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«REBSTOCK»

«De Leu isch los!»; Bilder mit Stil und Witz

Die Ausstellung der Bockstall-Künstler steht wieder unter einem besonderen Motto. An der gestrigen Vernissage wurde noch Folgendes bekannt: Die Stadt fischt jährlich 2000 Franken aus dem Teich vor dem Löwendenkmal.
12.01.2018 | 04:39

So sicher wie die Fasnacht kommt jeweils kurz zuvor die Ausstellung der Künstlervereinigung «zum Bockstall», inszeniert von Oberehrenbock Silvio Panizza, Herausgeber von «De rüüdig Fasnachtsfüerer». Diesmal steht sie unter dem Motto «De Leu isch los!». Sieben Künstlerinnen und Künstler haben dazu passend zwölf Bilder geschaffen. Sie sind während der kommenden zwei ­Wochen im Restaurant Rebstock in Luzern zu bestaunen.

Mit dem Löwen ist natürlich das Löwendenkmal beim Gletschergarten gemeint. Auf dem grossformatigen Ölgemälde von Armida Levoni ist er in einer ­Audienz beim französischen ­König Louis XVI zu sehen. Bei Lotti Hegglin ist er der König der Tiere im Froschteich, Walter Müller lässt ihn in den Teich springen. Bei Emmanuel Ammon beisst er in die Kapellbrücke, bei Sonja Schröter bewacht er das Nadelwehr. Franz «Fräschu» Heggli malte ihn auf einer ­Abschussrampe vor der Bastille – im revolutionären Paris. Edith Müller-Crapp arbeitet in der ­anspruchsvollen, aufwendigen Papierschnitttechnik. Sie hat ein wunderschönes «Buebezügli mit Leu» zurechtgeschnitten.

Die Laudatio an der gestrigen Vernissage hielt passenderweise Andreas Burri, Direktor des Gletschergartens. «Bis zu 2 Millionen Menschen aus aller Welt besuchen den wohl berühmtesten Löwen der Welt jährlich», sagte Burri – «für jeweils drei bis fünf Minuten», fügte er augenzwinkernd an. Der Löwe sei eine Projektionsfläche, «eine steinharte Leinwand für Gedanken, Wünsche, Fantastereien». Er lasse verschiedene Interpretationen zu. Einige davon – mit Stil, Können und Witz gemalt –sind nun im «Rebstock» zu sehen.

Eine interessante Zahl gab Burri auch noch bekannt: Rund 2000 Franken kämen jeweils ­zusammen, wenn der Teich vor dem Löwendenkmal einmal pro Jahr gereinigt werde – vor allem von Touristen hineingeworfene Münzen. Die Stadt als Besitzerin des Löwendenkmals spendet sie für einen guten Zweck.

 

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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