Luzern
08.04.2017 08:37

Flexibles Tempolimit auf der A14 zwischen Buchrain und Luzern

  • Eine elektronische Tempo-Anzeigetafel, hier auf der A14 bei Cham.
    Eine elektronische Tempo-Anzeigetafel, hier auf der A14 bei Cham. | Bild: Werner Schelbert (Cham, 27. August 2013)
AUTOBAHN ⋅ Regelmässige Staus und Unfälle machen die A14 zwischen Buchrain und Luzern zum Ärgernis. Nun will der Bund mit neuen Anzeigetafeln den Verkehr verflüssigen.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

«Auf der A14 Richtung Luzern Stau wegen eines Unfalls»: Wer die Verkehrsmeldungen im Radio regelmässig hört, dem ist dieser Satz wohl vertraut. Tatsächlich gibt es keinen anderen Ort im Kanton Luzern, wo es derart häufig kracht wie auf der Autobahn zwischen Buchrain und Luzern. Die neusten Unfallzahlen der Luzerner Polizei stammen von 2015 – damals gab es insgesamt 26 Unfälle auf der A14.

Beim Bundesamt für Strassen (Astra) hat man das Problem A14 schon länger erkannt, doch Massnahmen gab es bisher nur punktuell. Das soll sich in absehbarer Zeit aber ändern. Die Lösung heisst «Geschwindigkeitsharmonisierung». Hinter dem klobigen Begriff versteckt sich die Idee, den Verkehr mittels flexibler Temposteuerung flüssiger zu halten. Wer heute auf der A14 Richtung Luzern fährt, muss kurz vor der Verzweigung Rotsee relativ abrupt von 120 auf 80 Stundenkilometer drosseln. Wegen des «Handorgel-Effekts» kommt es dann oft zu gefährlichen Rückstaus. Der grösste Teil der Unfälle auf der A14 sind denn auch Auffahrunfälle.

Automatisch oder manuell gesteuert

Das Astra plant deshalb, bei grossem Verkehrsaufkommen das Tempo schon früher zu reduzieren, etwa bereits in Buchrain. Die Astra-Filiale in Zofingen bestätigt auf Anfrage diese Pläne. Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung gebe es aber noch nicht. Ebenfalls noch nicht definiert ­ ist, ob das dynamische Tempo­regime auf der ganzen Länge zwischen Rotkreuz und Luzern angewendet werden soll oder nur auf einem Teilstück.

Flexible Tempolimiten erfordern neue elektronische Anzeigetafeln, die jeweils die aktuell geltende Geschwindigkeit signalisieren. Die Tafeln können entweder manuell von der Verkehrsleitzentrale aus gesteuert werden oder automatisch ab einer bestimmten Verkehrsmenge. Gemäss eines Leitfadens, den das Astra für elektronische Temposchilder herausgegeben hat, ist es zentral, das Tempo in kleinen Schritten zu senken – etwa von 120 auf 100 und dann auf 80. Nur so könne die gewünschte Wirkung eines besseren Verkehrsflusses erreicht werden.

Höchste Stauzunahme in der Schweiz

Die Anzeigetafeln können aber nicht nur als Temposignale dienen, sondern bei Bedarf auf aktuelle Gefahren (Stau, Baustelle, Schleudergefahr, gesperrte Spuren) hinweisen. Das System ist schon auf diversen besonders verkehrsreichen Autobahnabschnitten der Schweiz in Betrieb, auch in der Region Luzern. So beispielsweise auf der A2 zwischen Emmen und Luzern sowie zwischen Kriens und Horw. Auch die A1 zwischen Wiggertal und Härkingen ist damit ausgestattet.

Mit den flexiblen Tempolimiten auf der A14 will das Astra aber nicht nur die Unfallzahlen senken, sondern auch die Staus reduzieren. Denn selbst wenn nichts passiert, stockt der Verkehr auf der A14 zu Pendlerzeiten praktisch täglich. Im Jahr 2015 standen die Fahrzeuge während total 500 Stunden im Stau. Das ist eine Zunahme von mehr als einem Drittel gegenüber 2014 und die höchste Zunahme von allen Schweizer Autobahnen.

Kommentare

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08.04.2017 10:53

Es ist schon erstaundlich welche Massnahmen ausgelöst werden, nur weil die Autofahrer sich nicht an die Sicherheitsabstände halten. Anstelle das Fehlverhalten der Autofaher zu Büssen gibt der Bund hohe Bträge aus welche das Problem meistens nicht Lösen.

