zurück
FREIAMT

Südwestumfahrung in Sins: Der Umsetzung steht nichts mehr im Weg

Vor der Gemeindeversammlung fand eine Orientierung über den Planungsstand der Südwestumfahrung statt. Für die Bevölkerung scheint alles klar zu sein.
25.11.2017 | 07:58

Viele Sinser fanden sich in der Mehrzweckhalle Ammannsmatt zur Gemeindeversammlung ein. Doch noch vor der Beratung der Geschäfte gab es eine öffentliche Orientierung über den Stand der Südwestumfahrung.

Der Gemeindeammann Josef Huwiler sprach von einer langen, intensiven Planungszeit, die unzählige Gespräche erfordert habe: «Nun steht nichts mehr im Weg zur Realisierung.» Er dankte der Bevölkerung für das Entgegenkommen bei den Verhandlungen und lobte die Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau: «Man hat unsere Anliegen ex­trem ernst genommen. Daran sieht man, dass dieses Projekt für den Kanton und die Gemeinde Sins wichtig ist.»

Als Nächstes folgen Ausschreibungen

Der kantonale Projektleiter Erhard Wyss sagte, dass der Beginn der Planung für eine Umfahrung in Sins irgendwo in den Sechzigerjahren liege und ergänzte: «Ich wurde 1960 geboren», was Schmunzeln auslöste. Doch nun geht es vorwärts, denn der Aargauer Regierungsrat hat am 27. September dieses Jahres das definitive Projekt genehmigt – alle Rechte und Bewilligungen liegen vor. Laut Wyss werden demnächst die Submissionen vorbereitet, so für die Stahlbrücke mit dem Rad- und Gehweg beim Kreisel Eichfeld, für den Oberflächenschutz der Betonwände und danach für das Hauptlos des ganzen Bauprojektes. Die Publikation soll im Frühling 2018 erfolgen, und im Herbst werden die Unternehmer ausgewählt. Kurz stellte er den Verlauf des geplanten 912 Meter langen Tunnels mit den Kreiseln Eichfeld und Bachtal an den Aus- und Einfahrten vor. Im Fall von Unfällen oder Bränden ist für Fluchtwege mit den Ausstiegen Pfrundweidli, Nord und Zentrale (dort ist die Sicherheitsanlage) gesorgt.

Untersuchungen des Baugrundes

Vor dem Baubeginn sind an zwei Orten Rasteruntersuchungen geplant. Wyss erläuterte: «Wir haben noch keine Funde entdeckt, aber Schichten aus der Bronzezeit. Diese möchten wir grossflächig öffnen, denn wir vermuten dort zwei zeitlich unterschiedlich angelegte Siedlungen. Das alles muss dokumentiert werden.» Mit dem Baubeginn rechnet Wyss im Frühling 2019: «Die ­Eröffnung des Tunnels soll voraussichtlich 2022 erfolgen. Erst ­danach ist die Anpassung ­der ­Aarauerstrasse vorgesehen. Nach der Eröffnung wird der Verkehr auf der Luzerner- und Aargauerstrasse massiv reduziert sein.» Sein Ziel ist eine möglichst kurze Bauzeit. «Damit die Unternehmer alle Termine einhalten, werden wir ein Prämiensystem lancieren», so Wyss.

Er war überrascht, dass aus der Versammlung am Mittwoch nur eine einzige Frage kam. Ein Mann wollte wissen, was auf der Aargauerstrasse geändert werde. Josef Huwiler beantwortete das selber: «Wir sind noch bei der Optimierung. Aber die Strasse wird nicht verengt, denn sie muss funktionieren, wenn der Tunnel wegen eines Notfalls geschlossen wird.» Der Gemeindeammann zeigte sich erfreut, dass es nun mit dem Projekt weitergeht: «Wir werden auch künftig bei allen Sitzungen dabei sein und auch die Baustelle besuchen.»

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Weitere Artikel