Panorama
18.06.2017 05:04

Im Gleichgewicht – auch im Grossraumbüro

  • Yogalehrerin Raquel C. Sanz Fontan zeigt die gestreckte Dreieckshaltung.
    Yogalehrerin Raquel C. Sanz Fontan zeigt die gestreckte Dreieckshaltung. | Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung)
YOGA ⋅ Wir hetzen, wir multitasken, wir networken ... Doch wo bleiben Körper und Seele? Kein Wunder, liegt Yoga im Trend. Denn es tut Geist und Gelenken gut. Zum internationalen Yogatag stellen wir sechs «Asanas» fürs Büro vor.

Susanne Holz

Yoga. Ein Wort wie ein Heilsversprechen – zumindest seit einigen Jahren. ­Yogakurse boomen, Yogakleidung ist trendy, Yoga ist in aller Munde – und hat schon einige von uns etwas gelenkiger und geschmeidiger gemacht. Was sich sowohl auf den Körper als auch auf den Geist beziehen kann.

Yoga ist sogar als Immaterielles Weltkulturerbe der Unesco anerkannt – seit dem 2. Dezember 2016. Und seit 2015 gibt es den internationalen Yogatag – alljährlich wird er am 21. Juni begangen. Die UNO hat diesen Tag auf Indiens Bitte hin ins Leben gerufen. Die Idee dazu stammt von Indiens Premierminister Narendra Modi, der selbst ein treuer Anhänger dieser Meditations- und Bewegungslehre ist und nach eigenen Angaben jeden Tag Yoga praktiziert.

Bereits 2014 gab es von der UNO-Vollversammlung grünes Licht. Sie forderte die Regierungen weltweit dazu auf, fortan am internationalen Yogatag auf die «Vorteile des Praktizierens von Yoga» aufmerksam zu machen. Wohlbefinden, von höchster Stelle angeraten.

Kommenden Mittwoch wird wohl auch hierzulande so mancher innehalten, kurz zur Ruhe kommen, meditieren oder eine Yogastellung («Asana») einnehmen. Anlässlich des internationalen Yogatags lädt Yoga Schweiz nämlich zur 15-Minuten-Meditation um 12 Uhr ein oder zu Yoga-Schnupperstunden (regionale Angebote unter www.yoga.ch ).

Unbekannte Namen, ungewohnte Bewegungen

Doch was genau ist eigentlich Yoga? Sind das Verrenkungen für Verrückte? Die auf den tatsächlichen «Hund» (eine Yogastellung) gekommen sind? Die zu unbekannten Namen ungewohnte Bewegungen ausführen und dann auch noch lautstark «Ooom» und «Auum» vor sich hinsummen, im Schneidersitz und mit den Handflächen nach oben?

Yoga ist zunächst mal eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst. Dazu gehören auch Meditation und Askese. Das Wort Yoga lässt sich mit Vereinigung oder auch Anspannung übersetzen – im Sinne eines Verknüpfens des Körpers mit der Seele. Generell kann im Hinduismus aber jeder Weg zur Selbsterkenntnis als Yoga bezeichnet werden.

In Europa und Nordamerika versteht man unter Yoga oft nur körperliche Übungen – die sogenannten «Asanas». Diese trainieren Kraft, Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Muskelausdauer. Durch die Aktivierung von Muskeln, Sehnen, Bändern, Blut- und Lymphgefässen verbessert sich die Durchblutung. Die Rückenmuskulatur wird gekräftigt, was zu einer besseren Körperhaltung führen kann. Falsch ausgeführte Übungen können allerdings auch schaden.

Raquel C. Sanz Fontan, Luzerner Yogalehrerin, betont, sich vor Ausübung der hier demonstrierten Stellungen gut aufzuwärmen. Und sagt: «Führen Sie die Übungen immer im Rahmen Ihrer Beweglichkeit aus, erzwingen Sie nichts.» Wolle man sich weiterentwickeln, empfehle sich ein Kurs. Alles andere mache man auf eigene Verantwortung.
 



Hinweis

Fotomodell und für die Zusammenstellung der sechs Übungen verantwortlich ist Raquel C. Sanz Fontan aus Luzern, Dipl. Yogalehrerin YS/EYU, Erwachsenenbildung SVEB 1 und i. A. Ausbilderin mit FA (Berufsmitglied beim Verband Yoga Schweiz und von der Krankenkasse anerkannt). raquel.sanz@bluewin.ch oder +41 (0) 79 247 75 16. Quelle für die sechs Übungen: «Das grosse Yogabuch» von Anna Trökes (ISBN 3-7742-1795-5).

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