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THEATER WEGGIS

Klärt die Putzfrau den Mord auf?

Eine Leiche wird in Weggis gefunden. Mehrere Personen sind des Mordes verdächtigt. «Der Fall Mara Simpson Friedli» beschäftigt nicht nur den Oberinspektor.
13.01.2018 | 08:00

Das Theater Weggis feierte heute Premiere mit dem Stück «Der Fall Mara Simpson Friedli». René Fischer aus Luzern führt erstmals Regie. «Bei einem Krimi gilt es, die Spannung bis zum Schluss zu erhalten», erklärt der Regisseur. Das ist ihm gelungen. Die Dialoge kamen anlässlich der Hauptprobe textsicher, flüssig und ohne Durchhänger.

Worum geht es? Ein myste­riöser Leichenfund im Ortsteil Rieds­ort in Weggis sorgt für Unruhe im Dorf. Die preisgekrönte Schauspielerin Mara Simpson Friedli wurde auf der Terrasse ihres Hauses ermordet. Ein Fall für zwei? Oberinspektor Heinrich Koller (Marco Stadelmann) glaubt, den Fall alleine lösen zu können. Er hat aber die Rechnung nicht ohne die engagierte Putzfrau des Hauses gemacht, die mit einem kriminalistischen Spürsinn ausgestattet ist. Sie versucht, den Fall auf eigene Faust zu lösen, und treibt in ihrem Übereifer nicht nur den Oberinspektor fast in den Wahnsinn. «Ich schaue mir jeden Tatort am Fernsehen an, am liebsten den aus Luzern», gibt sie dem Oberinspektor unmissverständlich zu verstehen.

Claudia Lang verkörpert die Rolle als Raumpflegerin Katharina Pfister auf überzeugende Weise. Seit zehn Jahren steht sie in Weggis auf der Bühne. Ihre enorme Bühnenpräsenz mit 250 Einsätzen machte den Theaterabend zu einem ganz besonderen Erlebnis. «Mich fasziniert, dass man auf der Bühne in eine Rolle schlüpfen kann, die man so im Alltag nicht zulässt, aber im Theater erlaubt ist», sagt Claudia Lang. Sie versuche, sich den Typ und das Wesen des Menschen, den sie interpretiere, anzueignen. Als Raumpflegerin Katharina Pfister hatte ich die Regieanweisung, als robuste, aber dennoch mit Herz spielende Putzfrau aufzutreten. Die Kriminalkomödie in drei Akten von Dieter F. Gottwald nach Charakteren von Jack Popplewell (Originaltitel: Lilly lassen Leichen keine Ruhe) übertrifft alle Erwartungen. Der «Tatort aus Weggis» kann schauspielerisch mit jedem Fernsehkrimi mithalten. Wer diesen mysteriösen Mord auf dem Gewissen hat, sei an dieser Stelle nicht verraten.

 

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Aufführungen: Sonntag, 14., 21. und 28. Januar, jeweils um 17 Uhr. Freitag, 19., Samstag, 20. und 27. Januar, jeweils um 20 Uhr. Pfarreizentrum Weggis. Eintritt 19 Franken, Kinder bis 16 Jahre 12 Franken. Vorverkauf unter www.theater-weggis.ch

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