Luzern
10.05.2017 08:27

Ombudsfrau der Stadt Luzern hatte 2016 deutlich mehr zu tun

  • Ombudsstellen wirken als Vermittler zwischen Bevölkerung und Behörden.
    Ombudsstellen wirken als Vermittler zwischen Bevölkerung und Behörden. | Symbolbild Keystone
KONFLIKTBEWÄLTIGUNG ⋅ Die Ombudsfrau der Stadt Luzern wird immer bekannter und hatte 2016 deutlich mehr zu tun als im Vorjahr. Die Zahl der Fälle zu Kritik und Fragen rund um die Luzerner Stadtverwaltung stieg um knapp 40 Prozent. Die Ombudsstelle beantragt nun eine Pensenerhöhung.

77 Personen wandten sich mit Beschwerden und Anliegen an die Ombudsstelle, wie aus dem am Mittwoch publizierten Jahresbericht hervorgeht. Im Vorjahr waren es 55. Zudem hätten 227 Personen - ein Drittel mehr als im Vorjahr - eine kurze Rechtsauskunft erhalten oder wurden an zuständige Stellen weiterverwiesen.

Die eingegangenen Fragen, Probleme und Konflikte betrafen unverändert am häufigsten die Sozial- und die Finanzdirektion.

Lediglich zehn Prozent der Ratsuchenden waren Ausländer. Dies liege deutlich unter dem Ausländeranteil der Stadt Luzern von rund 24 Prozent, heisst es weiter. Insgesamt traten 46 Frauen, 25 Männer, drei Paare und drei juristische Personen oder Gruppen mit der Ombudsstelle in Kontakt. Unter ihnen war die Altersgruppe 31-50 mit 39 Prozent am stärksten vertreten.

Hürde für Verwaltungsmitarbeiter

Die Ombudsstelle hatte 2016 nur wenige verwaltungsinterne Personalkonflikte zu bearbeiten. 2016 waren es sechs Fälle, 2015 fünf. Dies sei auf eine im Gesetz geschaffene Hürde zurückzuführen, heisst es im Jahresbericht.

Mitarbeiter dürfen erst an die Ombudsstelle gelangen, wenn sie nach der erfolglosen Vermittlung durch die Dienstabteilung Personal auch noch die Schlichtungsstelle angerufen haben. Die geltende Regelung stosse bei den Mitarbeitern auf grosses Unverständnis. Auf Anregung der Ombudsstelle soll diese Hürde nun abgebaut werden.

Die Ombudsstelle war auch im vergangenen Jahr stark ausgelastet. Die Ombudsfrau ist mit einem 40-Prozent-Pensum angestellt. Effektiv betrug ihr Pensum jedoch 50 Prozent. Die seit Beginn vor drei Jahren bestehenden Stellenprozente würden zur Erreichung der anfallenden Aufgaben nicht ausreichen, schreibt die Ombudsfrau.

Die Ombudsstelle beantragte bei der Geschäftsprüfungskommission des Stadtparlaments, das Pensum der Ombudsperson von 40 auf 60 Prozent und dasjenige der Mitarbeiterin in der Administration von bisher 10 auf 15 Prozent zu erhöhen.

(sda)

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