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STADT LUZERN

Maskenliebhaber planen sechs Meter hohen Brunnen in der Luzerner Altstadt

Ein spektakulärer neuer Brunnen soll den Kornmarkt attraktivieren. Er ist ein Geschenk der Maskenliebhaber-Gesellschaft an die Stadt und soll «magisch» aus dem Boden ragen.
16.04.2018 | 11:43
Aktualisiert:  16.04.2018, 18:00

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Der kleine steinerne Trinkbrunnen auf dem Kornmarkt mitten in der Luzerner Altstadt soll ersetzt werden. Geplant ist ein neuer Brunnen in Form eines sechs Meter hohen Maskenturms aus Bronze. Das Baugesuch liegt zurzeit bei der Stadt Luzern auf. Eingereicht wurde es von der Maskenliebhaber-Gesellschaft der Stadt Luzern. Diese will den Brunnen der Stadt schenken.

Die Maskenliebhaber feiern 2019 ihr 200-jähriges Bestehen. «Zu diesem Anlass planen wir diverse Jubiläumsaktivitäten», sagt Maskenliebhaber-Präsident Linus Gähwiler. «Der neue Brunnen ist eine davon.» Der sechs Meter hohe und 75 Zentimeter breite Turm soll von oben bis unten mit fasnächtlichen Masken geschmückt sein. Passend daher der Name: Maskenbrunnen.

Der Brunnen auf dem Kornmarkt ist einer von über 200 Brunnen mit Trinkwasser-Qualität in der Stadt Luzern. Er befindet sich auf der Ostseite des Platzes, vor dem PKZ-Gebäude. Der heutige Brunnen stammt von 1905 und hat seinen Standort mehrfach geändert. Er besteht aus einem Muschelbecken mit einer quaderförmigen, von einer Kugel gekrönten Säule. Für einen repräsentativen Stadtbrunnen gilt er in Expertenkreisen als zu klein. Der neue Brunnen wäre deutlich grösser und auffälliger. «Wir hoffen, dass er zu einem Anziehungspunkt werden kann und den Kornmarkt aufwerten wird», sagt Linus Gähwiler.

Wasserspeier als Trinkwasserquelle

Funktionieren wird der neue Brunnen auf einfache Weise. «Das Wasser wird mit dem natürlichen Druck aus den unterirdischen Wasserrohren nach oben in den Turm gelangen«, sagt der Luzerner Architekt Adriaan Westenbrink, der von den Maskenliebhabern mit der Ausführung betraut wurde. «Ganz oben fliesst das Wasser in ein Überlaufbecken. Von dort wird es an der Oberfläche des Turms nach unten plätschern. Ganz unten versickert es über umlaufende Rinnen wieder im Boden.» In den Turm eingelassen werden sollen zwei bis drei Wasserspeier, aus denen per Knopfdruck Wasser entnommen werden kann.

«Der Turm wird direkt auf die Bsetzisteine des Kornmarkts gesetzt», sagt Westenbrink. «Er wird direkt aus dem Boden ragen und so etwas Magisches haben.» Das Design des Maskenbrunnens stammt vom 2003 verstorbenen Luzerner Künstler Charles Gerig. Er sammelte diverse urtümliche Fasnachtsmasken und ordnete sie um einen Turm herum an. Dieser soll nun nach Gerigs Plänen realisiert werden. «Der Turm soll in einer Kunstgiesserei aus Bronze gegossen werden», sagt Westenbrink, «und dann auf den Kornmarkt gestellt werden, wo er natürlich altern kann.» Der geplante Standort sei ebenfalls vor dem PKZ-Gebäude, lediglich etwas weiter nach vorne versetzt als der heutige Brunnen. «Passanten sollen ihn rundherum bestaunen können», so Westenbrink.

Stadt Luzern begegnet Projekt mit Wohlwollen

Bevor der Brunnen realisiert werden kann, muss er aber noch von der Stadt bewilligt werden. Dort begegnet man dem Projekt mit Wohlwollen. «Es ist eine sehr interessante, tolle Idee, die wir voll unterstützen», sagt der Luzerner Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner. Der nach eingehender Prüfung gewählte Standort sei «mit Abstand der attraktivste». Er spüre von allen Seiten sehr viel Zustimmung, auch von Quartierbewohnern, sagt Rehsteiner.

Der heutige Brunnen ist seit einiger Zeit ausser Betrieb. Er hätte aufwendig wieder instandgestellt werden müssen. Dass die Maskenliebhaber der Stadt jetzt einen ganz neuen Brunnen schenken wollten, sei eine Win-Win-Situation, sagt Rehsteiner. Wie viel der neue Brunnen kosten wird, steht noch nicht fest. Geplant ist, den heutigen Brunnen vollständig abzubauen.

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