Silvia Künzli, Horw ⋅ Beiträge: 1
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08.04.2017 18:31
als Antwort auf das Posting von Silvia Künzli, Horw am 08.04.2017 10:53

Ja, besser mehr kontrollieren, Abstand und Geschwindigkeit

Franz Wandeler, Neuenkirch ⋅ Beiträge: 1
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08.04.2017 13:01

Merken es auch noch früh, dass auf dieser Strecke häufig Unfälle passieren, jedoch bringt eine Tempobegrenzung nicht viel. Das Übel am Schopf packen, Drängeler, solche die stets von der linken Seite hineinquetschen nach Rechts, weil die Ausfahrt 40 Meter weiter vorne ist und Handynutzer ahnden.

Heinz Scherrer, Cham 1 ⋅ Beiträge: 14
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08.04.2017 17:50

Vielleicht sollten die Automobilisten einfach mal zügig anfahren und nicht träumen. Was den Stau verursacht ist der Radar im 80er Richtung Luzern (alle fahren aus Angst knapp 70) und die Kurve mit 40 Richtung Basel. Ein weiteres Problem ist dass man nicht rechts vorbeifahren darf. Das würde auch Entlastung bringen. Aber eben, als Autohassenede Regierung ist es ein Wunder dass manbüberhaupt noch 80 fahren darf!

Anton Holzer, Stans ⋅ Beiträge: 364
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08.04.2017 18:54
als Antwort auf das Posting von Anton Holzer, Stans am 08.04.2017 17:50

Erzählen Sie bitte nicht solche Unwahrheiten!

Heinz Scherrer, Cham 1 ⋅ Beiträge: 14
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16.04.2017 04:32
als Antwort auf das Posting von Heinz Scherrer, Cham 1 am 08.04.2017 18:54

Es ist aber wahr ! Wenn ein Radar, ob in Betrieb oder nicht in einem 80er Bereich steht fährt kaum jemand 80 sondern deutlich darunter. Das kommt auch daher, da ein Tacho deutlich mehr anzeigen darf als das Auto fährt. Mein Tacho ist genau !

Dora Schweizer-Gerber, Sursee ⋅ Beiträge: 60
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08.04.2017 19:28

Wollen Sie vielleicht Filme sehen, was täglich auf dieser Autobahn abgeht? Dann melden Sie sich bei meinem Anwalt!

Heinz Scherrer, Cham 1 ⋅ Beiträge: 14
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08.04.2017 21:12
als Antwort auf das Posting von Heinz Scherrer, Cham 1 am 08.04.2017 19:28

Vielleicht sollte ich das, ev. wurde ich ohne gefragt zu werden gefilmt. Mich hat auch so einblustiger versucht anzuzeigen wegen schikane. Dumm nur dass er darauf den Ausweis wegen nötigung abgeben musste! Den Beweis hatte er selbst geliefert.

Anton Holzer, Stans ⋅ Beiträge: 364
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09.04.2017 09:34

Solche flexiblen Anlagen wären eigentlich etwas sinnvolles, sofern sie richtig bedient werden.

Ein Blick auf andere Anlagen im In- und Ausland zeigt jedoch, daß solche Anlage in der Regel zur heimlichen Einführung eines generellen Tempolimits mißbraucht werden.

Es sollte uns daher nicht wundern, wenn in Zukunft auf der A 14 an vier Stunden am Tag Tempo 80 gilt, in den restlichen 20 Stunden Tempo 100, natürlich auch sonn- und feiertags.

Wolfgang Strich, Luzern ⋅ Beiträge: 503
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09.04.2017 11:57

na dann kommen sie einmal nach Thailand. Da ist die Schweiz noch ein gesegnetes Land.

LeO-Friedl Paierl, ⋅ Beiträge: 7
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10.04.2017 10:25

Wieso kann man auf der A14 nicht 2 Spuren Richtung Luzern machen? Platz hat es ja genug. Dann verläuft die Strecke Richtung Luzern mit insgesamt 4 Spuren (der Pannenstreifen wird entfernt) und dann auf 3 Spuren verringern bevor es ins Reussporttunnel geht. Die Autos könnten so besser in die A2 einfädeln.

Luca Meier, ⋅ Beiträge: 11
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22.04.2017 18:17

Man sollte auch früher die einspurung nach Luzern oder Basel/Emmen einleiten. Schilder schon ab Buchrein aufstellen.

Admir Pekic, ⋅ Beiträge: 1
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