Luzern
17.07.2017 07:16

Fährfrau verabschiedet sich vom Rotsee

  • Erika Burkard (52) war 23 Jahre lang Fährfrau auf dem Rotsee. (© Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 14. Juli 2017))
    Erika Burkard (52) war 23 Jahre lang Fährfrau auf dem Rotsee. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 14. Juli 2017)
WECHSEL ⋅ Nach 23 Jahren treten Erika und Hugo Burkard als Rotseewärter zurück. Das stellt den Quartierverein Maihof vor eine anspruchsvolle Aufgabe: Der Rotseepächter will die Wärter-Stelle neu besetzen.

Erika und Hugo Burkard, beide 52, sind rund um den Rotsee bekannt: Ganze 23 Jahre war das Rotsee-Wärterpaar mit seinen beiden Töchtern am Ufer des Rotsees zu Hause und schaute am See zum Rechten. Da die Kinder nun erwachsen sind, möchte das Ehepaar wieder mehr Freiheiten geniessen. Per Ende März 2018 legt es sein Amt nieder.

Ihr Einsatz während der vielen Jahre sei nur durch grossen Zeitaufwand und Natur-Verbundenheit zu leisten gewesen, erzählt Erika Burkard. Allein vom Fährgeld und der zur Verfügung gestellten Wohnung könne man seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Ihr Mann arbeitet als Betriebsmechaniker. Die Aufgabe als Rotseewärterin konnte Burkard leisten, da sie die gemeinsamen Kinder betreute und dadurch immer zu Hause war. Die Fährfrau ist zudem im Vorstand des Ruderclubs Rotsee sowie im Quartierverein Maihof aktiv. Ihr Mann, der sich um die Pflege des Naturschutzgebietes Rotsee kümmert, engagiert sich in der Rotsee-Kommission.

Badeverbot durchsetzen fällt ihr schwer

Auf die Frage, welche Aufgaben für sie am schwierigsten waren, folgt spontan die Antwort: «Wenn ich Badende aus dem Rotsee holen muss.» Am Rotsee gilt ausser in der Badi aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen ein Badeverbot. Allerdings sehen dies nicht alle ein, und manchmal entstehen dadurch unangenehme Begegnungen für die Wärterin. Auch das Grillverbot ausserhalb der Feuerstelle sorge manchmal für hitzige Diskussionen, so Burkard. Was sie am meisten vermissen wird: die traumhafte Wohnlage im Fährhaus und die Begegnungen mit den Fährgästen, welche die Fahrt über den See schätzen und geniessen. Eine bis zwei Fahrten täglich gebe es eigentlich immer, sagt Erika Burkard auf die Frage, wie oft die Fähre angefordert werde. An sonnigen Wochenenden sei sie manchmal sogar den ganzen Tag auf dem See unterwegs.

Susanne Locher vom Quartierverein Maihof bedauert, dass das Ehepaar Burkard sein Amt niederlegt. «Mit den beiden hatten wir für viele Jahre eine stabile Lösung. Sie waren für uns die gute Seele des Rotsees.» Besonders betont sie die Naturverbundenheit der beiden und ihr immenses Wissen über den Rotsee.

Nun sucht der Quartierverein eine Nachfolge für die Burkards. Das ist nicht ganz einfach. Denn die ehrenamtliche Arbeit sei besonders in den Sommermonaten sehr intensiv. «Der Fährbetrieb läuft sieben Tage die Woche und ist mit einer hohen Präsenzzeit verbunden», so Locher. Die Rotseewärter sind Ansprechpersonen für alles, was rund um den Rotsee läuft. Damit verbunden sind Kontakte zu verschiedensten Gruppen wie Fischer, Spaziergänger, Fährgäste, Ruderer und Behörden. Einige Bewerbungen sind laut Locher schon eingegangen, entschieden sei aber noch nichts.

Ganz verabschieden muss sich der Quartierverein Maihof vom Ehepaar Burkard zum Glück nicht. Hugo Burkard bleibt in der Rotsee-Kommission und Erika im Ruderclub. So bleibt das grosse Wissen und Engagement der noch amtierenden Rotseewärter erhalten.

 

Isabelle Jost

region@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Kontakt für Stelleninteressierte: www.rotsee-luzern.ch

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