Luzern
19.05.2017 20:32

SBB verbessern Anschluss ab Luzern in den Süden

  • Luzern erhält wieder eine frühe Verbindung ins Tessin.
    Luzern erhält wieder eine frühe Verbindung ins Tessin. | Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2017)
FAHRPLAN ⋅ Ab Dezember gibt es wieder eine direkte Frühverbindung ins Tessin. Die SBB kommen Luzern noch in einem weiteren Punkt entgegen.

Manuel Burkhard

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Die SBB haben erste Informationen zum Fahrplan 2018 bekanntgegeben (wir berichteten »). Die Mitteilung enthält erfreuliche Nachrichten: Der Bahnhof Luzern erhält eine internationale Verbindung. Ab Dezember verkehrt täglich ein Zug von Frankfurt via Luzern nach Mailand. In Gegenrichtung wird die Verbindung via Simplon–Lötschberg–Bern geführt.

Die bisher als mangelhaft empfundene Anbindung durch den Gotthard-Basistunnel ans Tessin erfährt noch eine weitere Verbesserung: Mit dem Fahrplan 2018 wird wieder ein Frühzug von Luzern nach Lugano im Angebot sein. Die genaue Abfahrtszeit ist jedoch noch nicht definitiv festgelegt. Die SBB lösen damit ein Versprechen ein, das Jean­nine Pilloud, Leiterin Personenverkehr, im März gemacht hat (Ausgabe vom 15. März).

Direktverbindung von Zürich nach Venedig

Beim Kanton Luzern ist man erfreut. Die Verbindung in den Süden stärke den Bahnhof Luzern und sei eine wichtige Ergänzung zum stark frequentierten Knoten Zürich. Thomas Buchmann, Departementssekretär des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements Kanton Luzern, sagt: «Das ist sowohl für unsere Wirtschaft und unseren Tourismus als auch für das nationale Bahnnetz bedeutend.»

Ebenfalls neu im internationalen Bahnverkehr ist die Direktverbindung von Zürich nach Venedig. Ab 10. Juni verkehrt samstags und sonntags je ein Zug pro Richtung, mit der Fahrplanumstellung im Dezember wird die Verbindung täglich angeboten. Welche Anschlussmöglichkeiten sich für Reisende aus Luzern ergeben, ist noch nicht absehbar. Keine Veränderungen im Nord-Süd-Verkehr sind für den Kanton Uri in Sicht. Es bleibt bei täglich drei Direktverbindungen ab Flüelen ins Tessin.

Gleisunterhalt führt zu Einschränkungen

Täglich nutzen 1,25 Millionen Reisende das Schweizer Eisenbahnnetz. Diese Beanspruchung bedinge laufende Unterhaltsarbeiten, heisst es von Seiten SBB. Nun verlängern sie das nächtliche Zeitfenster für Arbeiten an den Gleisen. Dies hat Auswirkungen auf das abendliche Bahnangebot. Von Sonntag bis Donnerstag fahren ab 22 Uhr im Viereck Luzern-Olten-Basel-Zürich weniger Züge. Betroffen sind Fernverbindungen mit geringem Personenaufkommen. In Luzern fällt künftig der Interregio um 21.30 Uhr Richtung Basel aus. Mit dieser Massnahme können Totalsperrungen verkürzt und die Ausgaben reduziert werden, so die SBB. Durch die Streichung von wenig ausgelasteten Zügen würden finanzielle Einsparungen erreicht. Dies soll dem Anstieg der Billettpreise entgegenwirken.

Ein weiterer Fokus des Fahrplanwechsels liegt auf der Romandie. Die Anbindung der Kantone Freiburg und Wallis an den Flughafen Genf wird verbessert, Doppelstockkompositionen bringen eine Kapazitätssteigerung. Der Interregio zwischen Luzern und Genf hält wieder in Romont, Palézieux, Morges und Nyon.

Hinweis

 Der SBB-Fahrplanentwurf 2018 ist ab Montag, 29. Mai, auf www.fahrplanentwurf.ch einsehbar. Allfällige Fahrplanbegehren und Unstimmigkeiten können dort bis Sonntag, 18. Juni, per Online-Formular gemeldet werden. 

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