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LUZERN

Ein blutiges Weihnachtsfest

Ein zerbrochenes Fenster (Symbolbild). (© EPA/ROSS SETFORD NEW ZEALAND OUT)
Ein zerbrochenes Fenster (Symbolbild). (EPA/ROSS SETFORD NEW ZEALAND OUT)
Das Bezirksgericht Kriens hat einen jungen Eritreer vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen. Ein Weihnachtsessen unter Freunden war in einen plötzlichen Streit ausgeartet.
02.12.2017 | 16:53

Der Asylsuchende war letztes Jahr an Heiligabend von einer Bekannten zum Essen eingeladen worden. Es sollte ein ruhiger Abend werden – doch es kam ganz anders. Als die Polizei wegen starken Lärms zum Wohnort der Gastgeberin gerufen wurde, fand sie dort eine zertrümmerte Wohnung und mehrere Verletzte vor.

Was war passiert? Der Abend hatte an sich friedlich begonnen. Die Frau hatte neben dem Eritreer noch zwei weitere Bekannte eingeladen, die ebenfalls aus dessen Heimatland stammen. Man trank zusammen etwas Wein und redete über Gott und die Welt. Nach dem Essen bekam die Gastgeberin einen Anruf von einer Freundin, die plötzlich krank geworden war. Sie brach auf, um ihr beizustehen. In ihrer Abwesenheit gerieten die drei Männer in einen Streit. Worum es ging, ist heute aufgrund der unterschiedlichen Aussagen nicht mehr zu eruieren. Klar ist: Es brach eine Schlägerei aus, bei der Fenster und Türen zu Bruch gingen. Die Rangelei fand teils in der Wohnung, teils im Treppenhaus und teils auf der offenen Strasse statt. Alle drei Beteiligten trugen blutige Blessuren davon.

Die Taten lassen sich niemandem mehr zuordnen

Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Eritreer wegen Raufhandels zu verurteilen. Das Bezirksgericht Kriens jedoch entschied anders. Der Grund ist ein streng juristischer: Ein Raufhandel setzt die Teilnahme von mindestens drei Personen voraus. Gemäss den Aussagen spielte sich die Schlägerei aber abwechselnd zwischen jeweils zwei Personen ab. Die Sachbeschädigung wiederum lasse sich niemandem mehr zuordnen.
 

Lena Berger

 

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