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LUZERN

Bemalter Theaterplatz ist eine Sturzfalle: Stadt stellt Warnschilder auf

Die Stadt Luzern hat reagiert: Nachdem eine Velofahrerin auf dem bemalten Luzerner Theaterplatz ausgerutscht ist, stehen dort nun Warnschilder: «Bei Nässe Rutschgefahr».
03.10.2017 | 16:25

Der bemalte Theaterplatz in Luzern ist gefährlich: Das zeigt ein Unfall vom vergangenen Mittwoch. Auf der bemalten Strassenfläche ist eine Velofahrerin ausgerutscht. Sie blutete an der Hand. Grund für das Ausrutschen war offenbar die Farbe der Bemalung, welche bei Nässe glitschig wird.

Bei der Luzerner Polizei hat sich die verletzte Velofahrerin bis heute noch nicht gemeldet, heisst es auf Anfrage. Auch von weiteren derartigen Unfällen habe die Polizei bisher keine Kenntnis.

Die Stadt hat nun gehandelt

Bei der Stadt Luzern sieht dies anders aus: Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen erklärte bereits am Freitag auf Anfrage, dass die Stadt über den Unfall informiert wurde. (wir berichteten»). Weitere Fälle seien jedoch auch hier bisher nicht bekannt. Das Strassenbild sei nach Fertigstellung Anfang September von der Polizei abgenommen worden und entspreche den Strassenvorschriften. Beim Anbringen der Farbstreifen kam die gleiche Technik zur Anwendung, die auch zum Aufbringen normaler Strassenmarkierungen gebraucht wird.

Die Verantwortlichen des Strasseninspektorates haben nun nach dem Unfall gehandelt. Als erste Sofortmassnahme wurden Warnschilder an drei Zufahrtsorten zum Theaterplatz aufgestellt. «Bei Nässe Rutschgefahr» steht darauf geschrieben. «Die Griffigkeit der Farbe werden wir in den nächsten Tagen durch Spezialisten messen lassen», so Florian Aschbacher vom Strasseninspektorat der Stadt Luzern auf Anfrage. Die Schilder seien vorerst temporär angedacht. Dies, bis weitere Erkenntnisse aus den Messungen der Griffigkeit vorliegen würden. «Aufgrund dieser Grundlagen können wir dann weitere Entscheidungen fällen», so Aschbacher weiter.

Der Verein Pro Velo Luzern hat bisher noch keine Meldungen zu Unfällen beim Theaterplatz erhalten. Gemäss Vorstandsmitglied Thomas Scherer seien an Velokursen aber immer wieder Farben auf den Strassen ein Thema: «Wir sensibilisieren die Teilnehmer darauf, dass es bei Strassenbemalungen vor allem bei regennasser Fahrbahn rutschig werden kann». Die Warntafel sei gemäss Scherer «eine gute Sache». Ob es jedoch Unfälle verhindere, könne er nicht einschätzen. Aber: «Nützt es nichts, so schadet es auch nicht». Autos und Zweiradfahrer seien ohnehin immer gut beraten, langsam und angemessen im Bereich dieser Begegnungszone zu fahren.

Bild bleibt ein Jahr erhalten

Weil ihm der Platz vor dem Theater nicht gefiel und die neue Spielzeit bevorstand, wollte Theaterintendant Benedikt von Peter nicht bis zur definitiven Umgestaltung des Platzes warten. So wurde das neue Strassenbild namens Street Painting #3 Anfang September umgesetzt – und privat finanziert.

Geschaffen wurde das Bild vom renommierten Schweizer Künstlerduo Lang/Baumann. Die Kunstaktion wurde von den beiden Künstlern gemeinsam mit der Stadt erarbeitet und vom Stadtrat bewilligt. Das Bewilligungsverfahren dauerte drei Monate. Das Kunstwerk wurde am 8. September eingeweiht und ist auf ein Jahr beschränkt.

 

Stefanie Nopper

stefanie.nopper@luzernerzeitung.ch
 

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