Luzern
26.10.2016 05:00

Endstation Ebikon

  • Die Linie 1 unterwegs Richtung Maihof. Ab 2019 sollen diese Busse bis zur Mall of Switzerland in Ebikon fahren.
    Die Linie 1 unterwegs Richtung Maihof. Ab 2019 sollen diese Busse bis zur Mall of Switzerland in Ebikon fahren. | Roger Grütter
VBL ⋅ Die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 zur Mall of Switzerland stösst auf Widerstand. Nun erklärt der Kanton, weshalb es keine Alternative gibt – und wieso er weitere Verzögerungen vermeiden will.

Was für Buspassagiere aus Kriens und Emmen selbstverständlich ist, sorgt in Ebikon für Ärger: der Trolleybus. Ab 2019, so die Pläne des Kantons, soll die Linie 1 Obernau–Maihof nach Ebikon verlängert werden. Dieser Ausbau soll 13 Millionen Franken kosten. Die neue Endstation der Linie 1 befände sich bei der Mall of Switzerland. Doch in Ebikon sorgt man sich wegen der Fahrleitungen und der rund 250 Masten, welche für die Linienverlängerung aufgestellt werden müssen (wir berichteten). Gibt es denn keine Alternative zum Trolleybus? Diese Frage wurde in letzter Zeit oft gestellt – auch mit Blick auf neu­artige Antriebssysteme, die langsam auf den Markt kommen. Insbesondere das System Tosa, das in Genf erprobt wurde, rückte in den Fokus. Dabei handelt es sich um einen Elektrobus, der ohne Fahrleitungen auskommt und jeweils bei den Haltestellen seine Batterien auflädt.

Die Frage nach Alternativen stellte auch der Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP) im Kantonsrat. Die Antwort der Regierung lautet nun eindeutig Nein. Man habe durchaus andere Varianten zur Verlängerung des Trolleybusses geprüft, so der Regierungsrat. Zur Diskussion stand etwa, die heutigen Dieselbusse der Linie 22/23 durch Hybridbusse zu ersetzen. Dies würde aber an den Kapazitätsproblemen dieser beiden Linien nichts ändern. Auch zusätzliche Schnellbusse aus dem Gebiet Löwenplatz oder Maihof nach Ebikon würden die Situation kaum verbessern.

Es braucht grössere Busse

Nötig seien nicht zusätzliche Busse, sondern grössere, schreibt der Regierungsrat. Und bei den grössten Fahrzeugen, den Doppelgelenkbussen, gebe es nun einmal keine Alternative zum Elektroantrieb mit Fahrleitung. Das System sei zurzeit die wirtschaftlichste, zuverlässigste und am besten erprobte Antriebs­weise. Dies im Gegensatz zum Genfer Tosa-System, das bisher nur als Versuchsbetrieb funktioniere. Mit dieser Feststellung liegt die Regierung allerdings nicht ganz richtig. Denn in Genf ist der Versuchsbetrieb mit den fahrleitungslosen Elektrobussen inzwischen vorbei – die dortigen Verkehrsbetriebe wollen die Busse ab 2018 fahrplanmässig auf einer regulären Linie einsetzen.

So oder so: Da die Linie Obernau-Ebikon die frequenzstärkste auf dem ganzen VBL-Netz ist, will die Regierung dort keine technischen Experimente. Solche könnten allenfalls auf Neben­linien gemacht werden, schreibt die Regierung. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weshalb der Kanton in Ebikon auf Bewährtes setzen will. Die rasche Erschliessung der neuen Mall of Switzerland, die 2017 eröffnet wird, hat für die Regierung hohe Priorität. Dies umso mehr, als sich die Mall an den Erschliessungskosten mit 1,5 Millionen Franken beteiligt. Schafft es der Kanton bis 2023 nicht, die Linie 1 bis zum Einkaufszentrum zu verlängern, muss er diese 1,5 Millionen zurückerstatten. So ist es mit der Mall vereinbart. (rk.)

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