Luzern
15.11.2017 05:00

Kanton Luzern verkauft altes Gefängnis

  • Das Amtshaus steht kurz vor dem Verkauf. Bedingung: Die Polizei darf im Gebäude bleiben.
    Das Amtshaus steht kurz vor dem Verkauf. Bedingung: Die Polizei darf im Gebäude bleiben. | Bild: Manuela Jans-Koch (Willisau, 12. November 2017)
WILLISAU ⋅ Seit 2010 sind die Zellen im ehemaligen Gefängnis leer. Nur die Polizei ist noch eingemietet. Nun könnte der Kanton sein Gebäude im Wert von über drei Millionen Franken endlich verkaufen.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Mehr als sieben Jahre ist es her, seit der Betrieb im Gefängnis Willisau eingestellt wurde. Einzig die Luzerner Polizei ist im Amtsgebäude von 1895 in der Willisauer Vorstadt derzeit noch eingemietet. Die Beamten beanspruchen aber längst nicht alle Räumlichkeiten, sodass viele Büro- und Kellerräume, eine 6-Zimmer-Wohnung im Obergeschoss sowie zahlreiche Zellen leer stehen. Im Juni dieses Jahres hat der Kanton Luzern deshalb seine Liegenschaft zum Verkauf ausgeschrieben.

Wie Recherchen unserer Zeitung zeigen, ist man nun mit potenziellen Käufern im Gespräch. Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann bestätigt: «Wir sind in den finalen Verhandlungen und kurz vor dem Abschluss.» Wer die beiden Gebäude, welche einen Versicherungswert von 3,1 Millionen Franken aufweisen, kaufen möchte, das kann Baumann wegen des noch laufenden Verkaufsverfahrens nicht sagen. Auch zur künftigen Nutzung, ob fürs Gewerbe oder für Wohnungen, schweigt der Kantonsbaumeister.

Für die Stadt Willisau wäre es auf jeden Fall interessant, wenn man das zentral gelegene Amtshaus mit seinem Anbau, in dem sich der ehemalige Gefängnistrakt befindet, gemeinsam mit der Nachbarparzelle entwickeln könnte. Dort befindet sich derzeit das Postgebäude, die Liegenschaft stand kürzlich ebenso zum Verkauf. Ohnehin plane die Stadt derzeit, den dortigen Korridor vom Bahnhof Richtung Altstadt in den nächsten Jahren aufzuwerten, sagt Stadtpräsidentin Erna Bieri-Hunkeler (FDP) auf Anfrage. Wenn nun gleichzeitig auch Pläne für beide Parzellen miteinander erarbeitet würden, «bietet das aus städteplanerischer Sicht eine grosse Chance, das ganze Gebiet aufzuwerten», so Bieri-Hunkeler. «Einen grösseren Raum zu planen, ist nun mal einfacher als jede Parzelle einzeln», sagt sie.

Ein konkretes Projekt liegt derzeit zwar nicht vor. Die Stadtpräsidentin könnte sich allerdings eine grössere Überbauung für Wohnungen und das Gewerbe gut vorstellen.

Polizeiposten bleibt erhalten

Klar ist: Das Amtshaus – ohne den alten Gefängnistrakt aus dem Jahr 1954 – befindet sich in der Ortsbildschutzzone. Das 122 Jahre alte Haus ist demnach schützenswert, ein allfälliger Abriss und ein späterer Neubau kämen somit nicht in Frage. Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann bestätigt: «Gemäss einer ersten Stellungnahme des kantonalen Denkmalschutzes soll das Amtshaus bestehen bleiben», sagt er – fügt jedoch an: «Der Gefängnistrakt könnte allenfalls entfernt werden.»

Gemäss der Verkaufsdokumentation des Kantons befindet sich die ganze 5000 Quadratmeter umfassende Liegenschaft in einem «gut erhaltenen Zustand». Je nach künftiger Nutzung würden entsprechende Investitionen notwendig werden, so Baumann.

Und was geschieht mit dem Aussenposten der Luzerner Polizei? Diese ist im Amtshaus eingemietet, der Vertrag läuft noch ganze zehn Jahre. «Nebst dem Kaufpreisangebot haben die Kaufinteressenten Folgendes anzubieten: Zusicherung des bestehenden Mietverhältnisses und/oder alternative Angebote für die Luzerner Polizei auch nach Ablauf des Mietverhältnisses», sagt Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann.

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