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WINTER

Lawinengefahr in den Alpen nimmt heikles Ausmass an

Die aktuelle Lawinengefahr in den Schweizer Alpen ist gross. Für Wintersportler ist die Lage abseits der Pisten gebietsweise sehr kritisch – auch in der Zentralschweiz.
18.01.2018 | 13:35
Aktualisiert:  18.01.2018, 19:00

Touren und Variantenabfahrten erforderten Zurückhaltung und grosse Vorsicht, sagte Christine Pielmeier, Lawinenwarnerin beim WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Im Norden und Westen sei die Situation "verbreitet sehr kritisch".

Die zweithöchste Warnstufe vier (grosse Lawinengefahr) herrschte am Donnerstag im ganzen Kanton Wallis. Das bedeutet, dass sich Lawinen ohne menschliches Zutun lösen können – ganz von selbst. In früheren Wintern war die Lawinensituation im Wallis letztmals im Januar vor zwei Jahren oder im April 2013 die gleiche.

Gemäss der Davoser Lawinenwarnerin sind bei Gefahrenstufe vier zahlreiche mittelgrosse bis grosse spontane Lawinen zu erwarten. Dadurch seien exponierte Teile von Verkehrswegen gefährdet.

Nicht nur im Wallis ist die Schnee- und Lawinensituation ausserordentlich. In der Zentralschweiz ist die Gefahr von Lawinenabgängen im Kanton Uri gross. Die Gefährdung bezieht sich gemäss SLF hauptsächlich auf alpines Schneesportgelände. Es seien weiterhin Gleitschneelawinen möglich. Dies an allen Expositionen unterhalb von rund 2200 m. Vorsicht ist auch in Hängen mit Gleitschneerissen geboten – es sind Böschungsrutsche zu erwarten. Auch in Graubünden herrscht gebietsweise grosse Lawinengefahr.

Die Lage bleibt heikel

Für Schneesport abseits geöffneter Pisten bleibt die Situation laut dem SLF in den nächsten Tagen anhaltend heikel. Allerdings lassen Wind und Niederschläge etwas nach, wodurch die Gefahr spontaner Lawinenauslösungen etwas abnimmt. Ab Samstagabend sind dann aber wieder viel Neuschnee und starker Wind angekündigt. Damit wird die Lawinengefahr erneut ansteigen.

Vor Ort beurteilen die lokalen Sicherheitsdienste die Situation laufend und informieren laut SLF über allfällige Massnahmen wie zum Beispiel Strassen- oder Pistensperrungen. Deshalb sollten deren Anweisungen und Massnahmen unbedingt beachtet werden.

(sda)

Video: Stürme: eine ungewöhnliche, aber nicht aussergewöhnliche Situation

Die meteorologische Situation, in der sich die Schweiz seit einem Monat befindet, ist abnormal, aber gemäss Schweizer Wetterexperten nicht ungewöhnlich. Es ist bereits der vierte grosse Sturm in diesem Winter, der dieser Tage über die Schweiz und Europa hereinbricht. Und ein fünter ist fürs nächste Wochenende bereits absehbar. Die Situation dürfte sich indes ab Ende Januar wieder normalisieren. Interview mit dem Meteorologen André-Charles Letestu von Meteo Schweiz. (Laurent Darbellay/sda, 18.1.2018)



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