musikinstrument malte, sah ich, dass es sehr klein war und die Mandoline dadurch grösser wirkte. Da sagte ich mir: hier ist etwas geschehen. Ich begann hierüber nachzudenken", erzählte er in Mexiko-Stadt bei einer Retrospektive.

Der malende Torero

Fernando Botero wurde 1932 in Medellín geboren. Sein Vater starb früh und hinterliess der Familie nur wenig. Ein vom Stierkampf begeisterter Onkel schickte Botero mit 15 Jahren in die Torero-Schule. Doch anstatt mit den Stieren zu kämpfen, zeichnete der Junge sie. Er fand Arbeit als Illustrator bei der Zeitung "El Colombiano" und gewann einen Kunstpreis in Bogotá. Mit dem Geld reiste er nach Europa, wo er vor allem in Italien die Künstler der Renaissance studierte.

In Mexiko beschäftigte er sich später mit den Wandgemälden von Diego Rivera und José Clemente Orozco. Auch die lateinamerikanische Tradition der indianischen Kirchenmalerei in ihrer Farbenpracht sowie das Werk von Pablo Picasso und Georges Braque hatten Einfluss auf Botero.

In New York entdeckten ihn 1969 zwei deutsche Kunsthistoriker und Kuratoren, Dietrich Mahlow und Klaus Gallwitz. Sie luden den noch recht unbekannten Künstler nach Deutschland und organisierten Ausstellungen mit seinen Werken. Ab da ging es bergauf mit seiner Karriere. Seine über 3000 Bilder und 300 Skulpturen stehen in Museen und auf öffentlichen Plätzen in 60 Städten und erreichen Rekordpreise. (sda/dpa)

Meist gelesene Artikel

Crystal Meth ist eine hoch konzentrierte und hoch gefährliche Designerdroge.
LUZERN

Hohe Methamphetamin-Konzentration im Abwasser

«Ich fühle mich freier und klarer», sagt Florian Raatz über sein erstes Jahr ohne Zucker.
ERNÄHRUNG

«Für mich ist Zucker eine Droge»

Werner Schnüriger ist der neue Gallivater.
FASNACHT

Kriens hat einen neuen Gallivater

Stefan Otz, CEO der Rigi Bahnen AG, weht ein rauer Wind entgegen.
SCHWYZ

Rigibahnen-CEO Stefan Otz: «So verträgt es noch mehr Gäste am Berg»

Mario Gattiker, Chef Staatssekretariat für Migration (SEM), im SEM-Gebäude in Wabern.
FLÜCHTLINGE

Staatssekretär Mario Gattiker: «Migrationsdruck wird enorm bleiben»

Stets zu Diensten: Freddy Vonwyl als selbst ernannter Bodyguard von Jimi Hendrix 1968 in Zürich.
POP

Luzerner Original war der König der Backstage-Zone

Sollte wieder bei Kräften sein: FCL-Stürmer Tomi Juric (rechts).
FC LUZERN – BSC YOUNG BOYSFC LUZERN – BSC YOUNG BOYS

FCL hofft auf Prellbock aus Sydney

Findet Käfer, wo Menschen nur Holz sehen: Evo mit Frauchen Silvia Wagner beim Training.
OBWALDEN

Evo rettet Bäume mit seiner Nase

Erlebte eine besondere Überraschung: Goldmedaillengewinner Simon Furrer beim Empfang in Zürich.
BERUFSMEISTERSCHAFTEN

Hoher Empfang für die Weltmeister

«Surprise»-Verkäufer Hans Rhyner an seinem Stammplatz beim Eingang zum Bahnhof Zug.
ZUG

«So lerne ich, mich selbst auszuhalten»

Zur klassischen Ansicht wechseln