Schweiz
18.05.2017 09:54

Alkohol-Verbot auf Raststätten soll fallen

  • Die neue Raststätte St. Katharina Süd auf der A14 in Inwil.
    Die neue Raststätte St. Katharina Süd auf der A14 in Inwil. | Bild: Pius Amrein (Inwil, 5. Mai 2017)
VERKEHR ⋅ Die Verkehrskommission des Nationalrats will den Verkauf von Alkohol auf Autobahnraststätten erlauben. Der Bundesrat ist einverstanden damit. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) schlägt Alarm.

In einer Mitteilung vom Donnerstag warnt sie vor einem erhöhten Unfallrisiko auf Autobahnen. Dank des Verbots, auf Autobahnraststätten Alkohol zu verkaufen und auszuschenken, seien diese heute relativ sicher, schreibt die bfu. Sie empfiehlt daher dringend, das Verbot aufrecht zu erhalten.

Die Beratungsstelle kann ihre Befürchtungen mit Zahlen untermauern: Bei 13 Prozent aller schweren Autobahnunfälle sei Alkohol um Spiel, schreibt sie. Ein Drittel aller Geisterfahrten geschehe wegen Alkohol. Laut bfu belegen Studien auch ganz direkt, dass eine grössere Dichte von Ausschankstellen zu mehr Alkoholkonsum und damit zu mehr Unfällen führten.

Sicherheitsbedenken haben das Parlament bisher davon abgehalten, das seit über 50 Jahren geltende Verbot aufzuheben. Im letzten April nun reichte die Verkehrskommission des Nationalrats (KVF) eine Motion ein mit dem Ziel, den Verkauf und Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten zu erlauben. Die Abstimmung fiel mit 19 zu 5 Stimmen aus.

"Scheinsicherheit"

Einer der Urheber der Motion ist der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Seiner Ansicht nach bringt das Verbot nur "Scheinsicherheit". An jeder Autobahnauffahrt gebe es Restaurants, wo Alkohol ausgeschenkt werde, erklärte er auf Anfrage.

Entscheidend sei das Verhalten der Automobilisten. Das hänge nicht davon ab, ob man nun vor oder auf der Autobahn ein Glas nehmen könne. Zudem sässen in vielen Autos Passagiere, die ohne Risiko Alkohol konsumieren könnten.

Für Fluri und die Mehrheit der Kommission wiegt die Wettbewerbsfreiheit daher schwerer. Tankstellenshops, welche direkt an einer Autobahnausfahrt lägen, dürften Alkohol verkaufen. Ihnen gegenüber würden Shops und Restaurants auf Autobahnraststätten stark benachteiligt, heisst es in der Begründung der Motion.

Der Bundesrat schliesst sich den Argumenten der Kommission an. Ohne Begründung beantragte er am Donnerstag, deren Motion anzunehmen. Diese geht nun an den Nationalrat. (sda)

Meist gelesene Artikel

Die gestiegene Popularität von Schwingfesten wie demjenigen auf dem Brünig (im Bild) hat für den traditionalistischen Sport auch negative Seiten.
SCHWINGEN

Rolf Gasser: «Wir haben schon Politiker verwarnt»

Die Freiwillige Feuerwehr Zug war schnell mit ersten Einsatzkräften vor Ort und bekämpfte das Feuer.
«CENTRO ESPAGNOL»

Zuger Vereinslokal brannte am Sonntagmorgen lichterloh

Die Gedenkfeier 600 Jahre Bruder Klaus in Flüeli-Ranft.
BRUDER KLAUS

Politische Pilgerfahrt zu Bruder Klaus

Die Dorfstrasse war am Mittwochnachmittag für die Spurensicherung abgesperrt.
BAAR

Angriff in Baar: «Etwas zu unternehmen, braucht Mut»

Karikatur zum verkehrspolitischen Gegenwind, der Baudirektor Werner Schnieper entgegenschlug.
LUZERN

IG Stadtverkehr setzt zu neuem Coup an

An einer Hochzeitsfeier in Zug sorgte ein nicht geladener Mann für Unmut.
OBWALDEN

Private Dorfsperrung vergrault Kunden

Basketball-Trainer Milenko Tomic.
BASKETBALL

Milenko Tomic stirbt nach Herzinfarkt

Tierschützer äussern vor dem Ratsgebäude in Frauenfeld ihrem Unmut über den mutmasslichen Fall von Tierquälerei in Hefenhofen. (Archiv)
TIERQUÄLEREI

Weitere Strafanzeige gegen Kantonstierarzt

Der Jodlerklub Doppleschwand eröffnet das Entlebucher Jodlertreffen in der Pfarrkirche.
JODELN

Freude am Jodeln steht im Zentrum

Justitia hat entschieden: Das Bundesgericht in Lausanne bestätigt das Urteil des Zuger Obergerichts gegen einen notorischen Kinderschänder.
KRIMINALGERICHT LUZERN

Nur rasch überholen wollen: Kein Pardon für jungen Raser

Zur klassischen Ansicht wechseln