Luzern
19.05.2017 11:04

95 Millionen Franken für Wärmegewinnung aus dem Vierwaldstättersee

  • Blick über die Gemeinde Horw und den Vierwaldstättersee.
    Blick über die Gemeinde Horw und den Vierwaldstättersee. | Philipp Schmidli/Luzerner Zeitung, 18.April 2017
HORW/KRIENS ⋅ Der Luzerner Energieversorger ewl und Private wollen in Horw und Kriens bis zu 5000 Haushalte mit Wasser aus dem Vierwaldstättersee heizen und kühlen. Der Baustart für das Projekt ist für 2018 geplant. Vorgesehen sind Investitionen von 95 Millionen Franken.

Der Aufbau des See-Energie-Netzes sei eine weitere Massnahmen, um die Energieversorgung ressourcen-schonend und umweltverträglich zu gestalten, teilte Energie Wasser Luzern (ewl) am Freitag mit. Im nächsten Frühling will sie das Bauprojekt einreichen und im Sommer darauf mit der Umsetzung starten. Die erste Wärmelieferung ist für die Heizperiode 2019/2020 geplant.

Die ewl baut eine Seewasserleitung, eine Seewasserzentrale und die Hauptverteilung. Als erstes angeschlossen werden sollen die Gebiete Hochschule Luzern, Horw Mitte und Schlund, in dem das neue Quartier Schweighof als erstes 2000-Watt-Areal der Zentralschweiz entsteht.

Nach Abschluss der Konzessionsverträge mit den Gemeinden Horw und Kriens kann ewl laut Mitteilung mit der Realisation des See-Energie-Netzes im Gebiet Luzern Süd beginnen. Die Initianten sehen bei dem Projekt Potenzial für knapp 50 Gigawattstunden Wärme - dies entspricht rund 5'000 Haushaltungen - sowie fünf Gigawattstunden Kälte.

Als Investorin tritt die Seenergy Luzern AG auf. An dieser sind ewl und die Privatleute Bruno Amberg, Andreas Amberg sowie Bernhard Etienne beteiligt. Sie wollen rund 95 Millionen Franken investieren.

Das Projekt nutzt Wasser aus der Horwerbucht des Vierwaldstättersees, um Gebäude zu heizen und kühlen. Eine Wasserpumpe fördert das Seewasser in eine Energiezentrale. Dort wird mittels Wärmetauscher die Wärme an ein separates Energienetz übergeben. Das je nach Situation leicht kühler oder wärmer in den See zurückfliessende Wasser ist laut den Initianten ökologisch unbedenklich.

sda

Kommentare

lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
19.05.2017 12:43

Grundsätzlich eine gute Idee, sofern man die Auswirkungen und Folgen mit einberechnet hat. Darüber vermisse ich jede Aussage.

Als die ersten Kohleöfen brannten, die ersten Autos fuhren hatte auch niemand eine Ahnung, wie sich das auf die Umwelt auswirken würde; heute wissen wir es.

Die Temperatur das Seewassers wird sich auf jeden Fall verändern. Welche Auswirkungen wird dies lokal auf Flora und Fauna haben? Und mit welchen Auswirkungen haben wir zu rechnen, wenn derartiges im großen Stile stattfinden wird?

Nichts gegen neue Formen der Energiegewinnung; wir sollten aber aus den Fehler der Vergangenheit lernen und sie nicht übertragen und womöglich den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

Wolfgang Strich ⋅ Beiträge: 586
» antworten

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

Der grösste aller Zentralschweizer Arbeitgeber ist das Luzerner Kantonsspital.
PERSPEKTIVEN 2018

Die 100 grössten Arbeitgeber der Zentralschweiz

Vom Dachstock des Hauses sind nur noch verkohlte Balken übrig.
HÜNENBERG

Elf Personen haben ihr Zuhause verloren

Die Zukunft des Dorfladens in Greppen ist momentan noch unsicher.
GREPPEN

Dem Dorflädeli droht das Lichterlöschen

Marc F. Suter im Mai 2016 an einem Medienanlass auf der Bundesterrasse.
TODESFALL

Ex-FDP-Nationalrat Marc F. Suter gestorben

Während einem Jahr wurde in Rothenburg auf einer Hauptstrasse Tempo 30 getestet. Er brachte keinen Nutzen.
STRASSEN

Bürgerliche bremsen Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen aus

Ignazio Cassis, hier beim Empfang in Altdorf.
BUNDESRAT

Nach dem ProTell-Abstecher: Häme und Verständnis für Ignazio Cassis

Die Toten Hosen mit Sänger Campino am diesjährigen Open Air im Sittertobel.
LUZERN

Die Toten Hosen rocken Luzern

Lausannes Harri Pesonen (links) trifft zum 1:0-Siegtor, EVZ-Goalie Tobias Stephan ist geschlagen.
EISHOCKEY

Zuger Tag der Widerwärtigkeiten

Ungewohnter Anblick: Deltapilot Bruno Moser (61) im Schlepptau eines Heissluftballons.
LUZERN

In 3200 Metern Höhe: Vom Ballon aus mit einem Deltasegler gestartet

Der Veloabstellplatz im Gubelloch wird gut genutzt, auch wenn ein gewisses Risiko besteht.
ZUG

Wegen Vandalismus: Veloabstellplatz beim Bahnhof Zug in der Kritik

Zur klassischen Ansicht wechseln