Luzern
15.11.2017 05:00

Hochschule kauft 49 neue Flügel

  • Marc Hunziker, Dozent an der Musik-Hochschule Luzern, kann bald auf einem der 49 neuen Flügel spielen.
    Marc Hunziker, Dozent an der Musik-Hochschule Luzern, kann bald auf einem der 49 neuen Flügel spielen. | Bild: Nadia Schärli (14. November 2017)
LUZERN ⋅ Das Departement Musik rüstet sich für den Neubau: Neben einer Orgel sollen nun auch 49 neue Flügel her. Direktor Michael Kaufmann sagt: «Die haben wir uns erspart.»

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Ein neuer Standort verschafft Flügel: Die Hochschule Luzern schafft gleich 49 Stück jener Variante des Klaviers mit dem charakteristischen Resonanzkörper in Flügelform an. 3,5 Millionen Franken lässt die Schule sich das kosten. Das habe man sich zusammengespart, sagt der Direktor des Departementes Musik an der Hochschule Luzern, Michael Kaufmann. «Wir haben in den vergangenen Jahren absichtlich zugewartet und im Hinblick auf den Bezug des neuen Gebäudes kaum neue Instrumente angeschafft, sondern nur da, wo es dringend notwendig war.» In drei Jahren zieht das Departement Musik in den Neubau im Südpol. Dort habe man «mehr Platz», den man auch nutzen wolle.

Die auf den ersten Blick hohe Anzahl Instrumente relativiert der Direktor. «Bisher hatten wir rund 80 bis 90 Flügel, von denen gut die Hälfte nun an den neuen Standort mitgezügelt wird.» Man kaufe dabei nicht auf Vorrat, schliesslich würden die Übungsinstrumente täglich bis zu zwölf Stunden bespielt. Da brauche man auch eine gewisse Qualität. Ein Standard-Flügel für den Unterricht kostet rund 70000 Franken. Mit der Grossbestellung habe man aber gute Rabatte gegenüber Einzelbestellungen aushandeln können.

15 verschiedene Modelle

Insgesamt erstreckt sich die Liste der zu beschaffenden Ins­trumente über sieben Seiten im aktuellen Luzerner Kantonsblatt, 15 unterschiedliche Modelle sind aufgeführt, zwölf verschiedene Anbieter aus dem In- und ­Ausland wurden berücksichtigt, wie das SRF-«Regionaljournal» berichtet. Prunkstücke werden die vier Konzertflügel, je zwei pro Modell. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem «Bösendorfer 280 VC» und dem «Steinway & Sons D-274»? «Steinway & Sons befinden sich in den grossen Konzertsälen der Welt», führt Kaufmann aus. «Die Ins­trumente unterscheiden sich in der Grösse, in den Klangeigenschaften und der Mechanik.» Auch die gespielten Werke spielten eine Rolle. «Wir haben die Flügel intensiv getestet.» Die beiden Modelle hätten von allen Testpersonen beste Bewertungen erhalten.

Das Modell von Bösendorfer gibt es, das zeigt eine kurze Recherche im Internet, für etwa 180000 Franken zu kaufen, der Klassiker von Steinway & Sons dürfte sich im ähnlichen Preissegment bewegen.

Konzertpianos werden nur von der Orgel überflügelt

Doch auch die Prunkstücke aus dem Heer der Flügel sind günstig, wenn man sie mit der Königin vergleicht: Im September schrieb die Hochschule Luzern den Bau einer neuen Orgel in den Räumlichkeiten im Südpol aus. Um die 20 000 Franken kostet ein einzelnes Register – eine normale Kirchenorgel hat etwa deren 20.

«Inzwischen haben wir eine Vorauswahl der Anbieter getroffen», sagt Kaufmann zum Stand der Dinge. Die verbleibenden Anbieter können nun bis Januar eine detaillierte Offerte ausarbeiten und ihre Modelle präsentieren. «Über die Beschaffung soll dann im Frühjahr des kommenden Jahres entschieden werden.»

Die neu beflügelte Musik-Hochschule wird aber nicht nur Pianisten und Organisten zugutekommen. «Es ist eine Anschaffung für das gesamte Departement», betont Michael Kaufmann. «Es werden sehr viele Studierende die neuen Flügel in irgendeiner Form benutzen, sei es über das Haupt- oder Nebenfach oder als Begleitung bei Proben, Konzerten und Prüfungen», sagt er. Das gilt für die Orgel in etwas geringerem Masse.

Mit der Anschaffung der Flügel ist die Shoppingtour in Sachen Instrumente vorderhand abgeschlossen. «In den vergangenen Jahren haben wir das Budget für Instrumente massiv gekürzt», so Kaufmann. Für Beschaffung und Revision habe man heute noch 150 000 Franken pro Jahr zur Verfügung. Eine Ausschreibung wird es allerdings noch geben. «Die Serviceverträge werden für den Neubau neu geregelt.» Die über 80 Tasteninstrumente im Neubau wollen schliesslich auch gestimmt und gewartet sein. «Ein hochwertiges, aber intensiv bespieltes Unterrichtsinstrument kann mit guten Service mehrere Jahrzehnte verwendet werden», so Kaufmann.

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