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KOMMENTAR

Spange Nord: Es braucht Korrekturen

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region, über das Nein der Luzerner Stadtregierung zur Spange Nord.
17.04.2018 | 05:00

Der Luzerner Stadtrat stellt sich nun explizit gegen den neuen Nordzubringer zur A2, welcher mit der Luzerner Autobahnumfahrung Bypass realisiert werden soll. Das Nein der Luzerner Stadtregierung hat sich schon länger abgezeichnet. Der Stadtrat signalisierte bisher Zustimmung zur Spange Nord nur unter der Bedingung, dass wichtige Forderungen wie Untertunnelung der Strasse und Verzicht auf eine neue Reussbrücke erfüllt sind. Es wurde rasch klar, dass ein Kompromiss mit dem Kanton, der die «Spange» bauen soll, unwahrscheinlich ist.

Zwar hat der Luzerner Stadtrat in Sachen Spange Nord kein Vetorecht. Trotzdem ist sein klares Nein mehr als blosses Säbelrasseln. Denn auch in den betroffenen Quartieren stösst die bis zu vierspurige neue Strasse auf heftige Kritik. Ob das kantonale Projekt letztlich gegen den erbitterten Widerstand der Standortgemeinde Luzern realisiert werden kann, ist fraglich. Eine Flut von Einsprachen und Gerichtsprozessen könnte den Bau auf Jahre verzögern. Dies aber würde auch das eigentliche Hauptprojekt, den Bypass, in Frage stellen. Und beim Bypass steht viel auf dem Spiel: Es geht darum, das Nadelöhr Luzern zu entschärfen und den notorischen Staus auf A2 und A14 entgegenzuwirken. Dies kommt nicht nur dem Grossraum Luzern zugute, sondern der ganzen Zentralschweiz und den übrigen Landesteilen.

Die Luzerner Kantonsregierung ist daher gut beraten, nochmals deutliche Optimierungen des 200-Millionen-Projekts vorzunehmen, wenn sie die Spange Nord ab 2025 zusammen mit dem Bypass realisieren will –zum Nutzen aller.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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