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COOLE SACHE

Locker-flockige Luzerner Fasnacht

Der Güdismontag präsentiert sich kühl und weiss. Doch richtige Fasnächtler scheren sich herzlich wenig um die tiefen Temperaturen. Im Gegenteil: Nun kommen sie so richtig in Fahrt.
13.02.2018 | 05:00

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Mit einem Kafi oder Tee und einem wärmenden Schal war man gestern dabei. Konfetti konnten sich die Fasnächtler sparen, denn die Schneeflocken sorgten für einen ähnlichen Effekt. Sechs Zentimeter Schnee lag in Luzern, bei kühlen 1,6 Grad. Völlig anders hatte sich der Güdismontag im Vorjahr präsentiert: Damals lachte die Sonne bei 14 Grad. Dass es nun kühl und schneebedeckt ist, tut der Freude allerdings keinen Abbruch, wie uns einige Leute in der Stadt versichern. «Bei schlechtem Wetter sieht man, wer zu den echten Fasnächtlern gehört. Die kommen trotzdem auf die Gasse», sagt Ishan Bose, der mit einer Schneeschaufel den Platz vor seiner Bar Unter der Egg frei schippt. Er betreibt seit 22 Jahren eine Fasnachtsbar – heuer unter dem Motto «Start-Bar». Er und seine Crew treten im Renndress des Swiss-Skiteams auf. Passt. «Letztes Jahr trugen wir eine Toga. Das Motto war: Rom.» Richtet er sich etwa nach dem Wetter? «Nein, es passt einfach immer. Als wir eine Polar-Bar hatten, schneite es ebenfalls. Aber das macht nichts. Die Stimmung ist meistens gut, wenn’s kühler ist.»

Womöglich liegt es an den vielen Kafi und Tees, die jetzt getrunken werden. Bier dagegen floss gestern Vormittag kaum. Markus und Vreni, die seit vier Jahren Getränke an der Bahnhofstrasse ausschenken, bestätigen: «Letztes Jahr mussten wir Bier nachbestellen, heute brauchen wir fast nur Kafi. Willst Du eines?», fragt der freundliche Mann.

Mit zitternden Händen

Ganz ohne Bier geht’s aber nicht. Dominik und Sebastian, die mit dem Sujet Zauberwald unterwegs sind, nippen je an einer Bierdose. Dominiks Hände zittern. Zu kalt? «Äh nein, das Zittern hat nichts mit der Kälte zu tun», scherzt er. Im Vorjahr waren die zwei als Pandas kostümiert. «Am Güdismontag liess ich das Fell aber zu Hause und trug nur ein T-Shirt», sagt Dominik. Ob er damals auch zitterte, verrät er nicht.

Dem Wetter und Schnee angepasst hat sich vermeintlich die in weiss und in mehreren Schichten gekleidete Frauengruppe aus Hergiswil mit den durchsichtigen Regenschirmen. «Wir haben nichts mit Schnee zu tun und den Wetterbericht verfolgten wir auch nicht. Wir sind Quallen, sieht man das nicht?», fragt Jolanda leicht beleidigt und ergänzt: «Schon am letzten Güdismontag waren wir als Quallen unterwegs. Damals trugen wir Bikinis. Sagt’s und posiert mit ihren Kolleginnen für eine Touristin, die die Quallen als solche erkannt hat.

Weil der Schirm Teil des Sujets ist, wollen ihn die Frauen weiterhin offen tragen. Nötig wäre dies nicht, wie Patrick Stierli von Meteo Schweiz sagt: «Am Dienstag kommt ein Zwischenhoch. In Luzern bleibt es trocken und schön. Die Temperaturen bleiben aber kühl, ganz der Jahreszeit entsprechend.»

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Bildergalerie: Wey-Tagwache 2018: Die Bilder

Rund 1500 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler versammelten sich am Güdismontagmorgen auf dem Kapellplatz zur Wey-Tagwache. Die Stimmung war gut – trotz widrigen Wetterbedingungen. (Boris Bürgisser (Luzern, 12. Februar 2018) )

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