Luzern
19.05.2017 00:00

Neue Halle soll Engpässe lösen

  • So könnte die neue Zweifachturnhalle aussehen.
    So könnte die neue Zweifachturnhalle aussehen. | Visualisierung: PD
  • Innenansicht der neuen Zweifachturnhalle in Schenkon.
    Innenansicht der neuen Zweifachturnhalle in Schenkon. | Visualisierung: PD
  • Innenansicht der neuen Zweifachturnhalle in Schenkon.
    Innenansicht der neuen Zweifachturnhalle in Schenkon. | Visualisierung: PD
SCHENKON ⋅ Die Einfachturnhalle ist 40-jährig und entspricht längst nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Die Flucht nach vorne kostet die Gemeinde aber viel Geld.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Schenkon ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Vor allem an der Münsterstrasse und in den Gebieten Isleren und Dorf sind Bauvorhaben abgeschlossen worden. Die Gemeinde tastet sich einwohnermässig an die 3000er-Grenze heran. Damit hat die Entwicklung der Sportinfrastruktur aber nicht Schritt gehalten. Die 1978 erbaute Turnhalle ist längst an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Vor allem den Bedürfnissen der Bildung genügt sie nicht mehr. «So müssen beispiels­weise Hallenstunden der Schule Tann nach Beromünster ausgelagert werden», sagt Gemeindepräsident Patrick Ineichen. Auch einige Vereine haben in der dorfeigenen Halle keinen Platz. Sie sind gezwungen, nach Sursee oder Knutwil auszuweichen.

Dazu kommt: Die vom Gemeinderat beim Büro für Bauökonomie, Luzern, in Auftrag gegebene Analyse zeigt mittlerweile relativ grosse Mängel. Daraus ergibt sich ein Sanierungsbedarf von 3,25 Millionen Franken. «Lassen wir diese Arbeiten machen, haben wir aber immer noch eine alte Einfachturnhalle», erklärt Ineichen weiter. Deshalb hat sich Schenkon für die Flucht nach vorne entschieden. Eine Zweifachturnhalle für 9,68 Millionen Franken soll das Problem lösen. Wobei die Planung sogar dahin geht, dass bei Bedarf ein nächster, dritter Teil angebaut werden kann. Für Schenkon dürfte dieses Thema allerdings für die nächsten 30 Jahre erledigt sein. Es sei denn, ein regionales Turnhallenprojekt käme plötzlich wieder auf den Tisch, sagt der Gemeindepräsident. «Im Jahre 2002 war dies der Fall. Entsprechende Pläne sind aber leider verworfen worden.»

«Symbiose zwischen Alt und Jung deutlich hervorheben»

Das beim Architekturbüro Hunkeler & Partner, Schenkon, im Jahre 2014 in Auftrag gegebene Vorprojekt überzeuge, betont Ineichen. Man wolle die neue Doppelturnhalle dort bauen, wo bereits das alte Gebäude steht. Sie soll mit dem Schulareal, dem Gemeindezentrum und dem Sportplatz eine Einheit bilden. Weil die Absicht besteht, das Gebäude im Boden zu «versenken», wird die Fassade weniger hoch als bei der noch in Betrieb stehenden Version. Zudem lege man viel Wert darauf, dass die Architektur dem bestehenden Innenhof weiterhin gebührend Gewicht gibt. «Die Symbiose zwischen Alt und Neu wollen wir deutlich hervorheben», so der Gemeindepräsident. Diese Idee ziehe allerdings auch die Konsequenz nach sich, dass das Projekt etwas koste.

Die Investition von knapp 10 Millionen Franken für die neue Zweifachturnhalle ist für Schenkon viel Geld. Aktuell hat die Gemeinde Eigenmittel von 4,5 Millionen. Man müsse dazu Fremdkapital aufnehmen, weiss Ineichen. Das hat zwar zur Folge, dass die Nettoverschuldung pro Einwohner zunimmt und zusätzliche Abschreibungen auf die Kommune zukommen. «Doch wir können das Bauvorhaben auch ohne eine Steuererhöhung stemmen», betont der Gemeindepräsident.

Für 2016 kann Schenkon erneut einen positiven Rechnungsabschluss – diesmal von knapp einer Million Franken – präsentieren. Der Voranschlag bewegte sich noch bei einem Plus von rund 100 000 Franken. Die Differenz sei gemäss Ineichen bei «Budgetunterschreitungen in fast allen Ressorts» und in den «ausserordentlich hohen Erbschafts- sowie Nach- und Strafsteuern» zu finden. Das Ergebnis hat den Gemeinderat übrigens veranlasst, bei der Gemeindeversammlung, die gestern Abend stattfand, ­einen Steuerrabatt von 0,1 Einheiten zu beantragen. Aktuell befindet sich der Steuerfuss in Schenkon bei 1,3 Einheiten.

Zurück zum Projekt: Man habe dieses auch mit ähnlichen Bauvorhaben in der Umgebung vergleichen lassen, sagt Ineichen. So schätzte das Büro für Bauökonomie in Luzern beispielsweise die Kosten für die Zweifachturnhalle in Oberkirch (ohne Nebenräume) auf 7,4 Millionen. Beim Schenkoner Projekt sind jedoch – im Gegensatz zu den Vergleichsobjekten – 2,5 Millionen Mehrkosten berücksichtigt. Sie betreffen beispielsweise den Abbruch, Anpassungen bei den vorhandenen Sportanlagen oder zusätzliche Nebenkosten.

Nach einer ersten Informationsversammlung hat der Gemeinderat auch mit den Parteien gesprochen. In diesen Tagen ist die Vernehmlassungsfrist abgelaufen. «Wir werden Inputs, soweit möglich, in den Entscheidungsprozess einbeziehen», sagt Ineichen. Am 12. September soll für die Bevölkerung eine weitere Infoveranstaltung stattfinden. Am 24. September will der Gemeinderat das Projekt an die Urne bringen.

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