Wirtschaft
16.05.2017 07:22

Orascom verspürt im Tourismusgeschäft Aufwind

  • Investor Samih Sawiris beginnt das Jahr erneut mit roten Zahlen. (Archivbild)
    Investor Samih Sawiris beginnt das Jahr erneut mit roten Zahlen. (Archivbild) | KEYSTONE/URS FLUEELER
TOURISMUS ⋅ Der Bau- und Hotelkonzern Orascom Development Holding bleibt nach einem Verlust im Gesamtjahr auch im ersten Quartal in den roten Zahlen. Dank der Hotels hat sich der Fehlbetrag jedoch reduziert.

Das Ergebnis von Orascom im ersten Quartal ist vor allem durch ein Ereignis vom 3. November 2016 geprägt. Damals hat die ägyptische Zentralbbank den Kurs der Landeswährung frei gegeben, mit der Folge, dass das ägyptische Pfund gegenüber anderen Währungen stark an Wert verlor. Gegenüber dem Schweizer Franken zum Beispiel halbierte sich der Kurs. Für Touristen wurden damit Ferien in Ägypten markant günstiger.

Für ägyptische Unternehmen, die nicht in der Landeswährung rapportieren, bedeutet die Abwertung jedoch auch, dass ihre Einkünfte aus dem Inlandgeschäft durch die Umrechnung in eine andere Währung schrumpfen. Beide Effekte zeigen sich im Quartalsabschluss von Orascom.

So hat der Bau- und Hotelkonzern des ägyptischen Investors Samih Sawiris im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Umsatzrückgang um 14 Prozent auf 30,8 Millionen Franken hinnehmen müssen. Gleichzeitig hat sich jedoch der Quartalsverlust von 26,4 Millionen auf 13,2 Millionen Franken reduziert, weil sich der Tourismus dank des günstigeren Pfundes belebte. Operativ schrieb die Gruppe sogar nach einem Verlust von 12,9 Millionen Franken (EBITDA) im Vorjahr mit 2,4 Millionen Franken wieder einen Gewinn.

Besser ausgelastete Hotels

Für Aufwind gesorgt haben dabei ausschliesslich die Hotels. Trotz weiterhin bestehender negativer Reiseempfehlungen der meisten europäischen Staaten für die Sinai-Halbinsel und Sharm El Sheikh erholt sich der Tourismussektor in Ägypten. Die Belegungsraten der Orascom-Hotels in Ägypten stiegen entsprechend an, wenn auch in einzelnen Hotels auf tiefem Niveau.

So hat das Ressort in Taba Heights die Belegungsrate von 15 auf 23 Prozent gesteigert. Aufgrund der anziehenden Nachfrage hat Orascom in diesem Ressort jedoch auch die Zahl der betriebenen Zimmer von 442 im Vorjahr auf 818 im ersten Quartal erhöht, bei insgesamt 2365 vorhandenen Zimmern.

Auch in den Orascom-Hotels in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind die Gästezahlen gestiegen. Insgesamt erhöhte sich der Hotelumsatz um 14 Prozent auf 30,8 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis verbesserte sich von -2,6 Millionen Franken auf 14,8 Millionen Franken.

Darin nicht enthalten sind die Ergebnisse der Orascom-Hotels und Projekte in Andermatt. Weil Orascom an der Andermatt Swiss Alps AG nur eine Minderheitsbeteiligung hält, wird diese Gesellschaft im Quartalsbericht lediglich als eine Beteiligung geführt.

Kurssturz drückt auf Immobiliengeschäft

Im Immobiliengeschäft dagegen konnte sich Orascom nicht steigern. Mit dem Bau und dem Verkauf von Häusern und Wohnungen erreichte der Konzern im ersten Quartal noch einen Umsatz von 12,3 Millionen Franken nach 21,7 Millionen Franken im Vorjahresquartal. Hier wirkte sich die stark veränderte Währungsumrechnung aus. Die durchschnittlichen Einkünfte pro verkauftem Quadratmeter in Schweizer Franken sank um 30 bis 50 Prozent.

Dank deutlich mehr verkauften Einheiten im ägyptischen El Gouna und in Sifah in Oman konnte Orascom die Netto-Immobillienverkäufe mit 15,9 Millionen Franken jedoch konstant halten. Der operative Gewinn dagegen hat sich deutlich von 17,1 Millionen Franken auf 1,8 Millionen Franken reduziert.

Beim Ausblick für das gesamte Jahr beschränkt sich Orascom auf die Ankündigung von Projekten. So plane Orascom in El Gouna, in Fayoum und in Hawana Salalah in Oman neue Projekte. In Montenegro soll der Bau eines 5 Sterne-Hotels Chedi im ersten Halbjahr starten. In verschiedenen Hotels sei aufgrund der guten Nachfrage die Wiederinbetriebnahme von Hotelzimmern geplant. (sda)

Meist gelesene Artikel

Beim Schwanenplatz war um 17.15 Uhr für Autos und Busse kein Vorwärtskommen.
VERKEHR

Kollision im Hirschengraben– Staus in und um Luzern

Christian Constantin hatte in Lugano einen schweren Aussetzer.
SUPER LEAGUE

Constantin attackiert Fringer

Glimpflich ausgegangen: Blick auf das Erdloch.
SÜDUMFAHRUNG

Plötzlich entsteht ein Acht-Meter-Loch: Tunnelbau gestoppt

Sänger Mick Jagger und Gitarrist Ron'Wood auf der Bühne im Letzigrund Stadion.
KONZERT

Rolling Stones: Die Magie ist verflogen

Der dichte Verkehr in der Stadt Luzern – hier auf der Seebrücke – sorgt für viel Unzufriedenheit.
STADT LUZERN

Der grosse Verkehrs-Showdown

STRAFGERICHT

Familienvater verspielt 9 Millionen

Ein Mann bezieht am Postomaten der Poststelle am Bärenplatz in Bern Geld.
SPARPROGRAMM

Postfinance setzt den Rotstift an

Der Franken verliert gegenüber dem Euro weiter an Wert.
DEVISEN

Schweizer Franken verliert weiter an Wert

Derzeit muss das Velo im Posttunnel noch geschoben werden.
PARLAMENT

Ziel: Ohne Absteigen durch den Velotunnel beim Bahnhof

Keineswegs in Schieflage: Die Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe sind zumeist sicher unterwegs.
ZUG

Zahlreiche Änderungen auf den Zuger Buslinien ab Dezember

Zur klassischen Ansicht wechseln