Luzern
29.03.2017 04:28

Wird Geld für Skigebiet blockiert?

  • Der Zweiersessellift im Eisee soll durch einen Viererlift ersetzt werden. Bild: PD
    Der Zweiersessellift im Eisee soll durch einen Viererlift ersetzt werden. | PD
SÖRENBERG ⋅ Es harzt mit dem Ausbau des Skigebiets Sörenberg-Rothorn. Deshalb wollen die Grünen die vom Parlament abgesegnete Finanzspritze neu beraten. Das ist durchaus möglich, urteilt der Kanton.

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

Als der Luzerner Kantonsrat am 8. Dezember 2015 Ja sagte zu einem Sonderkredit von 6 Millionen Franken für den Zusammenschluss der Skigebiete Sörenberg und Rothorn, gingen die Bergbahnen von Investitionen in der Höhe von rund 35 Millionen Franken aus. Der Sonderkredit setzt sich zusammen aus einer Bürgschaft von 4,2 Millionen Franken und 1,8 Millionen in Form eines Darlehens aus Geldern der Neuen Regionalpolitik. Am Darlehen beteiligt sich der Bund zur Hälfte.

Nur ein halbes Jahr später wurde klar: Das Projekt kann so nicht realisiert werden, weil die Projektkosten durch Einsprachen von Naturschutzverbänden und dem Heimatschutz sowie höheren Aufwendungen für das Restaurant auf dem Rothorn auf 43 Millionen gestiegen waren. Also sistierten die Bergbahnen das dem Kantonsrat vorgelegte Projekt und revidierten ihre ursprünglichen Pläne. Damit konnten sie die Kosten auf 11 Millionen drücken (Ausgabe vom 8. Februar). Nach wie vor sind aber vier Einsprachen hängig. Die Bergbahnen wollen mit den Einsprechern noch vor Ostern erste Gespräche darüber führen (Ausgabe vom 10. März).

«Grundlagen haben sich entscheidend verändert»

Für Monique Frey, Fraktions­chefin der Grünen im Kantonsrat, ist klar: «Das Projekt wurde massiv abgespeckt.» Die Kantonsgelder müssten «neu beurteilt werden, weil sich die Grundlagen entscheidend verändert haben. Der Entscheid des Parlaments soll sistiert werden», schreibt Frey in einem eben eingereichten und unserer Zeitung vorliegenden Postulat. Seien die Einspracheverhandlungen gütlich geregelt worden und liege eine baufähige Vorlage vor, müsse das Geschäft vom Kantonsrat neu beraten werden, fordert die Emmer Politikerin weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Ausbauprojekt in Sörenberg von linker Seite kritisiert wird. Bereits bei der Kantonsratsdebatte über den Sonderkredit im Dezember 2015 sagte Frey, die Verantwortlichen würden gescheiter auf den Sommertourismus setzen, weil die Schneesituation in Sörenberg schon heute prekär sei. In die gleiche Kerbe hieb die SP. Die Abstimmung über die Bürgschaft und das Darlehen fiel dann allerdings sehr deutlich aus: 103 Kantonsräte sagten Ja, nur deren 6 Nein. Fünf der Neinsager waren Grüne, einer stammte aus der Fraktion der Sozialdemokraten.

Bei Theo Schnider, Verwaltungsratsmitglied der Bergbahnen Sörenberg, kommt der Vorstoss der Grünen nicht gut an. Das Projekt sei «nicht redimensioniert, sondern bloss etappiert worden». Ändere sich an diesem Plan nichts – und das sei das Ziel –, werde sich auch an der Finanzierung nichts ändern, sagt Schnider auf Anfrage. Und betont: «Zum heutigen Zeitpunkt wurde auf keinen Ausbauteil verzichtet. Die Chancen für das Hauptprojekt sind nach wie vor intakt.»

Projekt abgespeckt – oder bloss etappiert?

Haben die Bergbahnen ihr Projekt nun redimensioniert, wie Monique Frey sagt? Oder liegt lediglich eine Etappierung vor? So, wie das Theo Schnider sieht? Beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement werden «das weitere Vorgehen und die erforderlichen Schritte derzeit evaluiert», wie Departementssekretär Thomas Buchmann auf Anfrage erklärt. Und Buchmann sagt auch: «Falls Teile des Gesamtprojekts nicht mehr realisiert werden, ist eine politische Neubeurteilung des Darlehens und des Bürgschaftskredits nötig.» Sein Departement tausche sich deswegen bereits mit den Bergbahnen Sörenberg aus.

Bis jetzt wurden weder Teile des vom Kantonsrat im Dezember 2015 bewilligten Darlehens ausgezahlt, noch wurde eine Bürgschaft abgeschlossen.

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