Kultur
19.05.2017 19:13

Chris Cornells Witwe glaubt nicht an Freitod

  • Chris Cornell (l) und Vicky Karayiannis letzten Monat in Los Angeles. Karayiannis kann nicht glauben, dass der Musiker sich umgebracht hat. (Archivbild)
    Chris Cornell (l) und Vicky Karayiannis letzten Monat in Los Angeles. Karayiannis kann nicht glauben, dass der Musiker sich umgebracht hat. (Archivbild) | KEYSTONE/EPA/NINA PROMMER
TRAUERFALL ⋅ Die Witwe des US-Rockmusikers Chris Cornell bezweifelt, das sich ihr Mann das Leben genommen hat. Der 52-Jährige habe niemals angedeutet, dass er nicht mehr leben wolle, erklärte Vicky Karayiannis Cornell am Freitag.

Sie deutete an, dass der Frontmann der Band Soundgarden in seinen Handlungen möglicherweise durch die Einnahme eines Beruhigungsmittels beeinträchtigt gewesen sein könnte.

Cornell war kurz nach einem Konzertauftritt tot in einem Hotelzimmer in Detroit aufgefunden worden. Als offizielle Todesursache nannte der örtliche Gerichtsmediziner Suizid durch Erhängen. Seine zweite Ehefrau betonte nun jedoch, ihr Mann habe seine Kinder geliebt - "er würde ihnen nicht wehtun, indem er sich absichtlich das Leben nimmt".

Die Geschehnisse seien "unerklärlich", und sie hoffe, "dass weitere medizinische Berichte zusätzliche Details liefern", erklärte die Witwe. Cornell konsumierte viele Jahre Heroin und andere Drogen und kämpfte gegen Depressionen. Mitte der 2000er Jahre kam er aber von den Drogen los. Nach Angaben der Witwe nahm er ein verschreibungspflichtiges Medikament gegen Angstzustände und Panikattacken.

Er plante noch Ferien

Karayiannis Cornell berichtete, dass ihr Mann vor wenigen Tagen zwischen seinen Konzerten zur Familie zurückgekehrt sei. Er sei über den Muttertag am vergangenen Sonntag hinweg bei der Familie gewesen und erst kurz vor dem Konzert nach Detroit geflogen.

In ihren Gesprächen vor diesem Auftritt sei es unter anderem um Ferienpläne für Ende Mai gegangen, teilte die Witwe mit. Bei ihrem Telefonat nach dem Konzert habe ihr Mann dann mit undeutlicher Stimme gesprochen und "anders" gewirkt. Er habe ihr gesagt, dass er womöglich ein oder zwei Extra-Tabletten seines Medikaments eingenommen habe. Daraufhin habe sie das Sicherheitspersonal kontaktiert, damit es nach dem Rechten sehe.

Cornell hinterlässt drei Kinder, zwei davon mit Karayiannis Cornell und eines aus seiner ersten Ehe. Der in der US-Westküstenstadt Seattle geborene Sänger zählte zu den Pionieren des sogenannten Grunge-Rock. 1984 gründete er die Band Soundgarden, die zusammen mit Nirvana, Alice in Chains und Pearl Jam zu den führenden Bands dieser Bewegung in den späten 80er und frühen 90er Jahren gehörte. (sda/afp)

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