Luzern
15.07.2017 12:26

Schiesserei in Ebikon: Der Tatort war ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche

  • Das Schulhaus Wydenhof.
    Das Schulhaus Wydenhof. | Lena Berger (Ebikon 15. Juli 2017)
  • Der Schulhausplatz in Ebikon.
    Der Schulhausplatz in Ebikon. | Lena Berger (Ebikon 15. Juli 2017)
EBIKON ⋅ Auf dem Schulhausplatz Wydenhof ist am Freitagabend ein junger Mann angeschossen worden. Gemeindepräsident Daniel Gasser fiel aus allen Wolken, als er durch die Polizei davon erfuhr. Im Quartier ist man vom Vorfall weniger überrascht.

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

Grosseinsatz im beschaulichen Ebikon: Am Freitag um 21.45 Uhr rückt die Luzerner Polizei mit mehreren Polizeiwagen aus, nachdem eine Meldung eingegangen ist, dass es an der Schulhausstrasse laut geknallt habe. Strassensperren werden von allen Zufahrten her errichtet, wie Zeugen berichten. Die Polizisten seien in Kampfmontur und Taschenlampen unterwegs.

Was war passiert? Als die Einsatzkräfte vor Ort sind, treffen sie auf dem Schulhausplatz Wydenhof auf eine Gruppe von jungen Männern. Einer davon, ein 21-jähriger Kosovare, ist durch einen Schuss verletzt worden. Er wird sofort mit einer Ambulanz ins Spital eingeliefert. Sein Zustand ist inzwischen stabil, wie die Luzerner Polizei später mitteilt.

Die Polizisten nehmen umgehend Ermittlungen auf. Kurze Zeit später wird ein 34-jähriger Schweizer festgenommen. Im Verlaufe des Samstags finden die ersten Befragungen statt. Mehr sagt die Polizei bis jetzt nicht zu dem Vorfall. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie es heisst. Die Strafuntersuchung führt die Staatsanwaltschaft. 

Derweil spricht das ganze Dorf über den Vorfall. Der Schulhausplatz ist abends ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene. Auch am Samstagnachmittag sind einige von ihnen vor Ort anzutreffen. Das Opfer habe noch Minuten vor der Tat laut gelacht, es sei ein ganz normaler Abend gewesen, ist zu vernehmen. Keiner der Gruppe soll den Täter wirklich gesehen haben, der Schuss sei aus dem Nichts gekommen. Angeblich soll der Täter den Schuss aus einiger Entfernung mit einem Gewehr abgegeben haben. Es habe den Anschein gemacht, dass nicht gezielt auf das Opfer geschossen worden ist, sondern der Angriff der Gruppe als Ganzes galt.

Zu den Hintergründen der Tat sind viele Gerüchte im Umlauf. Manche vermuten, dass es um Drogen gegangen sein könnte. Andere Stimmen weisen darauf hin, dass das Verhältnis zwischen Schweizern und Ausländern im Quartier angespannt sei. Die Polizei äussert sich nicht zu diesen Mutmassungen. 

Bürgerwehr war der Platz ein Dorn im Auge

Der Schulhausplatz Wydenhof galt bereits vor einigen Jahren als Hotspot. Die Gemeinde hatte 2007 einen Sicherheitsdienst engagiert, der Ruhestörungen und Littering verhindern sollte. Das war kurz nachdem Ebikon national Schlagzeilen machte, als eine Bürgerwehr ins Leben gerufen worden war. Der aktuelle Vorfall hat den heutigen Gemeindepräsidenten Daniel Gasser aber doch «sehr überrascht», wie er sagt. «Der Platz wird oft von Kindern und Jugendlichen genutzt, die spielen. Dafür ist er auch da. Dass es dort in den letzten Jahren je zu Auseinandersetzungen gekommen wäre, ist mir nicht bekannt», sagt Gasser. «Es liegen keine Meldungen vor, dass sich der Schulhausplatz erneut zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hätte.»

Hinweis

Zeugen des Vorfalls werden von der Polizei gebeten, sich unter 041 248 81 17 zu melden.

Videos zum Artikel (1)

  • Junger Mann in Ebikon angeschossen

Meist gelesene Artikel

NEWSTICKER

Trends, Resultate, Stimmen: Das Neuste zu allen Vorlagen

Die Car-Parkplätze auf dem Inseli in Luzern.
ABSTIMMUNG

Stadt Luzern verbannt die Reisecars vom Inseli

Welche Fremdsprache in der Primarschule unterrichtet werden soll, lässt die Initiative offen. Auf dem Bild: Schüler der 5. / 6. Klasse lernen Frühfranzösisch.
ABSTIMMUNG

Luzerner lehnen Fremdspracheninitiative ab

Ein Plakat der Gegner (Archiv).
ALTERSVORSORGE

Altersreform: Tragfähige Alternativen sind noch nicht in Sicht

Pascal Hollenstein

Der Volksentscheid zur Rentenreform: ein Nein zur Giesskanne

Hier soll die neue Cheerstrasse durchführen. Die Gleisunterführung steht schon, ist aber noch ungenutzt.
ABSTIMMUNG

Cheerstrasse: Volksentscheid wird knapp umgesetzt

Ein 32-Jähriger tötete sich vor dem Berliner Reichstagsgebäude selbst (Symbolbild)
LIVETICKER

Deutschland wählt: Alle Infos zur Bundestagswahl

Für diese Überbauung in der Tribschenstadt hat die Wohnbaugenossenschaft ABL städtisches Land im Baurecht erhalten.
ABSTIMMUNG

In Luzern dürfen stadteigene Grundstücke nicht mehr verkauft werden

Bruno H. Schöpfer steht in einem der grossen Säle des Hotels Palace im Bürgenstock-Resort. Die Anlage soll noch um eine Hotelfachschule erweitert werden.
HOTELLERIE

Mister Bürgenstocks neuster Streich

Es läuft einfach nicht: Captain Claudio Lustenberger und der FCL haben noch zwei Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Lugano.
SUPER LEAGUE

So bitter kann Fussball sein

Zur klassischen Ansicht wechseln