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SINS

«Mit dem Spass kommt der Erfolg von alleine»

Der Skiclub Sins bietet seit bald 40 Jahren an drei Tagen während der Weihnachtsferien eine Ski- und Snowboardschule für Kinder an. Das kostengünstige Angebot hat sich im Lauf der Jahre verändert.
04.01.2018 | 04:39

Wenn die weihnächtlichen Festivitäten vorüber sind und sich das Sitzleder der Kinder allmählich abgenützt hat, bietet der Skiclub Sins die ideale Abwechslung. Während dreier Tage nimmt er die wintersportlich interessierte lokale Jugend unter seine Fittiche und verbringt mit ihr drei Schneesporttage im Skigebiet Melchsee-Frutt.

Bis zu 150 Kinder werden dort in Gruppen, abgestuft nach bereits vorhandenen Fähigkeiten, unterrichtet und betreut. «Mit 11 Snowboardern und 95 Skifahrern waren die Kurse dieses Jahr nicht komplett ausgebucht», sagt das OK-Mitglied Remo Engel, Technischer Leiter Snowboard. Dies ist möglicherweise dem Umstand geschuldet, dass in den vergangenen Jahren jeweils zum Saisonbeginn nur wenig Schnee lag. Deshalb mussten die Aktivitäten letztes Jahr ­sogar ganz abgesagt werden. «Trotzdem waren die Skitage wiederum ein grosser Erfolg», erzählt Engel. «Die Schneebedingungen waren super, und auch das Wetter hat mitgespielt. Nur am letzten Tag regnete es, was der Motivation der Kinder aber keinen Abbruch tat.» Am letzten Tag findet jeweils das traditionelle Rennen statt, eines für Fort­geschrittene, eines für Anfänger. «Darauf freuen sich die Kinder immer sehr. Sie können das Gelernte dabei richtig umsetzen und sich mit den anderen Teilnehmern messen.»

Für jedes Kind eine Auszeichnung

Zur Belohnung gibts für alle Kinder eine Medaille. «Es ist uns wichtig, dass der Spass und das Mitmachen im Vordergrund stehen», so Engel. Für die besten drei jeder Kategorie findet später in Sins sogar eine zusätzliche ­Siegerehrung im Beisein der ­Eltern statt. Das Angebot ist mit 200 Franken pro Kind inklusive Transport und Mittagessen günstig. «Dies ist nur dank grosszügigem Sponsoring möglich», erzählt Remo Engel. Die Eltern bringen ihre Kinder am Morgen zum Treffpunkt und holen sie am Abend wieder ab. Für alles Übrige – Betreuung, Unterricht, Verpflegung und viel Spass – sorgen die Leiter des Skiclubs.

Die Gruppeneinteilung findet jeweils am ersten Tag statt. Bereits bei der Anmeldung gibt man an, ob man zu den Anfängern oder Fortgeschrittenen gehört. «Überraschend ist immer wieder, wie schnell die Anfänger Fortschritte machen», stellt Engel fest. «Einige Kinder starten ohne jegliche Erfahrung im Schnee und können am Ende der Skitage ohne grosse Probleme den Skilift benützen.» Remo Engel hat als Kind bereits selbst an den Wintersportkursen teilgenommen, zuerst mit den Ski, später auf dem Snowboard. «Die Skitage waren immer ein Highlight für mich.» Seit 15 Jahren ist er nun als Leiter dabei. «Es macht Spass, den Jungen die Freude am Schneesport weiterzugeben. Ich finde, die Kinder sollen vor allem Spass haben, denn mit dem Spass kommt der Erfolg von alleine.» An verschiedenen J+S-Kursen hat er das ­nötige Rüstzeug für die Leiter­tätigkeit erworben.

Anfänge im Zuger Skigebiet

1978 wurde die Kinderskischule das erste Mal durchgeführt mit der Absicht, der Jugend den Schneesport näherzubringen. Mit dem regen Zulauf von 110 Teilnehmern bereits im folgenden Jahr zeigte sich der grosse Erfolg des Angebots. «Anfänglich fand man auf dem Raten und in Neuägeri ideale Bedingungen vor», berichtet Engel. «Mit ­zunehmend besserem Material und versierteren Skifahrern ­waren diese Orte aber bald zu klein.» Man hielt nach anderen Skigebieten Ausschau. Ab Mitte der 1980er-Jahre zwang der Schneemangel die Wintersportler in höher gelegene Gebiete. «Seit 2001 finden die Skitage auf der Melchsee-Frutt statt. Dies ist ein sehr schneesicheres Skigebiet, das von Sins aus gut erreichbar ist. Zudem sind die Betreiber der Bergbahnen gut organisiert und kooperativ», erklärt Engel. Ab 1995 werden zusätzlich Snowboardlektionen angeboten. «Vor zirka zehn Jahren war der Anteil der Snowboarder noch grösser. Mit dem Vormarsch der Carvingski ist der Trend des Snowboardens gewissermassen gestoppt worden – mindestens vorübergehend.»

Die Skitage 2017 gingen ohne grössere Unfälle über die Bühne. «Es ist immer erfreulich, wenn man die Skitage ohne Unfälle oder Zwischenfälle beenden kann.» Dies sei vor allem dem Leiterteam zu verdanken, das mit Sorgfalt und Freude arbeite. «Das ist nicht selbstverständlich, es werden doch einige Ferientage dafür geopfert», zeigt Engel auf.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zuerzeitung.ch

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