Schweiz
19.05.2017 12:35

Frauen an der Unternehmensspitze sind rar

  • Mit der Wahl von Monika Ribar zur Verwaltungsratspräsidentin der SBB werden von den hundert grössten Schweizer Unternehmen 2017 erstmals zwei von einer Frau präsidiert. (Archiv)
    Mit der Wahl von Monika Ribar zur Verwaltungsratspräsidentin der SBB werden von den hundert grössten Schweizer Unternehmen 2017 erstmals zwei von einer Frau präsidiert. (Archiv) | KEYSTONE/PETER KLAUNZER
GLEICHSTELLUNG ⋅ Die Liste der Frauen, die auf den obersten Hierarchiestufen in Schweizer Unternehmen stehen, ist kurz: Gerade mal vier Konzernchefinnen und zwei Verwaltungsratspräsidentinnen listet eine Studie bei den rund hundert grössten Unternehmen in der Schweiz auf.

Demnach verantwortet Susanne Ruoff die operative Leitung bei der Post, Jasmin Staiblin bei der Alpiq Holding, Susanne Thoma bei BKW Energie und Philomena Colatrella bei der Krankenkasse CSS.

Mit Colatrella wurde 2016 erstmals seit drei Jahren wieder eine Konzernchefin berufen, wie es im Schilling-Report 2017 heisst, den der gleichnamige Topkadervermittler am Freitag vorlegte. Bereits im März hatte Schilling erste Details der aktuellen Studie bekannt gemacht. Mit dem vollständigen Bericht zeigt sich nun das Missverhältnis von Frauen und Männern in Schweizer Unternehmen in seiner ganzen Tragweite.

Erste Präsidentin im Jahr 2010

Noch kürzer ist die Liste jener Frauen, die in der Schweiz ein Unternehmen präsidieren: Monika Ribar ist Verwaltungsratspräsidentin der SBB und Nayla Hayek bei der Swatch Group. Mit der Wahl von Ribar seien erstmals im gesamten Erhebungszeitraum seit 2006 "gleichzeitig zwei Präsidentinnen" auf der Liste finden, so der Report.

Im Rückblick zeigt sich, dass die Zahl der Konzernchefinnen gestiegen ist, von zwei 2006 auf vier 2017. Verwaltungsratspräsidentinnen gibt es in den grossen Schweizer Unternehmen überhaupt erst eine seit 2010 und zwei seit Anfang dieses Jahres.

Pipeline für Chefposten

Trotz dieser extrem tiefen Zahlen zeigt sich der Schilling-Report relativ zuversichtlich, was die weitere Entwicklung anbetrifft. Denn insgesamt in den Geschäftsleitungen liegt der Frauenanteil bei neun Prozent, im Topmanagement bei 14 Prozent und im mittleren Management bei 21 Prozent. Dieser Anteil ist vor allem im letzten Jahr markant gestiegen.

"Diese Frauen bilden die Pipeline für zukünftige Spitzenpositionen", heisst es im Report. Demnach sei davon auszugehen, dass sich ein hoher Frauenanteil im mittleren Management auf den künftigen Anteil in der Geschäftsleitung auswirken werde.

In den Verwaltungsräten ist der Frauenanteil auf 17 Prozent minimal gestiegen, im Vergleich zu 16 Prozent im Vorjahr und 10 Prozent 2010. Von dem angestrebten Drittel sind diese Anteile jedoch weit entfernt.

Damit liegt die Schweiz im europäischen Vergleich abgeschlagen auf dem viertletzten Platz. Auf den ersten drei Plätzen liegen Norwegen mit einem Frauenanteil in Verwaltungsräten von 43 Prozent, Frankreich mit 41 Prozent und Schweden mit 37 Prozent. (sda)

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