Luzern
06.04.2016 05:00

Schönbühl wird noch finnischer

  • Die geplante Überbauung beim Einkaufscenter Schönbühl, entworfen von finnischen Architekten.
    Die geplante Überbauung beim Einkaufscenter Schönbühl, entworfen von finnischen Architekten. | Visualisierung PD
LUZERN ⋅ Rund um das Einkaufscenter Schönbühl entstehen 110 Wohnungen. Geplant werden sie von zwei Finnen, die dem Quartier bereits ihren Stempel aufgedrückt haben.

Stefan Dähler

Das Luzerner Schönbühl-Quartier wird zu Klein-Finnland – zumindest aus städtebaulicher Sicht. Seit 1967 prägt das Hochhaus des berühmten finnischen Architekten Alvar Aalto die Umgebung. 2014 realisierte die Familie von Schumacher auf ihrem Grundstück neben dem Einkaufscenter den «Schönbühl-Park», der 72 Wohnungen umfasst. Die Architekten, Mikko Heikkinen und Markku Komonen, sind ebenfalls Finnen.

Diese haben auch die 2012 erbauten Wohnhäuser an der Hirtenhofstrasse 81 und 83 mit total rund 50 Wohnungen entworfen. Hier hat allerdings das Architekturbüro Graser aus Zürcher noch Änderungen vorgenommen. «Darum kommen diese optisch anders her», sagt Nicolas von Schumacher.

Nun sollen weitere Bauten von Mikko Heikkinen und Markku Komonen an zwei Standorten neben dem Shopping- Center folgen. An der Langensandstrasse 21, wo sich derzeit die Auto Moser AG sowie eine Avia-Tankstelle befinden, sind die Planungen weit fortgeschritten. Die Baugespanne stehen bereits. Hier entsteht eine rund 20 Meter hohe, sechsstöckige Überbauung mit 48 Wohnungen. «Derzeit läuft die Planauflage bei der Stadt», sagt von Schumacher. Danach folgt die Prüfung allfälliger Einsprachen. Von Schumacher rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Herbst beginnen und die Wohnungen im Sommer 2018 bezugsbereit sind. Die Baukosten würden 15 bis 20 Millionen Franken betragen.

Autogeschäft zieht ins Obernau

Die Avia-Tankstelle sowie die Auto Moser AG müssen weichen. Laut von Schumacher habe er das Land im Baurecht abgegeben, der Vertrag laufe im Herbst aus. Die Auto Moser AG hat im Obernau einen neuen Standort gefunden, wie eine Mitarbeiterin auf Anfrage sagt. Für die Avia-Tankstelle gibt es keinen Ersatz. Die Mitarbeiter würden aber nicht entlassen, sondern auf andere Filialen verteilt, sagt eine Angestellte.

Das Projekt sei eine Fortsetzung des 2014 erbauten Schönbühl-Parks. «Die äussere Erscheinung wird sehr ähnlich sein – mit transparenten Treppenhäusern und Verglasungen mit Streifen auf den Balkonen», sagt von Schumacher.

Miete 1700 bis 2800 Franken

Die Mietkosten würden etwa 1700 bis 2800 Franken betragen. Vorgesehen sind Wohnungen mit 2,5 und 3,5 Zimmern. Zudem entsteht eine Einstellhalle mit Platz für rund 40 Autos. Es gibt also weniger Parkplätze als Wohnungen. «Der Bedarf an Parkplätzen ist wahrscheinlich nicht grösser», sagt von Schumacher. «Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist mit drei Buslinien sehr gut.» Ausserdem seien es eher kleinere Wohnungen, daher wohnen weniger Leute dort.

Das zweite Bauprojekt ist auf der Wiese zwischen der Hirtenhof- und der Langensandstrasse geplant. Vier Gebäude sollen dort entstehen. Auch dieses Land ist im Besitz der von Schumachers. «Hier sind rund 60 bis 70 Wohnungen vorgesehen», sagt Nicolas von Schumacher. Gemeinsam mit dem Bau an der Langensandstrasse 21 entstehen also ungefähr 110 zusätzliche Wohnungen. Angaben zu den Bau- und Mietkosten sowie zum Zeitplan des Projekts auf der Wiese macht er noch nicht, dafür sei es zu früh. Klar ist: Auch diese Bauten werden von den finnischen Architekten Mikko Heikkinen und Markku Komonen realisiert.

Zwischen dem Aalto-Hochhaus und den neueren Projekten soll eine architektonische Verbindung entstehen. «Das Aalto-Hochhaus ist eine grosse architektonische Leistung», sagt von Schumacher. «Der Grundriss entspricht auch noch heute den Wohnbedürfnissen. Das ist bei den meisten anderen Gebäuden aus dieser Zeit nicht mehr der Fall.»

Wieso hat man die neuen Überbauungen nicht gleich gemeinsam mit dem Schönbühl-Park realisiert? «Geografisch hängen die Flächen nicht zusammen», sagt von Schumacher. Ausserdem habe man die Projekte aufgrund des grossen Investitionsvolumens etappiert. Hinzu komme, dass mehrere Baustellen schwieriger zu koordinieren seien.

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