Luzern
17.07.2017 05:00

Die Rigi ist auch Alphornkönigin

  • Urchig schön: Alphornbläser beim Hotel Edelweiss auf Rigi Staffel. (© Bild: Nadia Schärli (16. Juli 2017))
    Urchig schön: Alphornbläser beim Hotel Edelweiss auf Rigi Staffel. | Bild: Nadia Schärli (16. Juli 2017)
TREFFEN ⋅ 37 Alphornbläser aus der ganzen Schweiz trafen sich gestern zum 22. Mal auf Rigi Staffelhöhe zum gemeinsamen Musizieren. Ein «Puma» gab den Ton an – zum letzten Mal.

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

Seit nunmehr 22 Jahren treffen sich jeweils am dritten Sonntag im Juli Alphornbläserinnen und Alphornbläser aus der ganzen Schweiz zum traditionellen Alphornbläsertreffen. Dieser Anlass steht unter der musikalischen Leitung von Peter Baumann aus Laupersdorf SO, den man auch unter dem Namen «Alphorn­puma» kennt. «Für diese Bezeichnung sind Kinder von Bekannten verantwortlich», erzählt der Musiker. Sie sprachen jeweils vom «Alphorn-Puma» (Baumann). Daraus wurde «Peter, der Alphornpuma».

Ziemlich verblüfft waren die Teilnehmer, als Baumann zwischen den Kompositionen «Festgruss» und «Heilig» bekanntgab, dass dies nun nach mehr als 10 Jahren das letzte Mal sei, dass er auf der Rigi den Alphornbläsern als musikalischer Leiter vorstehe. Zeitprobleme hätten ihn dazu gezwungen. Kenner der Szene wissen, dass Peter Baumann ein viel beschäftigter und viel gefragter Mann ist. Der Vollblutmusiker ist Komponist, Dirigent, Musiklehrer, Ausbildner, Kursleiter und Juror verschiedener Musikwettbewerbe.

Starker Wille und regelmässiges Üben

«Das Alphornblasen in der Schweiz boomt», stellt der Fachmann fest. Peter Baumann weiss nie, wer und wie viele Alphornbläser auf die Rigi zum Alphorntreffen kommen. «Die zu spielenden Musikstücke sind den Teilnehmern bekannt. Man kann sich vorbereiten», so Baumann. Die grösste Schwierigkeit sei, dass man nicht gemeinsam proben und dadurch auf Fehler nicht reagieren könne.

Kann jeder das Alphornspielen erlernen? «Im Prinzip ja. Es braucht echten Willen, das Instrument wirklich zu lernen, und natürlich sollte man sich Zeit für das regelmässige Üben nehmen.» Diesen Willen legt der Jüngste der 37 Teilnehmer, Sascha Gavrilenko (10) aus Arlesheim, an den Tag. Der Zehnjährige, der mit seiner Mutter und seiner Schwester auf der Rigi war, verriet, dass er jeden Tag eine halbe Stunde übe und dabei auf verständnisvolle Nachbarn zählen könne. Neben dem Alphorn spielt er auch Klarinette und singt in einem Jugendchor. Schwerpunkt indes lege er auf das Alphorn: «Beim Alphorn fasziniert mich der Klang.»

Unter den 37 Teilnehmern des 22. Alphornbläsertreffens war ein bekanntes Gesicht auszumachen: Doris Egger, die während 32 Jahren das Hotel Edelweiss auf Rigi Staffelhöhe führte, wohnt heute in Buch am Irchel und erschien in der Weinländer Festtagstracht. Sie spielt seit neun Jahren Alphorn und ist mindestens einmal pro Woche auf der Rigi anzutreffen. Ihr verstorbener Ehegatte, Albert Egger, hat das Alphornbläsertreffen vor 22 Jahren auf Rigi Staffelhöhe ins Leben gerufen. «Mich fasziniert, dass man draussen in der Natur Musik machen kann», sagt Egger.

Ein Luzerner im Berner Mutz

Seit dem Anfang vor 22 Jahren am Alphorntreffen dabei ist Kurt Aeschlimann (75) aus Luzern. Der gebürtige Emmentaler erschien im traditionellen schwarzen Berner Sametmutz (Jacke aus Samt). Er spielt seit 25 Jahren Alphorn. Es scheint, dass sein Herz noch immer für den Kanton Bern schlägt. Denn während des Vortrags «Us em Bärnbiet», von Hans-Jürg Sommer, schwenkte Aeschlimann mit der rechten Hand die Berner Fahne und mit der linken hielt er das Alphorn.

Unter den rund 300 Zuschauern, die sich gestern zum Alphorntreffen einfanden, war auch Gabi Imholz (50) aus Zürich. Sie sei eigentlich zufällig auf der Rigi und habe vom Kellner im Hotel vom Alphorntreffen erfahren. Sie war begeistert – vor allem vom tiefen Ton des Alphorns. «Wollen Sie noch schreiben, dass ich Hühnerhaut habe», fragte die Zürcherin und streckte der Autorin ihren Arm mit den aufstehenden Härchen entgegen.

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    Alphorntreffen auf der Rigi

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