Luzern
14.06.2016 05:00

Neuer Schub für Schönbühl

  • Im Schönbühl sollen in den nächsten 4 Jahren rund 50 Alterswohnungen entstehen.
    Im Schönbühl sollen in den nächsten 4 Jahren rund 50 Alterswohnungen entstehen. | Archiv Neue LZ
LUZERN ⋅ Die neuen Besitzer des Einkaufszentrums haben für das Schönbühl-Quartier Grosses vor. Bis 2020 entstehen je 50 Alterswohnungen und Pflegebetten. Profitieren sollen aber nicht nur Senioren.

Sandra Monika Ziegler

Das Einkaufszentrum Schönbühl in der Stadt Luzern hat einen neuen Besitzer. Seit dem 3. Juni gehört die Liegenschaft und Parzelle an der Lan­gensandstrasse 23 dem börsenkotierten Immobilienkonzern Swiss Prime Site AG (SPS), mit Hauptsitz im Kanton Solothurn (Ausgabe vom 10. Juni).

Nun ist klar, wie sie das Areal genau nutzen will. Insgesamt sind 100 Wohneinheiten geplant. Wobei es einen Mix von 50 Wohnungen und 50 Pflegebetten gibt. Definitiv ist die Anzahl Wohnungen aber noch nicht. Mit dem Kauf sichert sich der Immobilienkonzern ein «potenzielles Entwicklungsareal an äusserst attraktiver städtischer Lage», so Peter Lehmann, Chief Investment Officer bei der Swiss Prime Site AG.

«Muss nicht mehr extra in die Stadt»

«Wer im Schönbühl wohnt, muss für seinen täglichen Bedarf nicht mehr extra in die Stadt gehen. Unsere Pläne werden diesen Standort noch attraktiver machen», sagt Lehmann. Erste Pläne gibt es für den nordöstlichen Teil der Parzelle. Dort sollen nebst Alterswohnungen auch «überregionale Versorgungsfunktionen» ausgebaut werden. Zu diesem Versorgungskonzept gehören laut Lehmann nebst den Alterswohnungen, auch Angebote im Bereich von Fitness, Gesundheit und medizinischen Diensten.

Angebot im mittleren Segment

Gestartet mit dem Bau des Seniorenzentrums wird voraussichtlich 2018. «Wenn uns der Kanton Luzern entsprechende Pflegebetten zusagt, werden wir auf einer Bebauungsfläche von 18 500 Quadratmetern starten. Geplant sind Alterswohnungen nach unserem Vitadomo-Seniorencenter-Modell»,sagt Lehmann. Die Vitadomo steht für eine Alterswohnform im mittleren Preissegment wie Lehmann ausführt. Dazu gehört auch, dass diejenigen die dort zur Miete sind, bei Pflegebedürftigkeit eine Garantie für den Umzug in den Pflegetrakt haben.

Die Swiss Prime Site AG hat sich auf «Qualitätsliegenschaften – meist in Kombination mit Büro und Verkaufsflächen» spezialisiert. Die SPS kaufte zudem den Schweizer Hauptsitz von Partners Group in Baar. Das Akquisitionsvolumen für die beiden Zukäufe wird mit 115 Millionen Franken angegeben. Zum Verkaufspreis für das Schönbühl Einkaufszentrum äussert sich Peter Lehmann nicht explizit, der werde nicht kommuniziert. Das Unternehmen betreibt in der Stadt Luzern bereits das Tertianum Residenz Bellerive in der Nähe des Luzerner Verkehrshauses.

Doch so Lehmann: «Dieses Tertianum ist ein Angebot im gehobenen Preis-Segment. Für das Schönbühl-Quartier haben wir ein Angebot im mittleren Preissegment vorgesehen.»

Kleinere Wohnungen geplant

Geplant sind am Standort Schönbühl 1?- bis 3?-Zimmer-Wohnungen. Der Mietzins werde im «normalen quartierüblichen» Bereich sein, dazu kommt ein Zuschlag von 300 Franken für die Benutzung der gebotenen Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem Restaurant, Coiffeur, Aufenthaltsräume, Rezeption, Physio und eventuell Ärztezentrum. Abgerechnet werden Mietzins plus Nebenkosten, die effektiv bezogenen Pflegedienstleistungen und die à-la-carte bezogenen Leistungen wie etwa Reinigung oder Mahlzeiten, so Lehmann. In einem weiteren Schritt sind Erweiterungsbauten mit einem Ärzte- und Pflegezentrum geplant.

Einkaufscenter bleibt bestehen

«Für das vollvermietete Einkaufscenter wird sich durch die Baupläne nichts ändern», betont Lehmann und fügt an: «Es bleibt bestehen, wie es ist. Ein erfolgreiches Center, das in den letzten Jahren stets Umsatzsteigerungen verbuchen konnte.»

Das Einkaufscenter Schönbühl gehört zu den ersten in der Schweiz und wurde 1967 eröffnet. Die Verkaufsfläche beträgt 6668 Quadratmeter, verkauft wird auf zwei Etagen. Heute sind rund 25 Geschäfte eingemietet, darunter auch die Grossverteiler wie Migros, Coop und Aldi. Nach 40 Jahren wurde das Einkaufscenter 2007 einem Facelifting unterzogen und nach Plänen der Architekten Holzer Kobler Architekturen umfassend saniert.

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