Wirtschaft
15.11.2017 07:21

Orascom Development profitiert von Wende in Ägyptens Tourismus

  • Der Bau- und Hotelkonzern Orascom des ägyptischen Investors Samih Sawiris hat in den ersten neun Monaten seinen Verlust deutlich reduzieren können. (Archiv)
    Der Bau- und Hotelkonzern Orascom des ägyptischen Investors Samih Sawiris hat in den ersten neun Monaten seinen Verlust deutlich reduzieren können. (Archiv) | KEYSTONE/URS FLUEELER
TOURISMUS ⋅ Der Immobilienentwickler und Hotelkonzern Orascom Development hat in den ersten neun Monaten etwas mehr umgesetzt. Das Unternehmen des ägyptischen Investors Samih Sawiris hat damit den Verlust deutlich verringert.

Die in Altdorf domizilierte Immobiliengesellschaft, die mehrheitlich vom ägyptischen Unternehmer Samih Sawiris kontrolliert wird, schrieb nach drei Quartalen einen Verlust von 30,3 Millionen Franken, wie die Firma am Mittwoch mitteilte. In der Vorjahresperiode lag das Minus noch bei 71,7 Millionen.

Im Hauptgeschäft bei der ägyptischen Tochter, Orascom Development Egypt, trug die Rückkehr der Touristen entscheidend zum Umsatzplus von 79,5 Prozent in Lokalwährung bei. Die Ankünfte der Touristen in Ägypten erhöhten sich um 55,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch aufgrund der 50-prozentigen Abwertung des ägyptischen Pfunds gegenüber dem Franken schlug sich die Tourismuswende nicht im Unternehmensumsatz nieder. Der Gesamtumsatz der Orascom Development Holding stieg lediglich um 0,5 Prozent auf 170,8 Millionen Franken.

Diversifizierung kommt voran

Nicht ausgewiesen wurde das Ergebnis der Orascom Hotels und Projekte in Andermatt, weil Orascom an der Andermatt Swiss Alps nur eine Minderheitenbeteiligung hält, die im Quartalsbericht unter Beteiligungen aufgeführt ist. Swiss Alps erlitt 2016 einen Verlust von 36,1 Millionen Franken.

Orascom erzielte laut Mitteilung deutliche Fortschritte bei der Belegung und Entwicklung der bestehenden Resorts sowie bei der Diversifizierung und dem Ausbau ausserhalb Ägyptens in Montenegro und Oman.

Insgesamt verfügt Orascom über 10 Feriendestinationen in 5 Ländern. Das grösste Resort befindet sich in der Ferienstadt El Gouna am Roten Meer. Die Belegungsrate der 2698 Zimmer erhöhte sich von 55 Prozent im Vorjahr auf 75 Prozent. Gleichzeitig stieg der Ertrag je Zimmer um 9,1 Prozent. Bis Ende Jahr sollen die Renovierungsarbeiten in den Hotels Sheraton, Bellevue, Mövenpick und weiteren teilweise abgeschlossen sein.

Wegen Reiseverboten auf dem Sinai und politischen Unruhen bleibe die Situation im zweitgrössten Resort Taba Hights schwierig, heisst es weiter. Trotzdem konnte der Bruttoverlust des Resorts an der Nordspitze des Golfs von Aqaba von 1,3 auf 0,3 Millionen Franken reduziert und weitere Zimmer wiedereröffnet werden.

Ausblick ohne Zahlen

Die Golfhotels im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten Bruttogewinn und Umsatz weiter steigen und steuerten inzwischen 48,6 Prozent zum 90,5 Millionen-Franken-Gesamtumsatz der Sparte Hotels bei. Der Betriebsgewinn (Ebitda) der Sparte erhöhte sich von 7,2 auf 33 Millionen Franken.

Deutlich höher fielen auch die Netto-Immobilienverkäufe aus, mit einem Plus von 25,5 Prozent auf 86,1 Millionen Franken. Allerdings verringerte sich der Betriebsgewinn (Ebitda) der Sparte Immobilien wegen Mehrkosten bei der Fertigstellung um 61 Prozent auf 9,2 Millionen Franken.

Gemäss Mitteilung werden die Stadthäuser und Villen im neuen Resort in Luštica, Montenegro, Anfang 2018 fertiggestellt und auch der Bau des Hotels Chedi komme voran.

Der Betriebsgewinn (Ebitda) des gesamten Unternehmens stieg um 16 Prozent auf 15,7 Millionen Franken. Beim Ausblick wurden Expansionsarbeiten und fortgeschrittene Verhandlungen mit privaten Land-Eigentümern aufgeführt. Ob Orascom für dieses Jahr mit einem weiteren Verlust rechnet, wurde nicht erwähnt.

Zur Finanzierung der Projekte habe man mit der ägyptischen Corplease Gruppe einen Sale-and-Leaseback-Vertrag für das 514-Zimmer-Hotel "Citadel Azur" in Sahl Hashish in Ägypten unterzeichnet, heisst es weiter. Der Gesamttransaktionswert liege bei 18 Millionen Dollar und dieser werde in sechs Jahren mit einem Restwert von 40 zurückbezahlt. (sda)

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