Luzern
18.05.2017 22:37

Berührender Abschied von Kurt Zurfluh

  • Pfarrer Ernst Heller zündet eine Kerze an, als Symbol für Kraft und Liebe.
    Pfarrer Ernst Heller zündet eine Kerze an, als Symbol für Kraft und Liebe. | Bild: Dominik Wunderli/LZ, Weggis, 18. Mai 2017)
  • Die Trauergäste der Gedenkfeuer in Weggis. | Bild: Dominik Wunderli/LZ, Weggis, 18. Mai 2017
WEGGIS ⋅ Diese Gedenkstunde ging unter die Haut. Es flossen Tränen. Familienangehörige, Freunde, Weggefährten und viel Prominenz erwiesen gestern Kurt Zurfluh (67) die letzte Ehre

«Es ist nicht ganz einfach für mich, die richtigen Worte zu finden. Am liebsten hätten wir, wenn du, lieber Kurt, hier auf der Bühne stehen würdest.» Das sagte gestern Abend Pfarrer Ernst Heller zu Beginn der Gedenkfeier für Kurt Zurfluh im Pavillon am See in Weggis. Zurfluh verstarb überraschend im Alter von 67 Jahren am Karsamstag während einer Ferienreise in Kuba an einem akuten Herzversagen. Wie schmerzlich der liebenswürdige Journalist, Fernseh- und Radiomoderator Kurt Zurfluh vermisst wird, wurde gestern, anlässlich der Gedenkfeier, deutlich. Rund 1000 Trauergäste aus der ganzen Schweiz, darunter viele Volksmusikstars, nahmen Abschied von einem lieben Freund und Kollegen. Es war ein tränenreicher Abschied, berührend, traurig und äusserst emotional. Mit Blick auf das grosse, auf einem Holzstativ stehende Foto des Verstorbenen spendete Pfarrer Ernst Heller, Weggis, mit gehaltvollen Worten den Angehörigen Trost.

«Immer sich selber geblieben»

Josef Odermatt, Präsident des Heirassa-Festivals Weggis, würdigte seinen Freund in sieben Kapiteln: «Kurt und seine Jugend; Kurt und sein Medienberuf; Kurt und sein Selbstverständnis; Kurt und seine Nähe zum Volk; Kurt und sein Humor; Kurt und das Reisen; Kurt und das Heirassa». Es sei selten, dass jemand, der so lange in der Öffentlichkeit stand, immer sich selber geblieben ist, sagte Odermatt. «Kurt war zwar ein Medienstar, wollte aber nie als Star behandelt werden.» Odermatt dankte Zurfluh für die schönen Zeiten, die man mit ihm habe verbringen dürfen. Seiner Lebenspartnerin Barbara Schilliger wünschte er viel Kraft.

Für Kapellmeister Carlo Brunner, der mit seiner Superländlerkapelle die Gedenkfeier musikalisch untermalte, war der gestrige Tag besonders schwer. Zum einen, weil er zusammen mit Zurfluh in Kuba unterwegs war, als das Unfassbare passierte. Zum anderen verlor er einen persönlichen Freund, mit dem er sehr viel gemeinsam unternommen hatte. Brunners Musik ging unter die Haut. Als dieser den Fox «Hopp de Bäse Kurt» anstimmte, blieb kein Auge trocken. Diese Komposition hat Carlo Brunner für seinen Freund im Jahr 2012 komponiert. Stehende Ovationen, als zum Schluss der Schottisch «Steiner Chilbi» ertönte.

Der Weggiser Gemeindepräsident Roger Dähler zeigte sich tief betroffen vom Tod seines Mitbürgers und bezeichnete ihn als eine starke Persönlichkeit. «Er hat sich im Dorfleben stark engagiert und war überall gern gesehen.» Unter den Trauergästen waren viele bekannte Gesichter aus der Volksmusikszene. Kapellmeister Franz Bühler aus Wolhusen zollte dem Verstorbenen grossen Respekt. «Er war ein fantastischer Mensch, immer sehr positiv gestimmt, äusserst zuverlässig und hilfsbereit.» Sein Tod sei ein grosser Verlust. Akkordeonist René Wicky aus Oberägeri schloss sich diesen Worten an. «Kurt war ein liebenswürdiger Mensch, den alle gern hatten.» Bauchredner Kliby konnte es nicht glauben, als er erstmals die Nachricht vom Tod Kurt Zurfluhs hörte. «Ich dachte an eine Falschmeldung.»

Zurfluhs plötzlicher Tod ist ein Schock, der nicht nur bei seiner Lebenspartnerin eine grosse Lücke hinterlässt. Für alle, die ihn kannten, ist er viel zu früh zu seiner letzten Reise aufgebrochen. Kurt Zurfluh wurde am Donnerstagnachmittag, im engsten Familienkreis auf dem Weggiser Friedhof beigesetzt.

 

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

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