Luzern
19.05.2017 07:01

Rothenburger Schüler auf Zeitreise

  • Wer nicht gehorcht, kriegt Ohrfeigen: Szene aus dem Theaterstück «Zeitreise».
    Wer nicht gehorcht, kriegt Ohrfeigen: Szene aus dem Theaterstück «Zeitreise». | Bild: Pius Amrein (Rothenburg, 18. Mai 2017)
JUBILÄUM ⋅ Wie wurde früher unterrichtet? Wie sieht die Zukunft aus? Die Kinder des Schulhauses Gerbematt gehen diesen Fragen aus Anlass des Schulhaus-Jubiläums nach.

Wer würde nicht gern eine Zeitreisemaschine besteigen und in die Vergangenheit reisen, um zu schauen, wie das damals so war? Oder wie es in Zukunft sein wird? Die Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Gerbematt in Rothenburg tun dies in ihrem Stück «Zeitreise». Anlass zur Zeitreise gibt das 50-Jahr-Jubiläum des Schulhauses. «250 Kinder spielen und singen die Geschichte des Schulhauses. Sie schauen, wie früher eine Turnstunde aussah oder wie man bestraft wurde», sagt Felix Caduff, künstlerischer Leiter. Dabei würden auch alte Lieder wie «De Flickli» gesungen.

«Wir haben seit letzten Herbst immer wieder Theaterimprovisationen mit den Kindern gemacht, und seit Januar proben wir unser Stück», so Felix Caduff.

Viel Zeit investiert die Schule in das Jubiläum. Auf Kosten der Schulfächer? «Die Kinder lernen so vieles: Wie man zusammen ­etwas erarbeitet. Sie bekommen ein Resultat und sogar noch die Publikumsresonanz. Jeder trägt etwas bei. Das halte ich sogar im weitesten Sinn für Gewaltprävention», betont Felix Caduff.

Das Stück thematisiert die Entwicklung des Schulhauses, das vor zwölf Jahren renoviert wurde. Damals seien zum Beispiel Gruppenräume geschaffen worden. «Die Schule arbeitet heute viel individualisierter. Das kommt nun mit dem Lehrplan 21 noch verstärkt. Wir werden sehen, ob das funktioniert», sagt Felix Caduff, der seit 1992 im Gerbematt unterrichtet. In dieser Zeit habe sich auch verändert, dass die Eltern engagierter seien, aber auch kritischer gegenüber Autoritäten.

Das Schulhaus Gerbematt sei, so der Primarlehrer, in zweierlei Hinsicht ein besonderes Schulhaus: «Wir haben eine fantastische Aussicht in die Berge. Hier muss man sich beim Arbeiten besonders konzentrieren», meint er lachend. Ausserdem stehen vor dem Schulhaus Ziegen. «Die werden von unserem kinderfreundlichen und innovativen Abwarts­paar betreut, das auch immer den Eingangsbereich der Schule saisonal gestaltet.»

Neben der Geschichte und der Gegenwart zieht es die Zeitreisenden auch in die Zukunft der Schule. Was sie dort wohl antreffen werden? «Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir Fortschritt mit Kontinuität verbinden können und offen für Neues sind», sagt Felix Caduff. Die nächste Herausforderung in dieser Hinsicht wird wohl der Lehrplan 21 sein.

 

Natalie Ehrenzweig

region@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Aufführung «Zeitreise» in der Chärnshalle Rothenburg: Heute (ausverkauft), morgen (15 und 19.30 Uhr).

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