Schweiz
19.05.2017 09:30

SBB-Fahrplanwechsel bringt Ausbau und viele Baustellen

  • 2018 planen die SBB umfangreiche Unterhalts- und Bauarbeiten. Dies hat in den Randstunden eine Reduzierung des Fahrplanangebots zur Folge. (Archivbild)
    2018 planen die SBB umfangreiche Unterhalts- und Bauarbeiten. Dies hat in den Randstunden eine Reduzierung des Fahrplanangebots zur Folge. (Archivbild) | Keystone/THOMAS HODEL
FAHRPLAN 2018 ⋅ Nach grossen Veränderungen mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels 2016 fällt der Fahrplanwechsel Ende 2017 bescheidener aus. Die SBB-Kundschaft kann sich auf einen Angebotsausbau in der Romandie freuen. Gleichzeitig wird auch mehr gebaut.

Mit den geplanten Unterhalts- und Baumassnahmen will die SBB vor allem die Zuverlässigkeit des Schienennetzes erhöhen, wie Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur, am Freitag vor den Medien in Bern sagte. Von 2017 bis 2020 werden dafür pro Jahr 3,2 Milliarden Franken investiert. Um effizienter zu bauen, setzt die Bahn vermehrt auf längere Bauintervalle.

Im Extremfall führt dies zu einer Totalsperrung, wie im Sommer 2018 auf der Strecke Lausanne-Puidoux auf der Achse Bern-Lausanne-Genf. "Wir sind uns bewusst, dass dies eine sensible Strecke ist", sagte Gauderon. Durch die Totalsperrung reduziert sich aber die Bauzeit von acht Monaten auf rund sieben Wochen. Die Kosten sinken von 46 auf 27 Millionen Franken. Weil weniger nachts gearbeitet wird, können auch die Anwohner ruhiger schlafen.

Die Bauarbeiten wurden auf die Ferienzeit gelegt, weil dann weniger Schüler und generell weniger Reisende unterwegs sind. Passagiere im Fernverkehr weichen über die Jura-Südfuss-Linie aus, Reisende von Bern oder Freiburg nach Lausanne fahren über Vevey, wie Gauderon sagte. Die Fahrzeit verlängert sich um 15 bis 30 Minuten. Sämtliche Änderungen und Ersatzkonzepte sind in den gedruckten und den elektronischen Fahrplänen ersichtlich.

Weniger Direktzüge am Abend

Gebaut wird 2018 unter anderem auch zwischen Gelterkinden und Tecknau im Baselbiet, im Wylerfeld in Bern sowie in Bassersdorf und zwischen Effretikon und Kempthal im Raum Zürich. Um den Betrieb tagsüber möglichst wenig zu stören, verlängert die SBB die Zeitfenster für nächtliche Arbeiten. Deshalb wird von Sonntag bis Donnerstag das Angebot im Viereck Luzern-Olten-Basel-Zürich in den Abendstunden ab 22 Uhr reduziert.

"Schnelle, direkte Züge fallen aus, dafür gibt es zwei langsamere Direktverbindungen oder eine schnelle Verbindung mit Umsteigen", erläuterte Olivier Knuchel, Leiter Angebotsplanung National, am Beispiel des gestrichenen Intercity Basel-Zürich. Der Halbstundentakt zwischen den grossen Zentren bleibt erhalten.

Mehr Sitzplätze in der Romandie

Vom Fahrplanwechsel am 10. Dezember dieses Jahres profitiert vor allem die Westschweiz. Die SBB bietet auf ihrem Streckennetz in der Romandie mehr Sitzplätze und Direktverbindungen an. So hält der Interregio auf der Strecke Genf Flughafen-Bern-Luzern wieder in Palézieux und Romont und zusätzlich in Nyon und Morges.

Die Interregio-Züge Genf Flughafen-Lausanne-Brig verkehren neu stündlich ohne Halt zwischen Genf und Lausanne. Damit verkürzt sich die Reisezeit zwischen dem Wallis und Genf um 11 Minuten.

Nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird der internationale Personenverkehr auf der Nord-Süd-Achse wiederum ausgebaut. Neu wird eine tägliche Verbindung zwischen Zürich und Venedig eingeführt. Zudem verkehrt pro Tag ein Zugspaar direkt von Frankfurt nach Mailand - einmal über Zürich durch den Gotthard und einmal über Bern durch den Lötschberg-Basistunnel.

Neu verkehrt zudem ab Basel-Luzern ein Frühzug durch den Gotthard-Basistunnel nach Lugano. Auf der Linie Zürich-Stuttgart gibt es einen Stundentakt, davon alle zwei Stunden mit einer Direktverbindung.

Mit der Pünktlichkeit zeigten sich die SBB-Verantwortlichen erneut zufrieden. 2016 näherte man sich mit einer Pünktlichkeit von 88,8 Prozent dem selbst gesteckten Ziel von 89 Prozent an. Bis Mitte Mai 2017 verzeichnete die SBB gar eine Pünktlichkeit von 89,7 Prozent.

Der Fahrplanentwurf ist ab dem 29. Mai auf der Seite www.fahrplanentwurf.ch online. Fahrplanbegehren und Unstimmigkeiten in den Fahrplanentwürfen können bis am 18. Juni gemeldet werden. (sda)

Videos zum Artikel (1)

  • SBB Fahrplan 2018: die Änderungen

Meist gelesene Artikel

Christian Schwegler (links) wird von Sions Ermir Lenjani attackiert.
FUSSBALL

FCL-Trainer Babbel ist mit dem Punkt unzufrieden

BILDUNG

Jetzt startet eine neue Schul-Ära

Momentan läuft der Bau auf vollen Touren. Doch in der kalten Jahreszeit überwintern viele Bauarbeiter beim RAV.
SOZIALWERKE

Im Sommer auf den Bau, im Winter aufs RAV

Die Schule geht wieder los. Laut Bildungsdirektor Stephan Schleiss bieten die Zuger Schulen nach wie vor ein attraktives Arbeitsumfeld.
SCHULANFANG

Der Stellenmarkt der Lehrer «ist ausgetrocknet»

Stau auf der Zürichstrasse: Die grosse Mehrheit der Befragten ist mit der Verkehrssituation nicht zufrieden.
STADT LUZERN

Umfrage des Luzerner Gewerbes: Das Auto bleibt die Nummer eins

Nyali gilt als nobler Stadtteil Mombasas. Auf der Fahrt dorthin wurde offenbar ein Schweizer Touristenpaar getötet und in Tüchern gewickelt am Strassenrand liegengelassen. (Themenbild)
KRIMINALITÄT

Leichen am Strassenrand gefunden: Schweizer Paar in Kenia getötet

Fit genug für das Präsidialamt? Die demokratische Angeordnete Lofgren will Trump auf Anzeichen von Demenz hin prüfen lassen.
USA

Parlamentarierin fordert: Donald Trump soll zum Demenz-Test antreten

Sie prägten die Alpentöne 2017 (von oben links im Uhrzeigersinn): der Alphornbläser Arkady Shilkloper, der internationale Volksmusiknachwuchs Alpine Jamboree, Shootingstar Herbert Pixner, Akkordeonist Otto Lechner und die Brassformation Urknall.
ALTDORF

Der Erfolg der «Alpentöne» hat einen Haken

Polizeiauto der Kantonspolizei Uri.
URI

Autofahrer trifft die Ausfahrt nicht – Fahrerflucht

Der Hörbehindertensportler Kim Lenoir auf der Leichtathletikanlage in der Allmend in Luzern. Bild: Eveline Beerkircher/LZ 16. August 2017
NID-/OBWALDEN

Er hat Usain Bolt etwas voraus

Zur klassischen Ansicht wechseln