Luzern
18.05.2017 10:26

Sechsjähriges Mädchen wird von Bustür eingeklemmt und mitgeschleift

STADT LUZERN ⋅ Ein sechsjähriges Mädchen ist am Mittwochabend von einer Bustüre eingeklemmt und mehrere Meter mitgezogen worden. Dabei wurde es leicht verletzt.

Am Mittwochabend ereignete sich nach 18 Uhr bei der Bushaltestelle Wartegg ein Unfall: Ein sechsjähriges Mädchen wurde in der Schwenktür eines VBL-Busses eingeklemmt und mehrere Meter mitgezogen. Das Mädchen erlitt leichte Quetschverletzungen und wurde ins Kinderspital Luzern gebracht. Es konnte dieses am gleichen Abend wieder entlassen.

Gemäss Abklärungen der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) war der Fahrgastwechsel an der Bushaltestelle abgeschlossen. Die Türen hätten sich deshalb automatisch geschlossen. «Beim Türmodell der Anhängerwagen ist es möglich, dass man seine Hand zwischen die Gummipartien der beiden Flügeltüren stecken kann», sagt Sprecher Christian Bertschi auf Anfrage. Offenbar habe das Mädchen von aussen her beim Anhänger noch den Fuss zwischen die Flügeltüren gestellt, um das Öffnen der Türen zu erzwingen. «Auf den kleinen Fuss und bei der geschlossenen Türe haben die Sensoren nicht reagiert», so Bertschi. Dem Chauffeur im vorderen Teil des Busses hat die Elektronik die geschlossenen Türen gemeldet, weshalb dieser losgefahren ist.

Chauffeur konnte das Kind nicht sehen

Aufgrund der Kurvenneigung an der Haltestelle konnte er den Anhänger in den Rückspiegeln nicht überwachen. Als der Buschauffeur den Vorfall bemerkte, stoppte er den Bus. Der Fahrer sei schockiert und betroffen gewesen und wurde gestern vorsichtshalber nicht im Liniendienst eingesetzt.

Die Busse der VBL verfügen eigentlich über einen Klemmschutz und Stoppmechanismus. «Die Türfunktionen werden vor jeder Bus-Ausfahrt kontrolliert. Funktioniert der Türmechanismus nicht, darf der Bus nicht ausfahren», sagt Bertschi. Die Polizei habe gestern beim betroffenen Fahrzeug den Türmechanismus kontrolliert. Der genaue Unfallhergang wird von der Luzerner Polizei untersucht. (mod)

Vorsicht: Türen nicht blockieren

Die VBL empfehlen ihren Fahrgästen, die Türen nicht mit Händen oder Füssen zu blockieren, sondern auf die Türknöpfe zu drücken. Es kommt gemäss Bertschi immer mal wieder vor, dass sich Fahrgäste einklemmen. In der Regel liegt es nicht an der Türfunktion, sondern an menschlichem Fehlverhalten. «Unsere Türen schliessen sich automatisch nach ein paar wenigen Sekunden, wenn an der Türe keine Bewegung festgestellt wird.» Damit die Türen längere Zeit offen bleiben und man genügend Zeit für den Ein- und Ausstieg hat, gibt es spezielle blaue Knöpfe (markiert mit dem Rollstuhl- und Kinderwagensymbol). Oder man kann ­einen anderen Fahrgast bitten, so lange auf einen Türknopf zu drücken, bis man selbst ein- oder ausgestiegen ist.

 

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